Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Schmerzen in der Brust

Frage: Schmerzen in der Brust

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi! Mein Sohn ist zweieinhalb Monate alt und wird voll gestillt. Ich habe sehr viel Milch und sie sprüht am Beginn des Stillens nur so raus. Seit etwa zwei Wochen habe ich bevor die Milch kommt immer so ein Brennen in der Brust, vom Brustansatz runter. Ist das normal? Gibt sich das wieder oder bleibt das jetzt so? Warum habe ich das vorher nicht gehabt und jetzt plötzlich? Ich habe jedenfalls außen keine sichtbaren Probleme wie Pilz oder so, auch die Brustwarzen tun nicht weh. Hoffentlich hast Du einen Tip für mich, denn das ist ganz schön unangenehm. Danke, Regina


Biggi Welter

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Liebe Regina, das klingt nach einem deutlich spürbaren Milchspendereflex. Setzt der Schmerz einige Minuten oder kurz nach dem Anlegen ein? In den Milchseen hinter der Brustwarze und in den Milchgängen sammelt sich etwas Milch. Doch der größte Teil der Milch wird in anderen Teilen der Brust gebildet und aufbewahrt. Durch den Milchspendereflex wird diese Milch in die Milchgänge gepresst und steht so dem Baby zur Verfügung. Während des Stillens löst das Saugen des Babys den Milchspendereflex aus. Beginnt ein Baby zu saugen, senden die rhythmischen Bewegungen seiner Kiefer, Lippen und Zunge über einen Abschnitt des Zwischenhirns (Hypothalamus) Nervenimpulse zur Hypophyse, der Hauptdrüse im Gehirn. Es werden dann zwei Hormone, Prolaktin und Oxytozin, freigesetzt. Oxytozin regt den Milchspendereflex an, der die bandähnlichen Zellen, die die milchbildenden Zellen (Alveolen oder Milchbläschen) umgeben, zum Zusammenziehen und Auspressen der Milch aus allen Teilen der Brust veranlasst. Durch diese Muskelreaktion wird die Milch für das Baby verfügbar, da sie durch die Milchgänge zu den Milchseen (Sinusse) gepresst wird, die sich in der Brust etwa 2,5 Zentimeter hinter der Brustwarze befinden. Manche Mütter haben ein prickelndes, kribbelndes Gefühl oder spüren einen scharfen, stechenden Schmerz oder Krampf beim Einsetzen des Milchspendereflexes. Andere Mütter fühlen gar nichts oder nur gelegentlich etwas. Wenn Du zu den Frauen gehörst, die den Milchspendereflex sehr deutlich und sogar schmerzhaft empfindest, kannst Du dir erstens berechtigte Hoffnung machen, dass sich dieses Gefühl im Laufe der allernächsten Zukunft legen wird und der Schmerz verschwindet und zweitens versuchen, mit Entspannungsübungen (wie die aus dem Geburtsvorbereitungskurs zum Beispiel) dagegen anzugehen. Es wundert mich allerdings, dass dieser Schmerz erst jetzt kommt und es könnte schon sein, dass das Brennen auf einen Soor hindeutet. Die Diagnose Soor muss von einer Ärztin/Arzt gestellt werden. Mögliche Symptome für eine Soorinfektion bei der Mutter sind: starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die seit der Geburt auftreten, während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und durch verbesserte Stillpositionen und Anlegetechniken nicht gelindert werden können, plötzlich einsetzenden Schmerzen der Brustwarzen und/oder Brust nach Ablauf der Neugeborenenperiode, juckende oder brennende Brustwarzen, die rosa oder rot, glänzend und fleckig aussehen und/oder mit einen Ausschlag aus kleinen Bläschen bedeckt sind, offene Brustwarzen, stechende Schmerzen in der Brust während oder nach dem Stillen, schmerzende Brustwarzen und/oder Brüste bei korrektem Gebrauch einer vollautomatischen elektrischen Milchpumpe, Infektionen der Scheide mit Hefepilzen (Monilia). Mögliche Symptome für eine Soorinfektion beim Baby sind: Windelausschlag, cremige, weiße Ablagerungen auf der Innenseite des Munds, der Wangen oder der Zunge des Babys, das Baby wendet sich wiederholt von der Brust ab, ein klickendes Geräusch beim Stillen oder Brustverweigerung (weil es einen schmerzempfindlichen Mund hat), Blähungen und Quengeln in seltenen Fällen kann Soor mit zu einer langsamen Gewichtszunahme beitragen. Das Baby muss keine sichtbaren Symptome haben. Wende dich am besten an deine Ärztin/Arzt und lass deine Brust anschauen. Zusätzlich solltest Du dich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die sich anschauen kann, wie Du dein Baby anlegst und wie es saugt. Probleme mit den Brustwarzen werden in vielen Fällen durch eine ungünstige Anlegetechnik und/oder ein Saugproblem verursacht. Beides kann jedoch nur eine Stillberaterin, die dich und dein Kind sehen kann, beurteilen Wenn Du mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegen LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi! Vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe meine Brüste von einer Frauenärtzin anschauen lassen und die hat keinen Soor feststellen können. Wahrscheinlich hast Du mit Deiner ersten Theorie vom starken Milchspendereflex recht, denn die Schmerzen setzen kurz nach dem Anlegen an, kündigigen praktisch das starke Heraussprühen der Milch an (dauert ca 1 Minute) und hören wieder auf, wenn sich das Sprühen gelegt hat. Seltsam ist, daß ich das Sprühen zwar auch die ersten beiden Monate gehabt habe, der Schmerz dazu aber erst jetzt kommt. Hoffentlich hast Du recht und der Schmerz geht wieder weg. Sonst werde ich mal bei La Leche vorbeischauen, die sind bei mir in der Nähe. Weißt Du wie das dort läuft, kann man da einfach hingehen oder braucht man da einen Termin mit einer Beraterin? Danke nochmals, Regina


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