Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie weiß man, ob die Milchmenge nachlässt

Frage: Wie weiß man, ob die Milchmenge nachlässt

Jenny110788

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Hallo, Ich habe seit ein paar Tagen irgendwie das Gefühl, dass meine Milchmenge vielleicht nachlässt. Meine kleine Maus ist jetzt 14 Wochen alt. Nach der Geburt im Krankenhaus hat sie die Brust verweigert und ich musste abpumpen. Habe nach 3 Tagen bereits gute 100ml gepumpt. Und die Maus hat die Flasche bekommen. Zu Hause angekommen hat es dann mit dem Stillen auch geklappt (vielleicht einfach der Tapetenwechsel!?). Ich habe nur noch hin und wider abgepumpt, um mal für eine kurze Abwesenheit Milch für ein Fläschchen zu haben. Die Menge ist jedoch enorm zurückgegangen. Habe anfangs mit der Handpumpe auch gut 80 ml pro Pumpen bekommen (teilweise sogar 60-70 ml pro Seite). Mittlerweile bekomme ich manchmal nur noch 20ml auf beiden Seiten! Ist das normal. Meine Tochter hat von Anfang an nie besonders lange getrunken. Wir hatten uns dann so auf 5-8 Minuten eingependelt. Dabei ist ihr aber die Milch in den ersten Wochen teilweise sogar ins Gesicht gespritzt und ich musste am der zweiten Brust immer ein Tuch benutzen für die auslaufende Milch. Es hätte auch immer eine Brust gereicht. Mittlerweile trinkt sie aber teilweise nur noch 1-3 Minuten und schreit dann die Brust hysterisch an. Eigentlich denke ich, sie trinkt genug, denn wir haben Nässe und auch jeden Tag mind. Eine Stuhlwindel.Trotzdem denke ich, dass 2 Minuten doch einfach zu wenig sein müssen. Wenn ich sie dann an die andere Seite anlege passiert eigentlich genau dasselbe. Lege jetzt schon öfter an, aber habe nicht das Gefühl, dass es “mehr” wird. Ist es auch normal, dass sie beim Trinken teilweise extrem schwitzt? Sie trinkt immer noch problemlos aus der Flasche. Dort sind es durchschnittlich so 100ml (schwankt zwischen 80 und 140ml). Sie war beim letzten Messen vor 6 Tagen 60 cm groß und 6335 g schwer, also auch kein Fliegengewicht. Das muss ja irgendwo her kommen... Kann es wirklich sein, dass meine Milchmenge nachlässt? Und gibt es vielleicht Tipps um die Milchmenge beim Pumpen wieder zu steigern, da es so sehr mühsam ist eine Portion zusammenzubekommen. Würde hier eine elektrische Pumpe helfen? (Habe schon 2 unterschiedliche Handpumpen probiert von Medela und NUK, ist aber bei beiden dasselbe) Sie steckt zur Zeit auch alles in den Mund von Kuscheltier bis zu den Händen. Sind das Hungerzeichen oder einfach die normale motorische Entwicklung. Ich bin ehrlich gesagt etwas verunsichert im Moment. Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen! Danke! Liebe Grüße Jenny


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Jenny, so lange Drin Baby ausreichen zunimmt, besteht kein Grund zur Sorge. Ich denke eher, dass Dein Baby mit dem Trinken an der Brust Probleme hat und durch die Flasche evtl. saugverwirrt ist. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. In der Nacht trinkt das Baby im Halbschlaf instinktiv, da klappt es meist besser. Wäre es denn möglich, dass dein Baby mit einer alternativen Fütterungsmethode gefüttert wird? Hast Du schon einmal versucht, dein Baby mit einem Becher zu füttern? Wenn du bei Youtube die Stichworte "Cup feeding" und "baby" eingibst, kannst du viele Videos finden auf denen zu sehen ist, wie das geht. Es ist in der Regel von Fütterer und Kind wirklich schnell gelernt und klappt meist erstaunlich gut. Es kann gut sein, dass es mit einer elektrischen Pumpe besser klappen würde. Die besten Erfahrungen habe ich mit vollautomatischen, elektrischen Pumpen mit Doppelpumpset gemacht. Diese Pumpen sind von den Firmen Medela und Ardo erhältlich und können auch in Apotheken und Sanitätshäusern ausgeliehen werden. Falls Du noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin hast, solltest Du dich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die dich beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob sein Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Sie kann dir Tipps zum Pumpen geben, um die Milchmenge zu erhöhen. Außerdem kann sie dir zeigen, wie es alternativen Fütterungsmethoden klappt. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi Welter


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