Mitglied inaktiv
Liebe Fr. Welter, meine Tochter ist nun in ihrer 13. Lebenswoche. Sie war von Geburt an ausschließl. (!) mit Hilfe eines an der Spitze aufgeschnittenen Kirschkernsauger an die Brust zu kriegen. Ohne dieses Hilfsmittel hat sie sich mit Händen und Füßen gegen das Stillen gewehrt - richtige Tobsuchtsanfälle. Durch den Einsatz des Kirschkernsaugers saugte meine Tochter nicht effektiv und die Milchproduktion ging zurück. Als am Ende der 3. Lebenswoche trotz stetem Bemühens keine Besserung der Situation in Sicht und keinerlei Gewichtszunahme bei meiner Tochter festzustellen war, habe ich auf Anraten meiner Nachsorgehebamme auf Abpumpen der Muttermilch und Füttern per Flasche (meist 4 Flaschen MM und eine Flasche Fertignahrung)umgestellt. Soweit zur Vorgeschichte. Ich habe meine Tochter immer mal wieder (an die bloße Brust) anzulegen versucht, und siehe da, seit sie entdeckt hat, was man alles so in den Mund stecken kann, hat sie auch Gefallen an der Brust gefunden. Sie trinkt nun an der Brust, jedoch - so will mir scheinen - nicht sehr effektiv: 1) Sie schluckt nicht nach jedem Saugen, sondern nuckelt mehr und nimmt außerdem nach dem Stillende gerne nochmals einen tüchtigen Schluck aus der Flasche (+- 100 ml). 2) Pumpe ich nach dem Stillen ab, erhalte ich meist nur 20 -40 ml weniger Milch als ohne Stillen. 3) Die Brust spannt zwar nicht mehr so stark, aber das Spannungsgefühl ist im Vergleich zum Abpumpen wesentlich schneller wieder da und ich laufe nach einer Stillaktion nach 2-3 h schon mal aus, was beim Abpumpen nicht passiert. Pumpleistung (jeweils eine halbe Stunde) zur Zeit: 6.00 h: 220-250 ml, 10.30 h, 14.30 h, 18.30 h, 22:00 h jeweils 100 bis 140 ml, insgesamt pro Tag etwa 700 ml. Trinkleistung aus der Flasche: 5 Flaschen um 7.00 h, 11.00 h, 15.00 h, 19.00 h und 22.30 h bis Ende des 2. Lebensmonats nach dem Angaben des Herstellers der Fertignahrung (90 ml, dann 130 und schließl. 170 ml). Sie müßte jetzt eigentlich 200 ml trinken, trinkt zur Zeit aber nur um die 150 ml. Hatte die letzte Zeit etwas Probleme mit der Verdauung (Blähungen und 2-3 Tage ohne Stuhlgang) und mit der Hitze (schläfrig). Mein Problemchen: Da meine "Biopumpe" ja bisher ihre Dienste zu verweigern wußte, bin ich in meinem Wohlbefinden auf die elektrische Pumpe angewiesen. Das schränkt meine Mobilität ein (kommendes Wochenende wollen wir z. B. eine Bekannte besuchen und die Milchpumpe muß natürlich mit, um mich von meiner "Last" zu befreien, und im September wollen wir in Urlaub nach Frankr. fahren - auch wieder mit Milchpumpe in 4 h -stündigem Einsatz? Na viel Spaß dabei). Deshalb spiele ich mit dem Gedanken abzustillen. Andererseits sehe ich, wie meine Tochter immer mehr Gefallen an der Brust findet und ich werde das Gefühl nicht los, daß ich ihr etwas wegnehme, wenn ich jetzt abstille. Daher meine Fragen: 1) Habe ich die Sachlage richtig gedeutet, daß meine Tochter an der Brust nicht effektiv trinkt, oder ist es bei Stillkindern normal, daß sie Miniportionen trinken und dafür halt ständig auf der Matte stehen "Will noch!". Mir fehlt ja leider der Vergleich, da ich bisher kein "normales" Stillkind hatte. 1) Besteht noch die Möglichkeit, meine Tochter mit möglichst wenig Streß (hatten wir in den ersten 3 Wochen genug) wieder voll an die Brust zu gewöhnen, oder zumindest so weit, daß ich von der elektrischen Pumpe wegkomme und das Gedeihen meiner Tochter trotzdem sichergestellt ist (die fehlende Gewichtszunahme am Anfang ihres Lebens war für mich recht traumatisch!)? 2) Würde die Milchleistung dafür ausreichen? 3)Wie kann ich unseren Wochenendurlaub mit möglichst gerimgem Einsatz der elektrischen Pumpe überstehen (Reduktion auf 3 (mo, mi, ab) oder sogar nur 2 Mal Abpumpen ? und sonst Ausstreichen der Milch per Hand - wie oft, wie viel, wie lang?) 4) Würde mir der Kontakt zu einer Stillberaterin vor Ort noch weiterhelfen? Meine Postleitzahl ist 55116. Welche Kosten entstünden für eine Beratung? Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen, und freue mich auf Ihre Antwort. Viele Grüße von Martina
? Liebe Martina, es ist eine beachtliche Leistung, dass Sie es schaffen seit bereits so vielen Wochen konsequent zu pumpen und dabei auch eine doch recht hohe „Milchleistung" zu erbringen. Deshalb sehe ich auch weniger das Problem darin, dass Sie Ihre Tochter an der Brust nicht sattbekommen würden, sondern eher, dass es eine Herausforderung sein wird, die junge Dame zum korrekten Trinken an die Brust zu bekommen. Ihre Tochter trinkt mit ziemlicher Sicherheit mit der falschen Saugtechnik an der Brust und kann deshalb auch nur relativ geringe Mengen pro Stillzeit trinken. Ich habe mit Absicht „Herausforderung" und nicht „Problem" geschrieben, denn so wie Sie das Verhalten Ihrer Tochter schildern, sehe ich eine realistische Chance, dass Sie es schaffen können, mit der richtigen Unterstützung, etwas Geduld und Beharrlichkeit (und die haben Sie, sonst hätten Sie das Pumpen längst aufgegeben), Ihre Tochter an die Brust zu bringen. Allerdings bin ich der Meinung, dass die in Ihrer Situation notwendige Betreuung den Rahmen der Internetberatung sprengt. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie sich an eine Stillberaterin in Ihrer Nähe wenden, die Sie im direkten Kontakt unterstützen kann. Die nächstgelegene LLL-Stillberaterin und Still- und Laktationberaterin IBCLC für Sie dürfte Frau Christel Fritz (Tel.: 06192-39793) sein. Christel ist eine sehr erfahrene Stillberaterin, bei der sie in den besten Händen sind. Wenn Sie sie anrufen, grüßen Sie sie bitte ganz herzlich von mir. LLL-Stillberaterinnen arbeiten ehrenamtlich. La Leche Liga trägt sich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und dem Erlös aus dem Verkauf von Infomaterial. Für Sie fallen also keine Kosten an, doch wir freuen uns über eine Spende und bei einem eventuellen Hausbesuch über eine Benzinkostenbeteiligung. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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