Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Vollstillen

Frage: Vollstillen

Assja

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Wie vor Kurzem beschrieben, möchte ich endlich nur noch stillen. Heute hat er bis jetzt nur noch ein Fläschchen bekommen. Seit dem hab ich ihn gestillt, was wirklich toll ist. Ich habe gemerkt, dass ich ohne BH besser spühre, dass die Milch da ist also sitz ich halt ohne rum. Die Milch kommt tatsächlich ständig nach, wenn ich pumpe kommt sehr viel Milch raus. Wenn ich ihn aber anlege nuckelt er wie bei der Flasche, er saugt gar nicht richtig. Jedoch wird die Brust auch mal wieder leer, obwohl er wenig Bewegungen gemacht hat. Ich brauche unbedingt eine Stillberaterin, aber in Bremen konnte ich noch keine finden. Ich weiß auch nicht, ob er überhaupt weiß wie das Saugen geht. Ich hatte ihn bis jetzt richtig verwöhnt mit sehr viel Brei. Das alles will ich aber endlich weglassen. Alles hatte damit angefangen, dass er Gelbsucht hatte und meine Hebame und meine Mutter mir das Zufüttern einfach eingeredet haben und ich das garnicht wollte. Ich brauche da wirklich Hilfe. Liebe Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Assja, Ihr Sohn ist saugverwirrt, etwas was leider nicht selten bei so kleinen Babys vorkommt, wenn sie eine Flasche bekommen. Er muss erst lernen, wie er an der Brust trinken muss, denn die Techniken an Brust und Flasche unterscheiden sich ganz grundlegend (es ist an der Flasche nicht leichter, sondern anders). Eine Saugverwirrung ist für alle Beteiligten belastend und zerrt an den Nerven. Sie kann aber mit viel Geduld und der richtigen Anleitung überwunden werden. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihre Milch bereits vor dem Anlegen zum Fließen bringen. Versuchen Sie, den Milchspendereflex durch Ausstreichen, Brustmassage und Wärmeanwendung oder eventuell mit einer Pumpe auszulösen ehe Sie ihren Sohn anlegen. Warten Sie nicht, bis Ihr Sohn sehr hungrig ist. Ein aufgeregtes, hungriges Baby ist nicht unbedingt bereit, etwas Neues (also das korrekte Trinken an der Brust) zu lernen. Wählen Sie eine bequeme Stillhaltung, um möglichst entspannt zu sein und achten Sie auf eine korrekte Anlegetechnik (eine gute Beschreibung der Anlegetechnik finden Sie in dem Info Blatt "Stilltechniken, die funktionieren", das Sie bei der La Leche Liga Deutschland und jeder LLL Stillberaterin (auch bei uns) bestellen können. Das Stillen im Rückengriff (auch Unter dem Arm Haltung genannt, in dieser Position ruht der Kopf des Kindes in Ihrer Hand und seine Beine liegen seitlich neben Ihrem Körper und zeigen nach hinten) eignet sich gut, weil Sie in dieser Haltung den Kopf Ihres Sohnes gut kontrollieren können und genau sehen, was er macht. Vermeiden Sie es, Ihren Sohn am Gesicht oder seitlich am Kopf oder mit geringem Fingerdruck am Hinterkopf zu berühren. Derartige Berührungen können dazu führen, dass der Suchreflex beim Baby ausgelöst wird und es seinen Kopf in Richtung der Berührung dreht. Fester, gleichmäßiger Druck auf den Hinterkopf bedeutet normalerweise kein Problem für das Baby. Wenn Sie im Rückengriff stillen, können Sie eine Windel zwischen Ihre Hand und den Kopf Ihres Sohnes legen oder ihn fest in eine Decke einwickeln, deren obere Ecke Sie unter seinen Kopf legen. Stützen Sie den Kopf und den Nacken Ihres Babys in Höhe der Ohren mit Ihrer Hand. Will Ihr Sohn nicht an der Brust bleiben, nachdem er sie zunächst erfasst hat, können Sie während des Stillens etwas zuvor ausgestrichene Milch auf die Stelle tropfen, an der seine Lippen Ihre Brust berühren. Er wird die Milch schlucken und dabei seine Zunge abflachen, so dass er die Brust richtig fassen kann. Um ein Wundwerden (bzw. eine Verschlimmerung des Wundseins) ihrer Brustwarzen zu verhindern, müssen Sie darauf achten, dass Ihr Sohn die Brust richtig erfasst und korrekt saugt. Es wäre günstig, wenn Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden würden, die Ihnen im direkten Gespräch Tipps geben kann und eventuell auch sieht, wie Ihr Sohn an der Brust trinkt. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi Welter


