Mitglied inaktiv
Hallo! Ich bin in der 20SSW und möchte gerne stillen. Ich selbst leide an Neurodermitis und habe seit einigen Wochen Probleme mit der rechten Brust. Am Übergang Brustwarze zum Brustwarzenvorhof habe ich eine kleine Stelle die immer wieder auf geht udn etwas nässt, außerdem tut es fürchterlich weh - habe schon mit Lansinoh versucht hilft nicht. Was kann ich noch tun?
? Liebe Christina, Neurodermitis an der Brust kann eine Herausforderung beim Stillen sein, doch es heißt keineswegs, dass Sie nicht stillen können. Es ist günstig, wenn Sie es schaffen, dass Ihre Brust bis zur Geburt möglichst abgeheilt ist. Das heißt neben sorgfältiger Pflege eventuell auch eine vorübergehende Behandlung mit cortisonhaltigen Produkten. Sprechen Sie mir Ihrer Ärztin/Arzt darüber, was da für Sie in Frage kommen könnte. Auch in der Stillzeit ist bei Ekzemen und Neurodermitis eine Behandlung mit Cortison nicht ausgeschlossen. Vergessen Sie bitte auch alles, was Sie über die Vorbereitung oder gar das Abhärten der Brustwarzen gehört haben!!!!! Es ist ohnehin nicht möglich und auch nicht wünschenswert die Brustwarzen abzuhärten. Brustwarzen sind sensibles, erektiles Gewebe und dieses Gewebe kann nicht abgehärtet werden und die Empfindsamkeit sollte keinesfalls beeinträchtig werden. (Niemand käme auf den Gedanken einen Penis abzuhärten). Die beste Vorbereitung auf das Stillen ist gute Information, dies beugt auch einem „Milchmangel" vor. Am besten besorgen Sie sich möglichst bald ein gutes Stillbuch (z.B. „Stillen - Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit" von Marta Guoth-Gumberger und Elizabeth Hormann, „Das Handbuch für die stillende Mutter" von der La Leche Liga, „Stillen - einfach nur stillen" von Gwen Gotsch, das erste bekommen Sie im Buchhandel, die beiden letzteren im Buchhandel, bei der La Leche Liga oder jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns)). Ein Stillbuch hat den Vorteil, dass Sie in Ruhe lesen können und bei Bedarf auch immer wieder bestimmte Stichpunkte nachschlagen können. Außerdem ist es ratsam, dass Sie sich nach einer Stillberaterin vor Ort umschauen und ein oder mehrere Stillgruppentreffen besuchen. In einer Stillgruppe treffen Sie nicht nur andere stillende Mütter, sondern Sie lernen auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, für den Fall, dass es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen sollte. Außerdem sehen Sie „live" wie ein Baby korrekt angelegt wird. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich informieren. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird. Deshalb ist es entscheidend, dass Sie sich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informieren. Nochmals: Ganz wichtig ist dass Sie wissen, wie korrekt angelegt ist und woran Sie erkennen, dass das Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt. Ich wünsche Ihnen eine schöne Schwangerschaft und eine gute Geburt LLLiebe Grüße Biggi Welter
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