Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Sie will nicht mehr an die Brust

Frage: Sie will nicht mehr an die Brust

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Hallo Biggi, lange brauchte ich hier nicht mehr schreiben da ich eiin super Stillverhältnis mit meiner Tochter hatte, sie ist 5,5 Monate alt und wird noch voll gestillt. Seit 3 Tagen weigert sie sich an die Brust zu gehen. sie kommt alle 1,5 stunden aber will nicht an die Brust.. Sie nimmt einen schnuller aber schon von anfang an und es gab damit auch nie Probleme. Aber nun saugt sie einmal an der Brust und dann zieht sie ihren kopf zu seite und schreit.. Was kann das sein ? Ein Schub? Will sie sich abstillen? Wenn ich sie weiterhin anlege endet das nur in ein wahnsinniges geschreie von ihr. Aber auch die Flasche will sie nicht wirklich .Die habe ich ihr angeboten da sie ja trinken muss. Was kann ich tun... Sonst hat das mit dem Stillen immer super geklappt. aber nun sind meine brüste auch immer weich.. ist die Milch weg?? Ich muss ehrlich sagen auf biegen und brechen werde ich nicht weiterstillen wollen aber wenn es wieder klappt gerne.. Vielleicht hast du ja mal wieder gute Tipps für mich LG Anja


Biggi Welter

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Liebe Anja, es klingt ganz so, als ob Du mit deinem Baby einen Stillstreik erlebst. Gründe für einen Stillstreik kann es viele geben und manchmal lässt sich die Ursache für den Stillstreik auch überhaupt nicht finden. Unter Umständen schieben die Zähne in den Kiefer ein (es kann dann noch Monate bis zum ersten Zahn dauern). Eine Erkältung oder eine verstopfte Nase, so dass das Baby beim Trinken behindert wird, Ohrenschmerzen, so dass das Stillen wehtut. All dies kann zu einem Stillstreik führen. Vorsichtshalber sollte deshalb ein streikende Kind vom Arzt angeschaut werden. Wenn die Mutter aus irgendeinem Grund beunruhigt oder aufgebracht ist können Babys auf die Gefühle ihrer Mutter mit einem Streik reagieren. Einen unliebsamen Zwischenfall beim Stillen kann Anlass zu einem Stillstreik sein. Z.B. wenn das Baby gestillt wurde während der/die Arzt/Ärztin es untersucht hat und es dabei erschrocken ist. Kurz: alle einschneidenden Veränderungen oder besondere Situationen im Leben des gestillten Kindes oder seiner Familie können das Kind zu einem Stillstreik bewegen. Wichtig ist, dass Du in dieser Situation nicht die Geduld verlierst und versuchst so ruhig wie möglich zu bleiben. Außerdem haben sich die folgenden Dinge bei einem Stillstreik bewährt: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Vermeide bitte auch wirklich alle künstlichen Sauger. Auch wenn ein Kind monatelang keine Saugverwirrung bekommen hat, kann dies noch passieren und zum Abstillen führen! Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten bzw. wieder dem Bedarf des Baby anzupassen, solltest Du deine Milch ausstreichen oder abpumpen. Die so gewonnene Milch kannst Du deinem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten, z.B. mit einem Becher. Ich wünsche dir gute Nerven und ein baldiges Ende des Streiks. LLLiebe Grüße Biggi


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