DiKa81
Hallo Frau Welter, Hallo Frau Heindel. Ich brauche Ihren Rat. Unsere Tochter ist knapp 6 Wochen alt. Sie hat in den letzten Tagen sehr viel gebrüllt, was ich mir mit einem Wachstumsschub erkläre. Nun schreit sie immernoch sehr viel und der Art ihres Schreiens entnehme ich, dass es wieder/immernoch ihre starken Verdauungsschwierigkeiten sind (gleich nach dem Stillen am schlimmsten, Anziehen der Beinen, unglaublich starkes, permanentes Drücken, häufiges Pupsen, schrilles Schreien immer in diesem Zusammenhang). Ich habe es vor 3 Wochen bereits mit Lefax versucht, inzwischen bekommt sie Carum Carvi Kinderzäpfchen. Sie quält sich im Moment so schlimm und schreit so viel, es tut mir so leid, dass sie offenbar solche Schmerzen hat. Am besten hilft das Tragetuch, gleich nach dem Stillen beginnt sie aber wieder zu schreien. Nun empfiehlt unsere Hebamme einen Schnuller, um die Darmperestaltik anzuregen. Ich bin sehr hin und her gerissen. Ich möchte ihr eigentlich keinen geben, weil ich ihr die Erfahrung von Selbstwirksamkeit gönnen möchte, wenn sie ihren Daumen entdeckt (wann wird das wohl sein?), sie lutscht immer schon an ihrer Faust. Sie soll selbst entscheiden können und nicht von uns abhängig sein, wann sie den Schnuller bekommt. Außerdem möchte ich wach bleiben fur die Gründe des Schreiens statt sie andauernd mit dem Schnuller abzuspeisen. Zudem hab ich Angst vor einer Stillverwirrung. Wenn es ihr aber gegen die Schmerzen hilft - soll ich ihn ihr doch anbieten?! Meinen Finger nimmt sie nicht und ich möchte ihr so gern Erleichterung bieten. Ich wäre über ihre Rückmeldung sehr dankbar und würde mich auch über eine Kontaktnummer in meiner Nähe sehr freuen (PLZ 50859). Herzlichen Dank, Diana
Liebe Diana, ich würde nicht zum Schnuller raten. Zu diesem Thema zitiere ich aus dem "Handbuch für die Stillberatung" von La Leche Liga: „Viele Stillexperten haben beobachtet, dass ein Neugeborenes auf den Wechsel zwischen Brust und Flasche während der ersten Lebenswochen mit Verwirrung reagieren kann (Neifert, 1995). Diese Verwirrung kann dadurch verursacht werden, dass das Baby seine Zunge, seinen Kiefer und seinen Mund beim Stillen anders bewegt als beim Saugen an einer Flasche, einem Beruhigungssauger (Schnuller) und den meisten Formen der Stillhütchen (Newman, 1990). In einer Studie zeigte sich, dass 30 % der Mütter, deren Babys im Krankenhaus Flaschen erhalten hatten, von ernsthaften Stillproblemen berichteten, gegenüber 14 % der Mütter, deren Babys keine Flasche erhalten hatten (Cronenwett, 1992). Kittie Frantz, eine frühere LLL Stillberaterin, Kinderkrankenschwester und Ausbilderin für Stillberatungskurse an der Universität von Kalifornien, Los Angeles, schätzt, dass künstliche Sauger während der ersten drei bis vier Wochen bei 95 % der Babys zu einer augverwirrung führen. Manche Babys reagieren nach einer Woche, während der sie mit der Flasche gefüttert wurden, mit einer Saugverwirrung, andere bereits nach ein oder zwei Flaschen – oder anderen künstlichen Saugern. Ein Baby, das in den ersten drei oder vier Wochen gut an der Brust trinken gelernt hat, ist weniger anfällig für eine Saugverwirrung. ... Dr. Ruth Lawrence warnt vor dem Gebrauch eines Beruhigungssaugers während der ersten Lebenswochen, weil die Möglichkeit besteht, dass das Baby auf den Sauger »geprägt« werden kann. Diese »Prägung« kann dazu führen, dass das Baby eine Vorliebe für feste und unnatürlich geformte Sauger entwickelt. Der Begriff »Prägung« wird auch benutzt, um die Bindung zu beschreiben, die manche Tiere zu dem ersten Objekt oder Lebewesen aufbauen, das sie zu Gesicht bekommen. »Das Saugen am Daumen oder Beruhigungssauger stellt eine Ersatzhandlung dar für etwas, was normalerweise zu einer Prägung auf die mütterliche Brustwarze führt. ... Auch wenn der Begriff ›Saugverwirrung‹ noch keinen Eingang in die medizinische Literatur gefunden hat, gibt es eindeutige psychosomatische Beweise dafür, dass die Prägung eines Menschen durch die Einführung eines Fremdobjektes während der Prägephase verändert werden kann« .“ Blähungen sind bei kleinen Babys relativ häufig. Für eine Stillberaterin besteht der erste Schritt bei einem Kind mit Bauchproblemen darin, die Stillposition, Anlegetechnik und das Saugverhalten des Kindes zu überprüfen. Ein nicht korrekt angelegtes Kind und/oder ein Kind, das nicht richtig saugt, schluckt an der Brust meist sehr viel Luft und darin kann schon die Ursache für Blähungen begründet sein. Solange diese Ursache nicht beseitigt wird, können alle anderen Maßnahmen allenfalls „Kosmetik" betreiben, aber nicht wirklich helfen. Nun kann ich aber weder Sie noch Ihr Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und Ihnen auch nichts zeigen. Am besten wenden Sie sich deshalb einmal an eine Stillberaterin in Ihrer Nähe und lassen sich beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann Ihnen dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann Ihnen erklären, woran Sie erkennen, ob Ihr Kind korrekt saugt und Ihnen überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären. Leider wohen Sie ziemlich in der LLL Diaspora. Wenden Sie sich einmal an Frau Sabine Makrutzki, Tel.: 02235 - 691400, sie kann Ihnen sagen, wer die nächste Beraterin für Sie ist. LLLiebe Grüße, Biggi
DiKa81
Liebe Frau Welter, sehr herzlichen Dank für Ihre prompte Atwort. Ich habe gestern sofort bei Ihrer Kollegin angerufen und fühlte mich gut beraten, wirklich keinen Schnuller zu geben. Ich kann nur sehr hoffen, dass diese furchtbaren Bauchschmerzen bald vorbei sind. Herzliche Grüße, Diana
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