Mitglied inaktiv
Bin im Moment sehr verzweifelt. Mein Sohn ist jetzt 10 Wochen alt, und schläft nur an meiner Brust ein. Er schläft am Tage höchstens 1-2 Stunden. Das ist doch viel zu wenig oder? Wenn ich ihn morgens stille, trinkt er gut ca. 15 Minuten. Nach zwei Stunden trinkt er dann nur 5 Minuten, schläft ein, ich lege ihn hin, nach ca. 15-30 Minuten wird er wach, trinkt wieder 5 Minuten, das Spiel geht den ganzen Tag so. Kann es sein, das er übermüdet ist, und deswegen nicht richtig trinkt und schläft? Ich würde gerne alle 2 Stunden stillen, und das er dann sich etwas ausruht. Aber wie soll ich das in den Griff kriegen. Soll ich ihn auch tagsüber in sein Bettchen legen? im Moment schläft er immer auf der Couch im Wohnzimmer. Komischerweise wenn ich mittags mit ihm spazieren fahre schläft er gut 2 Stunden im Kinderwagen. Habe aber ständig Angst, wenn ich länger mal mit ihm unterwegs bin, das er wach wird und an den Busen will, obwohl ich ihn bewor wir aus dem Haus gehen, immer stille? Was soll ich nur machen? Kann ich die Methode mit dem Bettchen legen, rausgehen, 3 Minuten warten, reingehen trösten, bei ihm anwenden, oder ist er noch zu klein. Habe den Eindruck er ist tagsüber zu überreizt, weil er nicht anständig trinkt und müde ist, aber nicht ohne Busen einschlafen kann. Wie kann ich das Problem lösen. Das stresst echt ganz schön. Übrigens nachts schläft er gut 11 Stunden. Die letzten drei Tage an einem Stück. Liegt das daran, weil er tagsüber so wenig schläft? Finde das zwar gut, aber wenn es ihm tagsüber nicht gut geht, weil er so überreizt ist, fände ich das nicht gut. Ich will doch nur das Beste für meinen kleinen schatz. Bitte helfen Sie mir!!!!!!
Liebe Bettilinchen, in fast allen Babyratgebern und Hochglanzbroschüren wird ein Bild verbreitet, das etwa so aussieht: das Baby schläft mindestens 20 Stunden pro Tag in seinem Stubenwaagen oder der Wiege, alle vier Stunden verlangt es nach Nahrung und schläft selbstverständlich danach sofort wieder ein, nach den allerersten Wochen hält es eine achtstündige Nachtpause ein und die Mutter ist immer ausgeruht, elegant und sauber gekleidet und empfängt mit einem strahlenden Lächeln die Besucher, die das Baby bewundern wollen. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus, nur sagt einem das fast keiner. Abgesehen von einigen wenigen „Wunderbabys" sind die Mehrzahl aller Kinder auch mit wenigen Wochen bereits längere Zeitspannen wach, wollen am Leben teilnehmen und ihre Welt entdecken. Der „regelmäßige Rhythmus" ist eine Illusion, den es in der Regel nicht viel häufiger gibt als weiße Einhörner und die oft verzweifelten jungen Mütter jagen einem Ideal aus Hochglanzbroschüren hinterher, das mit der Realität wenig zu tun hat. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am Besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, das die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Wird in dieser Situation zugefüttert, so wird in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen und das kann der Beginn des unfreiwilligen, vorzeitigen Abstillens sein. Die Tage sind einfacher, wenn das Baby am Alltag teilnehmen kann. Dazu ist ein Tragetuch das optimale Hilfsmittel. Ein Tragetuch ist fast ein Zaubermittel. Ihr Baby kann die Nähe der Mutter spüren, es wird sich an ihrem Körper beruhigen, die Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Sie haben mindestens eine Hand frei (und auch Ihren Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um andere Dinge zu tun. Versuchen Sie es einmal. Eine Autorin nennt dies so schön „Perspektive teilen". Das Tragetuch ermöglich es dem Kind, am Leben der Familie problemlos teilzunehmen und mit Ihnen die Perspektive zu teilen. Lassen Sie sich von einer tucherfahrenen Frau einmal zeigen, wie vielseitig einsetzbar ein Tragetuch sein kann. Tucherfahrene Frauen finden Sie in fast jeder Stillgruppe und auch sonst wäre es sicher ein guter Gedanke, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen. Neben vielen nützlichen Tipps bekommen Sie dort auch moralische Unterstützung. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Es gibt diese Schlaftrainingsmethoden und sie stehen zur Zeit leider sehr hoch im Kurs. Stillexperten und viele anderes (Fach)Leute lehnen diese Methoden jedoch ab. Stellen Sie sich einmal vor, was es für ein Baby bedeutet zu weinen: es beginnt zu weinen, weil es sich mitteilen will. Eine andere Möglichkeit sich mitzuteilen hat es nicht, es kann nur durch weinen auf sich aufmerksam machen. Nun reagiert niemand auf das Weinen. Seine Kommunikationsversuche werden also ignoriert. Da das Baby kein Zeitgefühl hat, weint es weiter, vielleicht auch lauter. Immer noch kommt keine Reaktion. Inzwischen ist das Baby verzweifelt und sein Hals tut weh vom weinen. Es weint noch ein wenig weiter und hört schließlich vor Erschöpfung und aus Resignation auf. Es hat gelernt: was auch immer ich tue, niemand reagiert, ich bin nichts wert und es bleibt mir nur zu resignieren. Es hat NICHT gelernt: das sind Menschen, die mich lieben, die nach mir schauen, die darauf achten, dass es mir gut geht, denen ich vertrauen kann und denen ich etwas wert bin, sondern es hat gelernt zu resignieren. Vielleicht bilden Sie sich selbst ein Urteil, ob es eine Quälerei für das Kind ist, so zu handeln. LLLiebe Grüße Biggi
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