bin001
Liebe Frau Welte. Vorab vielen Dank für Ihre Arbeit hier im Forum - schön, dass man bei Ihnen und Ihren Kollegen hier immer ein offenes Ohr für den Kummer und Fragen hat, die sonst oft als "Gluckenmäßig" abgetan werden. Nun meine Frage. Mein Sohn ist heute 10 Monate alt und ein wahres Duracell-Häschen. Schlafen kann er nur beim Kinderwagenschieben, wenn es gut läuft 1 Stunde vormittags, 1-2 nachmittags. Und mit dem Essen hat er es nicht so - laut Kinderarzt, ist er zwar etwas zu leicht, aber gut proportioniert und ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Gestillt werden möchte er nur noch nachts. 18 Uhr gibt es den ersten Schwung eines Abendbreis, dann eine ruhige Spielpause mit Papa und dann der zweite Schwung. Meist schafft/will er aber nur 70-100ml, dann reibt er sich die Augen und verweigert. Meist ist es dann 19:30 Uhr, wenn wir uns ins Schlafzimmer zurückziehen. Ich stille ihn dann auf einem Sessel und er schläft dabei ein. Das Legen in sein Bett, neben meinem, ist meist einfach. Im Normalfall schläft er dann, bis wir gegen 23 Uhr ins Bett gehen. Erkältungen oder Zahnen mal ausgenommen. ;) Früher habe ich ihn dann noch gegen 23 Uhr und dann noch mal gegen 3 und dann vor dem Aufstehen gegen 6 gestillt und ihn wieder in sein Bett gelegt, wo er ruhig geschlafen hat. Wir haben ein heruntergetimmtes Nachtlicht, dass ich zum Zurechtfinden brauche und dass außerhalb seines Blickfeldes am Boden steht. Vor zwei Monaten habe ich mir eine Lendenwirbelblockade eingefangen. Weil ich den Kleinen nicht mehr heben konnte, hat ihn mein Mann dann bei unserem Bettgang neben mich gelegt. Seit dem teilen wir uns das Bett mit einem Stillkissen. Seit ca 2 Wochen ist mein Sohn aber total unruhg beim Schlafen. Dreht und wendet sich, richtet sich auf, krabbelt im Schlafsack durch das Bett, wirft sich herum etc. Gegen 3 ist die Nacht für mich so zu Ende, weil ich wach bin, damit er nicht herausfällt oder mich mit Armen, Beinen oder Kopf recht schmerzhaft trifft. Meinem Rücken geht es halbwegs wieder gut, aber die alte Routine lässt sich nicht mehr herstellen. Schläft er beim Stillen nachts wieder ein, lege ich ihn in sein Bett und keine 5 Sekunden später, steht er am Rand, streckt die Arme nach mir aus oder randaliert an der Bettumrandung, bis er sich stößt und spätestens dann brüllt. Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr! Nehme ich ihn wieder in mein Bett, kann ich ihn nur kurzfristig mit Stillen beruhigen. Diese Nacht 5 Mal. Dannach rotiert er wieder durchs Bett, liegt auf mir oder dem Kissen, rüttelt von außen an seinem Bett... Ich bin selbständig und arbeite halbtags. Langsam geht das Schlafverhalten aber auch an meine Substanz. Soll ich abstillen (ich kann nicht einschätzen, ob da überhaupt noch genug kommt) oder ihn schreien lassen (was mir zutiefst gegen den Strich gehen würde) oder das Licht ausschalten oder gibt es noch etwas als Hilfe? Ich wäre Ihnen für Ihren Rat sehr dankbar! Besten Dank für Ihre Hilfe. Liebe, aber müde, Grüße Jeanny
Liebe Jeanny, Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Ab- oder Wenigerstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, könntest Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Du hast Angst, dass dein Kind aus dem Bett fallen könnte. Diese Angst, das Kind könnte aus dem Bett fallen haben viele Mütter und doch funktioniert es gerade bei einem Kind das bereits fast ein Jahr ist recht gut, es im Elternbett (alleine) liegen zu haben. Die meisten Kinder haben recht schnell raus, wie sie aus dem Bett herauskrabbeln können, ohne zu stürzen. Als Absicherung kannst Du entweder das Kinderbett an eine Seite stellen (mit der Matratze auf der gleichen Höhe wie euer Bett und dem Gitter auf der dem Elternbett zugewandten Seite abmontiert) oder aber Du stellst das Bett mit einer Breitseite gegen die Wand und legst auf der anderen Seite eine (Kinderbett)Matratze zum Abpolstern bei einem eventuellen Herausfallen auf den Boden. Es gibt auch Bettgitter, die sich problemlos an der Seite des Bettes befestigen lassen. Viele Eltern entscheiden sich auch für eine etwas „radikalere" Lösung und bauen das Bettgestell einfach ab, legen die Matratzen auf den Lattenrost auf den Boden und dann ist das Herausfallen auch kein Problem mehr. Auf diese Weise musst Du dein Kind nicht schnell und mit viel Tränen aus dem gemeinsamen Bett verbannen, ehe es so weit ist, dass es von selbst auszieht oder Du den Abschied allmählich gestalten kannst. Wäre das eine Lösung für dich? LLLiebe Grüße, Biggi
bin001
Lieben Dank! Ja, das mit dem Abpolstern der Seiten mit angestelltem Bett bzw. Stillkissen (und Mann) auf der anderen Seite machen wir schon, nur die Fußseite ist noch offen. Und auch das Abstillen möchte ich gern noch bis vor den Krippengang oder wie er es eben braucht hinauszögern, um ihm nicht Mama und Stillen gleichzeitig zu nehmen. Aber was kann ich machen, dass mein Sohn in der Nacht "ruhiger" ist bzw. schläft. Er macht das ja erst seit kurzem, aber eben sehr aktiv. Ich habe oft sogar das Gefühl, dass er eine Schlafposition sucht! Runter an das Fußende, legt sich über meine Füße, hoch zu Papas Hüfte, dann zu mir aufs Kopfkissen, umschauen, 180 Grad Wende und dann auf meinen Bauch, liegt dabei auf seiner rechten oder linken Seite, auf dem Bauch, auf dem Rücken - alles in rascher Folge. Und leider trifft er dabei eben auch oft meinen Kopf, ich bekomme Hände ins Gesicht, seinen Hinterkopf an das Kinn etc. - so ist es wsh. für uns alle Drei ein unschönes Schlafen. Und Schlaf brauchen wir alle Drei dringend. Gibt es nicht irgend ein Hausmittel, Lavendelkissen oder ähnliches? Sollte ich auf mein Kissen verzichten? Eher ins Bett gehen, ihn zum Stillen bei unserem Zubettgehen wecken oder was könnten wir noch tun? Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr und bin hundemüde, was mir in meinem Arbeitsalltag inzwischen auch auffällt. :( Ich wäre über Ideen froh. LG Jeanny
Liebe Jeanny, meinem Sohn hat es geholfen, als wir ihm einen Schlafsack gekauft hatten. Die Begrenzung gab ihm wohl Sicherheit und er schlaf viel besser. Auch ein warmes Lavendelkissen hat ihm gut getan und noch heute liebt er den Duft... Probiere es mal aus, vielleicht klappt es bei Euch auch...? Lieben Gruß Biggi
bin001
Danke nochmals. Schlafsack haben wir von Anfang an. Aber Lavendel probieren wir unbedingt. LG Jeanny
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