Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen und Dauernuckeln / Ernährung

Frage: Stillen und Dauernuckeln / Ernährung

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Hallo Biggi, meinen 15 Monate alten Sohn stille ich eigentlich "nur" noch zum Einschlafen und beruhigen, d.h. mittags (wobei ich meist froh bin mich auch dabei aufs Ohr legen zu können :-) und abends (allerdings klappts manchmal auch ohne Stillen). Ab 2.00 Uhr nachts wirds dann allerdings eher ein Dauernuckeln. Dieses Dauernuckeln nervt schon sehr, vor allem kann ich dabei auch nicht gut schlafen und ich glaube ihm tut es auch nicht gut, weil er dadurch auch nicht fest schläft. Nun habe ich 2 Fragen: 1. Gerne würde ich das Dauernuckeln vermeiden, wie könnte ich das meinem Sohn beibringen ? 2. Ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen, was die Ernährung anbelangt. Gerne trinke ich Kaffee (morgens 1 Becher und manchmal nachmittags 1 Tasse) und abends auch mal ein Glas Wein oder eine "Leichte Weisse" (3%Alk.). Schadet das dem Kind, auch wenn keine Pause von mind. 4 Stunden dazwischenliegt ? In der Schwangerschaft und Vollstillzeit habe ich ehrlich gesagt gesünder gelebt, aber jetzt möchte ich diese 2 "Sünden" auch nicht mehr aufgeben. Ich nehme sonst nichts an "Giften" zu mir, keine Medikamente, kein Nikotin und bewege mich mit meinem Sohn auch viel an der frischen Luft (dank Hund und Garten!). Vielen Dank schonmal für eine Antowrt und liebe Grüße, Claudia


Biggi Welter

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Lieber Claudia, normaler Koffeingenuss (also etwa drei Tassen Kaffee oder sechs Tassen Tee (300 mg Koffein) in 24 Stunden wird als unbedenklich angesehen und erst beim Überschreiten dieser Menge ist mit Symptomen beim Kind zu rechnen. Die Alkoholkonzentration in Blut und Muttermilch verläuft in etwa parallel. Daher erhält der vollgestillte Säugling rund 10 % der gewichtsbezogenen Alkoholmenge seiner Mutter (je nach dem in welchem Abstand zum Alkoholkonsum gestillt wird). Obwohl junge Säuglinge Alkohol nur etwa halb so schnell abbauen können wie ein Erwachsener, verursacht die bei gelegentlichem Alkoholkonsum auf das gestillte Kind übergehende Alkoholmenge wohl keine Schäden bei dem Säugling. Man hat herausgefunden, dass die Konzentrationsspitze in der Muttermilch 30 bis 60 Minuten nach dem Trinken bzw. 60 bis 90 Minuten nach dem Genuß von alkoholhaltigen Nahrungsmitteln erreicht wird (Lawton 1985). Alkohol wird auch unverändert aus der Milch und dem Kreislauf der Mutter ausgeschieden. Bei einer Frau mit einem Gewicht von 55 kg dauert es etwa zwei bis drei Stunden, bis die Alkoholmenge von einem Glas Bier oder Wein von ihrem Körper abgebaut wird (Schulte 1995). Es wäre falsch zu behaupten, dass das Stillen in der Nacht in diesem Alter nicht in Ordnung ist. Denn es ist erwiesen, dass viele Kinder dieses Alters gerade in den Nachtstunden eine erhebliche Menge ihrer täglichen Kalorienzufuhr übers Stillen einfahren. Ein Baby schläft ohne Brust ein, sobald es reif genug dazu ist. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass Du die nächsten Jahre damit verbringen musst, dein Baby in den Schlaf zu stillen, wahrscheinlich wird es sogar schneller vorbei sein, als Du es dir jetzt vorstellen kannst. Und wenn du es tatsächlich nicht mehr weiter machen willst, kannst du versuchen, sein lieb gewonnenes Ritual zu verändern. Vielleicht helfen dir unsere Tipps zum Thema "Stillfreie Zeit in der Nacht": Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte". Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Vielleicht ist es auch für euch hilfreich? LLLiebe Grüße, Biggi


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