Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stechen in der Brust und noch eine Frage...

Frage: Stechen in der Brust und noch eine Frage...

Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi, wir haben leider immer noch ab und zu "Kampfstillen", mein 7 Wochen alter Sohn und ich, das heißt manchmal schreit er heftig mitten während des Stillens... Aber es wird schon besser dank der Tipps die ich hier gelesen habe ;o) Aber ich habe jetzt ein neues Problem: es sticht mich relativ häufig in den Brüsten - aus heiterem Himmel - meist in den Stillpausen. Was kann das nur sein? Angenehm ist das nämlich nicht... Ich hatte das auch früher nicht, erst seit ein paar Tagen habe ich es häufiger. Außerdem hatte ich anfangs so wahnsinnig viel Milch dass sie nur so herausgeronnen ist, das hat sich geändert seit mein Sohn 5 Wochen alt war. Jetzt ist es offenbar weniger, nur in der früh hab ich nach wie vor sehr viel Milch. Ich bilde mir ein dass sie jedoch am abend ( so um 19 Uhr herum am ehesten) sehr wenig ist, da wird er mir beinahe nicht satt bzw. trinkt er beide Brüste ganz aus und würd wahrscheinlicfh noch geren weiternuckeln. Kann das sein bzw. was kann ich dagegen tun ( oder dafür tun dass ich abends auch mehr Milch habe???) Es macht mich einfach fertig dass ich glaube dass mein Sohn nicht genug bekommt obwohl er ja zB in der früh mehr als genug hat! Viele liebe Grüße Mirandolina


Biggi Welter

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? Liebe Mirandolina, kann es sein, dass Du zwischen den Stillzeiten eine Milchspendereflex spürst? Es kommt vor, dass der Milchspendereflex sich richtiggehend schmerzhaft, so wie Du es beschreibst bemerkbar macht und zwar vor allem in den ersten Wochen der Stillzeit. Falls es daran liegt, hast Du zum einem die berechtigte Hoffnung, dass es sehr bald von alleine besser wird und kannst zum anderen mit gezielten Entspannungsübungen dagegen angehen. Vorsichthalber solltest Du jedoch deine Brust und dein Kind auf eine Soorinfektion hin untersuchen lassen. Was nun deine Milchmenge betrifft, so ist es absolut nicht anzunehmen, dass Du weniger Milch hast. Es ist vollkommen normal, dass das anfänglich pralle Gefühl in der Brust und auch das Auslaufen der Milch aus der Brust weniger wird bzw. ganz aufhört. Das ist KEIN Zeichen für zu wenig Milch, sondern ein Zeichen dafür, dass sich die Milchproduktion eingespielt hat. Ob dein Kind genügend Milch bekommt, kannst Du an den folgenden Anzeichen erkennen: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Sind diese Punkte alle erfüllt? Wenn ja, bekommt dein Sohn auch noch genügend Milch. Das abendliche Dauerstillen und auch die abendlichen Unruhephasen bei einem kleinen Baby werden leider oft so verstanden, als ob die Milch nicht mehr ausreiche. Doch dem ist in aller Regel nicht so. Es ist vielmehr so, dass sehr viele Kinder in diesem Alter am späten Nachmittag oder frühen Abend eine Phase starker Unruhe und Quengelig verbunden mit gehäuftem Stillverlangen haben, die absolut nicht mit mangelnder Milch zusammenhängt. Zu anderen Zeiten kann das Baby gut gelaunt sein, und es scheint keinen besonderen Grund und keine Gegenmittel (außer der Zeit) für diese Unruhephasen zu geben. Das Baby scheint sich nicht so unbehaglich wie bei Koliken zu fühlen, ist aber unzufrieden. Ist das bei euch auch so? Im Volksmund wird das die „Omastunde" genannt, d.h. dass jetzt eine liebevolle Großmutter gebraucht wird, die nichts Dringenderes vorhat, als das Baby zu wiegen und im Arm zu halten, bis seine Unruhe vorbei ist. Leider ist so eine Großmutter nicht immer verfügbar und der Vater des Babys ist auch nicht unbedingt zu diesen Zeiten zuhause. Doch es kann für Dich und das Baby eine große Erleichterung bedeuten, wenn jemand anderes dann einspringt. Der Wechsel in andere liebevolle Arme und eine andere liebevolle Stimme bewirken oft, dass sich ein aufgebrachtes Baby beruhigt. Vielleicht kannst Du dann in Ruhe unter die Dusche gehen, einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen oder sonst etwas für Dich tun. Anschließend, wenn Du etwas Luft für dich hattest, kannst Du mit „neuer Kraft" in die nächste Runde des abendlichen „Marathonstillens" gehen. Denke auch daran, dass durch dieses gehäufte Stillen am Abend, deine Prolaktinausschüttung angeregt wird und damit deine Milchmenge gut aufrecht erhalten bleibt. Da dein Kind nur am Abend so unruhig ist, lässt sich wohl eine medizinische Ursache ausschließen. Dennoch kann es für dich beruhigend sein, wenn Du dein Baby vorsichtshalber vom Kinderarzt anschauen lässt und so sicher sein kannst, dass alles in Ordnung ist. Kopf hoch, Babys bleiben nicht auf ewig so klein und anstrengend. Es wird besser werden. Vielleicht besuchst Du einmal eine Stillgruppe. Der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann ungemein hilfreich und beruhigend sein. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi


