Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

sanftes Abstillen

Frage: sanftes Abstillen

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Hallo Biggi, ich habe ein ganz grosses Problem mit dem Abstillen. Mein Sohn wird jetzt ein Jahr alt und ich möchte ihn so langsam abstillen! Ich hatte angefangen ihn tagsüber gar nicht mehr zu stillen und nachts nach bedarf -er gebraucht mich gerne als Dauernuckel, was ich nicht so toll finde, weil er dabei so dolle zappelt und sowas ähnliches wie den Milchtritt macht, was sehr unangenehm ist. Ich habe dann angefangen die Stillzeit zu reduzieren, d.h. ich habe mich weggedreht (er schläft bei uns im Bett) und ihm seinen Nuckel gegeben. Er hat dann kurz protestiert und geweint, hat sich dann aber schnell beruhigt und weitergeschlafen. Dann ist er krank geworden und ich habe ihn tagsüber wieder gestillt (er hat sich oft übergeben und nichts ausser mumi drinn behalten, sonst hätte er an Tropf gemusst) das fand er natürlich super und verlangt jetzt nach der Brust, am liebsten als Dauernuckel. Wenn ich ihm die Brust entziehe schreit er und zwar sehr lange und ausgiebig, vor allem nachts. Ich weiss nicht was ich machen soll, ich überlege sogar schon ihn komplett abzustillen... vielleicht kommt er damit besser zu recht?? Ich bin wirklich verzweifelt, weil ich ihm die harte Tour gerne ersparen würde. Er läßt sich nachts auch nicht beruhigen, ich habe schon Tee- und Milchflasche probiert, die er tagsüber annimmt, aber nachts muss es die Brust sein. Wenn ich ihn rumtrage beruhigt er sich auch nur sehr schwer, und wenn ich ihn dann wieder hinlege geht das geschrei wieder los. Aber er tut mir beim Stillen regelrecht weh, wenn er mich so "durchknetet" und ich möchte auch mal wieder etwas besser schlafen. Wie kann ich es ihm leichter machen??? Ich hoffe du hast einen Tipp für mich. Danke schon mal und sorry das es so lang geworden ist!! LG Tina


Biggi Welter

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Liebe Tina, dein Sohn spürt, dass Du dich ihm entziehen willst und das macht ihn unsicher, so dass er noch mehr "klammert", noch stärker deine Nähe und die Geborgenheit an der Brust sucht. Das Abstillen jetzt mit aller Macht "durchziehen" zu wollen, wird viel Kraft und Tränen bei allen Beteiligten fordern. Vielleicht kannst Du dich noch ein wenig gedulden und erst einmal wieder etwas Ruhe einkehren lassen. Du kannst deinem Sohn klar sagen, dass dir das Kneten weh tut und ihn von der Brust nehmen, sobald er damit beginnt. Er wird sich schnell daran gewöhnen und vielleicht stört es dich dann nicht mehr so sehr. Entwicklungsbedingt wachen sehr viele Baby in diesem Alter nachts häufig auf und suchen dann nicht nur die Nahrung aus der Mutterbrust, sondern auch die Sicherheit und Geborgenheit, die das Stillen automatisch mit sich bringt. Das ist anstrengend für die Mutter, doch es gibt kein Patentrezept, wie ein Kind in dieser Situation zu längeren Schlafphasen "gebracht" werden kann. Auch das Abstillen ist keine Garantie für ruhigere Nächte, im Gegenteil: Nicht wenige Eltern erleben, dass sich dadurch am Schlafverhalten Ihres Kindes gar nichts zum Positiven wandelt und manche Kinder wachen sogar noch häufiger auf. Wenn Du dir aber für dich sicher bist, dass Du nachts nicht mehr stillen magst, dann wird das vermutlich nicht ganz ohne Trauer bei deinem Kind gehen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. In diesen Gesprächen kannst Du dein Kind immer wieder darauf hinweisen, dass Du der Meinung bist, dass das Stillen in der Nacht nun eingeschränkt wird, dass Du es aber weiterhin genau so sehr lieb hast, wie schon immer. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja in der ersten Zeit zuerst stillen und dann deinem Partner übergeben. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Mit Geduld, Ruhe und viel Liebe, werdet ihr das schaffen. LLLiebe Grüße Biggi


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