patrizia8
Liebe Biggi, ich bin etwas ratlos: Meine Tochter ist fast 21 Monate alt und nach anfänglichen Stillschwierigkeiten genießen wir beide das Stillen immer noch sehr. Ab ihrem 4. Lebensmonat gelang es uns noch ca eineinhalb Monate voll zu stillen , bevor wir mit der Beikost starteten. Zeitweise aß sie recht viel Brei, wir stillten Annett aber auch immer wieder zwischen den Mahlzeiten, zum Einschlafen eigentlich immer. Um ihren 1. Geburtstag herum, war sie krank - nichts Auftegendes - und stillte mehr oder weniger voll. Brei verweigerte sie auch weiterhin als es ihr besser ging und sie aß bei uns mit, wenn auch nicht allzu viel. Das Interesse am Essen hat sie mehr und mehr verloren. Ich gebe mir alle Mühe, koche selbst, wir essen gemeinsam, ich versuche optisch ansprechend anzurichten, doch es landen immer nur einige wenige Bissen im Mund. Ziemlich schnell verlangt sie meist Mamimilch und fordert sie auch stark ein. An sich möchte ich nicht abstillen, doch mache ich mir schön langsam Sorgen, da die Gewichtskurve seit einigen Monaten etwas abflacht. Mit 17 Monaten lag sie mit ca 9,8kg knapp unter der 50Perzentile, mit fast 21 Monaten und 10,4kg liegt sie doch um einiges weiter unten, Tendenz zur Zeit nicht wirklich steigend. Eisenwerte liegen knapp unter der Grenze, ebenso wie die Reticulozyten und das Hämoglobin. Ich habe viele Kinderärzte im Umkreis: Die Meinungen reichen von "Ist noch total in Ordnung" bis "Eisentropfen" wären schon gut. Die Meinungen zum Stillen gehen ebenso auseinander von "Ohne Druck und mit Vertrauen wird das schon." bis "Geben Sie ihr ja keine Brust mehr, sonst lernt sie nie zu essen." An einem "guten" Tag isst sie vielleicht ein Schüsserl Müsli, eine halbe Tasse Heidelbeeren, eine halbe Avocado, ein paar Bissen Kneckebrot, ein Blatt Schinken. Nur damit Sie von der Menge eine Vorstellung bekommen. Die letzten 3 Tage war es weitaus weniger, an manchen Tagen (selten!) überrascht sie mich mit weit größerem Appetit. Wie oft wir am Tag stillen, kann ich nicht wirklich sagen, mal kommt sie wahrscheinlich alle 2 Stunden, dann liegen mal 4 Stunden dazwischen. In manchen Situationen kommt sie alle 20Minuten, was mir dann auch zu viel wird. Manchmal trinkt sie total viel, dann nuckelt sie mal wieder nur kurz. Wenn sie mal 3 Stunden mit meiner Mama unterwegs ist, knabbert sie vielleicht ein bisschen rum, wartet aber bis sie bei mir ist, um zu trinken, akzeptiert aber in der Situation, dass ich nicht da bin. Ganz abstillen möchte ich im Prinzip von mir aus nicht, ich bin aber sehr verunsichert, welches Ausmaß "ok" ist und wie wir dort "hinkommen" - also wie viel Druck ist tatsächlich notwendig und auch zielführend. Ich kenne die Empfehlungen, dass - neben angemessener (????) Ernährung so lange gestillt werden kann - wie Mutter und Kind das wünschen... Vielleicht können Sie mir Ihre Einschätzung bezüglich unserer Situation schildern! Vielen herzlichen Dank! Liebe Grüße, Patrizia