MaSchie26

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http://www.lalecheliga.de/index.php?option=com_content&view=article&id=401&Itemid=93


Assja

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Liebe Biggi, leider ist die Situation ganz anders, als was Sie aufgefasst haben! Es ist so, dass er drei Monate alt ist. Wir beide kennen uns also schon sehr gut. Am Anfang hatte ich ihn voll gestillt, aber da er Gelbsucht hatte, konnte ich mit ihm leider nicht das Dauerstillen ausüben, da er viel zu viel abgenommen hatte. Durch eine falsche Sichtweise meiner Hebame, die noch die alten Erkenntnisse hat, habe ich ganz falsch zugefüttert, da ich auch will dass mein Kleiner das Leben geniesst und nicht in Deprissionen verfällt. Zwischendurch habe ich an meiner Milch gearbeitet. Ich habe nur zugefüttert und nicht abgestillt!!! Er hatte immer gesaugt, er war richtig angelegt und meine Brust wurde auch immer leer. Das problem ist nun, dass wenn ich eine der drei Flaschen auslasse, dass er meine Brust verweigert. Wenn er aber regelmäßig drei Flaschen bekommt, nimmt er und will sogar meine Brust und saugt wunderbar! Außerdem, würde er ohne meiner Milch mit den drei Flaschen überhaupt nciht hinkommen, da er sonst sieben bräuchte. In der Zeit also, wo er die Flasche bekommen sollte und ich genug Milch habe, protestiert er einfach um die Flasche zu kriegen. Er saugt einfach nicht. Obwohl er es sehr gut kann und macht, so. Außerdem, alles was Sie sonst geschrieben haben, weiß ich schon und praktetiere es! Sie hatten mir diese Adressen schonmal gegeben und ich habe gesucht, womit Sie mir nicht helfen konnten, da ich niemanden gefunden habe. Meine Postleizahl ist 28757, bitte gucken Sie doch noch Mal für nach. Liebe Grüße, Assja


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Assja, die nächste Beraterin dürfte Frau Kirsten Claus, Tel.: 0421 – 661680 sein. Auch wenn Sie es mir nicht glauben, rate ich Ihnen von der Flasche ab, wenn Sie zufüttern, sollten Sie das mit einer alternativen Fütterungsmethode tun, z.B. mit einem Becher. Es kann gut sein, dass Ihr Kind nur an der Flasche richtig trinkt und die Brust zur Beruhigung braucht, also nur nuckelt. Vielleicht hilft Ihnen dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v= G NJGerSZY&feature=related und http://www.youtube.com/watch?v=OAQcvHkFbdc Bei der Becherfütterung wird der Becher dem möglichst aufrecht im Schoß der Mutter/des Vater sitzenden Kind an die Unterlippe angelegt. Man kippt den Becher dann langsam und vorsichtig, so dass die Milch in den Mund des Babys läuft. Achten Sie darauf, dass immer nur so viel Milch fließt, wie das Baby problemlos schlucken kann und setzen Sie immer wieder ab. Wird die Becherfütterung richtig durchgeführt verschlucken sich die Babys nicht. Bereits frühgeborene Babys können mit dem Becher gefüttert werden. Spezielle Babyfütterbecher gibt es von den Firmen Ameda und Medela und können in der Apotheke bestellt werden. Man kann aber natürlich auch einfach einen kleinen Becher in der Größe eines Schnapsglases (oder den Verschlussbecher von Babyflaschen) verwenden! LLLiebe Grüße, Biggi


Assja

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Liebe Biggi, ich glaube Ihnen und weiß auch sehr wohl, dass ich die Flasche nicht mehr geben soll, jedoch ist es defenitiv nicht so, dass er sonst nur nuckelt wie bereits erklärt und beschrieben. Er kann saugen und tut es wunderbar! Und ich habe sehr viel Milch und sie wird auch weggesaugt. Ansonsten vielen Dank für den Tipp mit dem Becher und die Telefonnummer einer Beraterin!!! Liebe Grüße, Assja


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