Mitglied inaktiv
Meine Tochter Sarah ist jetzt 9 Monate alt. Ich habe sie von Anfang an gestillt. Seit ca. 3 Monaten füttere ich zu; diese Nahrung nimmt sie ohne größere Probleme zu sich. Da meine Brüste seit ihrer Geburt häufig zu wenig Milch produziert haben, habe ich sie nach den Breimahlzeiten immer angelegt, um den Milchfluß in Gang zu halten. Nun habe ich mir vorgenommen, sie langsam abzustillen. Seit drei Tagen stille ich sie nur noch morgens und abends. Da Sarah die Stillmomente gerne zum Einschlafen nutzt, habe ich seit diesen drei Tagen sehr große Probleme mit ihr: sie will ohne Brust nicht einschlafen, ist demnach unausgeglichen und weinerlich, versucht immer wieder, an meine Brust zu kommen, weint viel und läßt sich auch durch Schmusen und Schunkeln nicht beruhigen. Wenn ich sie dann abends anlege, ist sie völlig erschöpft. Mein Mann kann sie in solchen Momenten auch nicht beruhigen. Ich würde mir mit dem Abstillen ja mehr Zeit lassen, jedoch werde ich in einigen Monaten wieder arbeiten. Wer kann mir Tipps geben, wie ich die kleine Maus schonend aber bestimmt abstillen kann? Ich hatte mir vorgenommen, zuerst die Stillmahlzeiten tagsüber, später die am Abend und zuletzt die Mahlzeit am Morgen abzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Sarah sich irgendwann von alleine abstillt, halte ich für sehr gering. Für Hilfe bin ich dankbar, Steffi
? Liebe Steffi, die Wahrscheinlichkeit, dass sich Sarah irgendwann alleine abstillt ist 100 %! Allerdings kann Ihnen niemand sagen, wann dieses irgendwann sein wird, denn das selbstbestimmte Abstillen eines Kindes findet statistisch gesehen irgendwann zwischen dem zweiten und vierten Geburtstag des Kindes statt wobei es Abweichungen nach unten und oben geben kann. Die folgebden Vorgehensweisen haben sich beim Abstillen eines älteren Babys bewährt: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Beim nächtlichen Abstillen kann es hilfreich sein, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihm zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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