Liebe Patrizia, ab dem ersten Geburtstag sollte schon langsam geschaut werden, warum dein Kind so gar nicht essen mag. Kann dein Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Auch ein leichter Eisenmangel kann zu Problemen führen. Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes Kind sein. Wichtig ist irgendwann nach dem ersten Geburtstag wirklich, dass die Ursache für die Essensverweigerung gefunden wird und nicht, dass mit dem Kind eine Gewaltkur inklusive plötzlichen (und traumatischem) Abstillen veranstaltet wird. Ich persönlich würde wahrscheinlich tatsächlich Eisentropfen geben, um zu sehen, ob sich der Appetit bessert, aber das solltest Du wirklich mit dem Arzt besprechen. Eine Mutter aus meiner Gruppe hat sehr gute Erfahrungen mit Kräuterblutsaft gemacht, frag doch mal beim Arzt nach, ob das was für Euch wäre. Gleichzeitig solltest Du weiterhin versuchen, deinem Kind feste Nahrung anzubieten. Setze auf den Nachahmungstrieb des Kindes und biete ihm an, was auch ihr esst (natürlich nur, wenn es sich um etwas babygeeignetes handelt). Stillkinder sind durch die immer wieder auftretenden Geschmacksveränderungen der Muttermilch (je nach dem was die Mutter isst, schmeckt die Milch unterschiedlich) an den Speiseplan der Mutter gewöhnt und lehnen andere Nahrung dann oft ab. Wenn Du zum Beispiel nie gekochte Karotten isst, dann kennt dein Kind diesen Geschmack nicht über die Muttermilch und wird sie höchst wahrscheinlich auch vom Löffel ablehnen. Was sollst Du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus lass noch einmal die Werte kontrollieren. LLLiebe Grüße Biggi
patrizia8
Ansonsten ist meine Tochter ein lustiges, aufgewecktes Mädchen, sehr neugierig, imitiert alles, hat einen riesigen Wortschatz, 3-4,silbige Wörter sind enthalten, spricht in 2-3Wortsätzen und ist topfit.... sie wirkt zumindest nicht, als würde ihr etwas fehlen ...
patrizia8
Liebe Biggi, danke für die Antwort! Ich werde schauen, dass wir die Werte schnell kontrollieren lassen. Rezept für die Eisentropfen habe ich schon. Soll ich einstweilen z.B. mal am Vormittag versuchen, nicht zu stillen und ihren Frust zu begleiten oder soll ich warten, ob die Tropfen das Problem lösen bzw. was die Testergebnisse sagen ? Danke!
patrizia8
Ps: Mit Druck meint die Ärztin wohl, so lange hungern lassen bis sie isst und das Ganze abrupt...
Rotkehlchen
Hallo Patrizia, Was aus meiner eigenen Erfahrung als Mutter heraus bei dem Nachahmungstrieb noch viel besser funktioniert als das gemeinsame Essen mit Mama und Papa ist das gemeinsame Essen mit anderen Kindern. Bei meinem Sohn hat es bezüglich fester Nahrung auch erst so richtig „Klick gemacht“, als er in die Kita kam und dort miterlebt hat, was die anderen Kinder so alles essen und wie gut ihnen das offensichtlich schmeckt. Ich schließe aus deinem Post, dass deine Tochter (noch) nicht in die Kita geht. Aber vielleicht habt ihr ja die Möglichkeit, euch mal mit anderen Familien (Freundeskreis/Verwandtschaft/Krabbelgruppe o.ä.) zum gemeinsamen Essen zu verabreden? Ich glaube wirklich, von anderen Gleichaltrigen oder etwas älteren Kindern schauen sich die Kleinen viel mehr ab als von Erwachsenen!
Liebe Patrizia, ich persönlich würde auf alle Fälle abwarten, denn mit Druck kann es höchstens passieren, dass Dein Kind das Essen komplett verweigert! Lieben Gruß Biggi
patrizia8
Danke! Ich hab jetzt den Druck ganz rausgenommen und stille sie, wann sie will und sie isst plötzlich viel mehr! Ich glaube, durch das ständige Angebot an Essen war sie verunsichert, ob ich sie jetzt ganz abstillen möchte und hat deshalb mehr Sicherheit bei mir gesucht - Teufelskreis. Ich mache es jetzt mal auf die Art, denn sie entwickelt sich prächtig, isst mehr und der Weg passt einfach viel besser zu uns und unserer Stillbeziehung! Danke für die Tipps! LG
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