Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Schmerzen in der Brust

Frage: Schmerzen in der Brust

LooRelai

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Hallo :) Erstmal zu uns. Meine Tochter ist mittlerweile 15 Monate alt und wir stillen noch immer gerne. Manchmal morgens, oft abends zum Einschlafen und nachts immer noch oft (die einzige Zeit die wirklich sehr anstrengend für mich ist. Wenn sie nur 2 oder 3 mal an die Brust möchte sind das richtig gute Nächte) Habt ihr Tipps das Stillen nachts zu reduzieren? Einmal die Nacht wäre sooo traumhaft! Meine eigentliches Anliegen ist aber, dass ich schon etwas länger Schmerzen in der einen Brust habe. Abends, wenn ich den ganzen Tag nicht gestillt habe, ist es schlimmer. Manchmal ist es aber auch nachts nach dem Stillen noch. Und es ist immer die selbe Stelle. Dort spüre ich dann einen harten Knoten. Vermutlich die volle Milchdrüse. Aber vor einigen Monaten, als die Büste deutlich mehr spannten wenn ich länger nicht gestillt habe, war es nicht so. Da hat manchmal die ganze Brust wehgetan. Aber nicht nur an dieser Stelle... Ist das normal? Habt ihr Tipps was ich machen kann damit es nicht so weh tut. Ausstreichen geht nicht, weil die Brust gar nicht sooo voll ist. Nur diese eine Drüse. Irgendwann ist natürlich die ganze Brust hart aber weh tun tut es schon früher. Ich habe das Gefühl bei dem heißen Wetter auch wieder mehr Milch zu haben. Kann das sein? Wegen dem erhöhten Flüssigkeitsbedarf ?! Am Tag stille ich nur ganz ganz selten. Höchstens mal zum Trösten... und Wasser trinkt meine Kleine super. Ich Danke euch schon mal für die Antwort! Lg


Biggi Welter

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Liebe LooRelai, es kann vorkommen, dass sich bei einer Frau während der Schwangerschaft oder auch während der Stillzeit einen bösartigen Knoten bildet, aber es ist sehr selten. Wichtig ist es ja deshalb, dass die Frau regelmäßig selbst die Brust abtastet und auch regelmäßig (eben auch während der Schwangerschaft und Stillzeit) zur Krebsvorsorge geht. Wenn eine Frau in der Stillzeit einen Knoten oder eine Verhärtung ertastet und diese Verhärtung nicht durch eine Behandlung wie bei einem Milchstau innerhalb weniger Tage vergeht, dann sollte selbstverständlich eine Ärztin/Arzt die Brust anschauen. Bei Bedarf sind dann sowohl ein Ultraschall als auch eine Mammographie möglich, ohne dass das Stillen unterbrochen werden muss. Frau sollte sich dann lediglich eine Ärztin/Arzt suchen, die über Erfahrung mit einer laktierenden Brust verfügt. Sollte es nach Ultraschall und Mammographie immer noch Zweifel geben, dann kann auch eine Gewebeentnahme in der Stillzeit durchgeführt werden. Aber wie gesagt: zum einen sind Tumore in der Brust während der Stillzeit sehr selten und zum anderen tust Du ja bereits durch das Stillen etwas, um dein persönliches Brustkrebsrisiko zu senken. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und es nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Sie wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Baby ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Sie ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihr und sei du ruhig und klar, so dass sie sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald sie sich etwas beruhigt hat. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... Ich würde mich freuen, wenn Du mir in ein paar Tagen noch einmal schreibst, wie es Euch dann geht. LLLiebe Grüße, Biggi


LooRelai

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Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich habe mir einen Termin beim Frauenarzt gemacht, allerdings ist der erst Ende Juli. Wegen dem nächtlichen Stillen muss es mir wohl noch mehr "auf den Wecker gehen". Wenn sie jetzt so weinen würde, würde ich bestimmt noch einknicken. Über diese Art des Abstillen nachts habe ich schon viel gelesen und bin auch alles im Kopf genau durchgegangen. Sie darf sauer sein, sie wird sich ärgern usw. Ich bin mir aber noch zu unsicher ob ich es durchziehen kann. Und genau wie du sagst spielt diese Unsicherheit wohl eine entscheidende Rolle. Lg


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