Erdbeere-Love
Guten Abend, Ich bin mir so unsicher wie ich beim Abstillen vorgehen soll und erhoffe mir Hilfe von Ihnen. Meine Tochter ist sehr anhänglich bei mir und das auch nachts. Ihr Papa kann sie immer nur kurz übernehmen, da sie in dem meisten Fällen nur mich akzeptiert. Tagsüber habe ich sie schon seit längerem wenig gestillt. Seit einigen Tagen jetzt nur noch abends zum Einschlafen und in der Nacht. Mittags schläft sie dann aktuell nur in der Trage ein, das ist auch okay für mich. Allerdings möchte ich das abends eher ungern machen. Eine meiner Fragen ist daher wie man ein Stillkind, dass auch keinen Schnuller nimmt, am besten in dem Schlaf begleitet? Sie ist extrem aktiv und bleibt kaum freiwillig liegen... Die nächste Frage ist, wie lange soll der Abstillprozess dauern? Irgendwann muss es ja ein letztes Mal abends die Brust geben? Ich will auf keinen Fall, dass es für meine Maus traumatisch wird und sie viel weinen muss. Daher auch die Lösung tagsüber mit der Trage. Aber wie gesagt hoffe ich das es für den Abend eine angenehmere Lösung gibt. Ich danke Ihnen vielmals im Voraus! Liebe Grüße
Liebe Erdbeere-Love, wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht abzustillen. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Sicherlich ist es für dein Baby ein leibgewonnenes Ritual und es wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt dein Baby das auch. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Vielleicht versuchst du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst Du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt du die Zeit an der Brust immer mehr. Auch wenn es deiner Kleinen nicht gefällt, musst Du klar und konsequent bleiben. Ich möchte dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest du etwas, was dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn du dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeitausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt, oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Liebe Grüße Biggi
Erdbeere-Love
Liebe Biggi, Vielen Dank für die Antwort! Ich denke ich versuche abends das Stillen zu verkürzen und so nach und nach abends eine andere Beruhigungsroutine zu finden. Aber wie ist es am Tag? Ist es so wie ich vorgehe in Ordnung? Also ablenken, wenn sie ins Oberteil greift (das funktioniert idR gut) und zum Mittagsschlaf in die Trage nehmen, da schläft sie dann auch gut ein ohne Protest. Aktuell trinkt sie wenig am Tag, aber wenn sie durstig genug sein wird, wird sie trinken oder? Danke und LG
Liebe Erdbeere-Love, du machst es genau richtig so :-) und dein Kind wird trinken, wenn es durstig ist. Du kannst immer wieder Wasser aus dem Trinklernbecher anbieten, das klappt meist schnell. Lieben Gruß Biggi
Erdbeere-Love
Vielen Dank für die motivierenden Worte! Das kann man in der schwierigen Zeit wirklich gebrauchen Liebe Grüße
:-)
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