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Vielen lieben Dank Biggi, es kommt mir tatsächlich so vor als würde er wenn er abends so schreit einfach nur im Arm gehalten werden wollen! Obwohl er sowieso recht viel herumgeschleppt wird ;o) Bezüglich des Milchflussreflexes: ja tatsäczhlich spüre ich das auch sehr stark wenn die Milch sozusagen zwischen den Mahlzeiten wieder "einschiesst", das ist ein recht heftiges Ziehen von der Seite zur Brustmitte hin, aber ich meine ein anderes Stechen - wirklich wie ein Stich in der Brust - kommt mir schon so vor als wären das 2 verschiedene Dinge bei mir. Seit gestern haben wir noch ein weiteres "Problem" dazubekommen: er spuckt sehr viel ( mehr als bisher) , ich meine mengenmäßig. heute kam zu Mittag zwei mal ein recht großer Schwall heraus, er war aber trotzdem guter Dinge dabei. Mir macht es natürlich Sorgen, dasselbe war schon gestern abends der Fall. Wenn er krank wäre wäre er dann so lustig und fröhlich?? ( er ist 7 Wochen alt) Ich wäre sehr interessiert an einer Stillgruppe, bin aber in Österreich ( Wien) zuhause - hast du da auch Adressen von Stillberaterinnen?? Vielen Dank und liebe Grüße Mirandolina


Biggi Welter

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? Liebe Mirandolina, das Spucken bei einem gut gedeihenden Baby ist kaum ein medizinisches Problem, sondern eher ein Wäscheproblem. Solange das Kind gut zunimmt und gedeiht, besteht normalerweise kein Anlass zur Sorge. Problematisch wäre immer wieder (immer häufiger) auftretendes schwallweises Spucken in hohem Bogen, verbunden mit zu geringer Gewichtszunahme oder sogar einer Gewichtsabnahme. Du kannst dein Baby ja zu deiner eigenen Beruhigung dem Kinderarzt vorstellen, um eine medizinische Ursache ausschließen zu lassen. Das Spucken sieht auch für die Erwachsenen sehr viel unangenehmer aus, als es für das Baby ist. Nach einiger Zeit verliert sich das Spucken bei den meisten Babys und die Waschmaschine kann wieder weniger in Anspruch genommen werden. Meist wird es etwa mit drei Monaten besser, eine Garantie gibt es jedoch nicht. Dein Baby sollte (ausgehend vom niedrigsten Gewicht) durchschnittlich pro Woche mindestens 110 g zunehmen. Haben Babys Spuckprobleme, wird empfohlen, sie während und nach den Mahlzeiten aufrecht zu halten, sie häufig aufstoßen zu lassen und sie häufig, aber für kürzere Zeit anzulegen. Manchmal liegt das Spucken wirklich daran, dass die Babys zu hastig trinken. Achte bitte in jedem Fall auf gutes Anlegen und Ansaugen, denn je weniger Luft dein Kind schluckt, umso weniger muss wieder nach oben. In Wien kannst Du dich an eine der folgenden LLL-Stillberaterinnen wenden: Bozena Gabriel Tel.: 01-7963951 Maria Wiener Tel.: 01-5458030 Andrea Diawara Tel.: 01-8036927 Veronica Paulovics Tel.: 01-8764525 Ulli Zalozieckyi-Stoisser Tel.: 01-4405425 Annemarie Hofstadler Tel.: 01-4402362 Siegrid Holzinger Tel.: 01-2044984 LLLiebe Grüße Biggi


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