Mitglied inaktiv
Hallo ! Wie kann ich natürlich abstillen, ohne das ich Pillen schlucken muß. Meine Tochter ist 4 Monate und fütter eigendlich schon lange zu.Ich habe noch Milch, aber nicht mehr so viel das sie satt wird. Außerdem rauche ich wieder und das will ich meiner Kleinen nicht antun.Wieviel sollte sie eigendlich zu sich nehmen, mit 4 Monaten. Sie trinkt am Tag so 600 ml. Vielen Dank für die Antwort. Gruß Lisa
? Liebe Lisa, Abstillen ist etwas Natürliches, was vollkommen ohne Medikamente erfolgen kann und soll. Abstillmedikamente sind sehr kritisch zu sehen. Diese Medikamente können ganz erhebliche Nebenwirkungen haben und sollten deshalb wirklich nur sehr, sehr überlegt eingesetzt werden. Angesichts möglicher Risiken für die Mutter sollten beim Abstillen physikalischen Maßnahmen wie Kühlung (Quark- oder Eiswickel) den Vorzug gegenüber Ergotaminpräparaten erhalten. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin („Pravidel") zum Abstillen zurückgezogen (Herings et al., 1995). Außerdem haben sehr viele Frauen die Erfahrung gemacht, dass diese Medikamente nicht gewirkt haben oder es nach dem Absetzen der Medikamente zu einem erneuten Milcheinschuss kommt und die Wirksamkeit dieser Präparate nach der Neugeborenenperiode ist nicht bewiesen. Beim Abstillen gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen anbieten, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche (oder auch deutlich länger) können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch homöopathische und naturheilkundliche Mittel, die den Abstillprozess unterstützen. Wenn Sie sich dafür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/ Arzt oder Hebamme. Die Trinkmenge für ein Baby in diesem Alter beträgt etwa ein Sechstel seines Körpergewichtes, doch das ist nur eine Faustregel, die keinesfalls die für das einzelne Kind erforderliche exakte Menge angibt. Natürlich ist es das Beste, wenn eine stillende Mutter nicht raucht, darüber brauchen wir wohl nicht zu diskutieren. Doch Rauchen und Stillen schließen sich gegenseitig keinesfalls aus. Wenn man sich die Situation mal objektiv anschaut, wird ein Kind einer Raucherin in einem Umfeld mit Zigarettenrauchs mit all seinen Nachteilen aufwachsen. Demgegenüber stehen die Vorteile des Stillens, auch wenn die Milch mit Nikotin belastet sein wird. Nikotin tritt rasch in die Muttermilch über. Cotinin, das wichtigste Stoffwechselprodukt des Nikotins, erscheint ebenfalls rasch in der Muttermilch. Mit zunehmender Zahl gerauchter Zigaretten steigen Nikotin- und Cotiningehalt in der Muttermilch an (Schwartz-Bickenbach et al., 1987). Neben Nikotin und Cotinin sind weitere hochgiftige und auch krebserregende Stoffe in der Muttermilch von Raucherinnen zu erwarten. So sind z.B. die Kadmiumkonzentrationen in der Muttermilch gegenüber denen von Nichtraucherinnen deutlich erhöht (Radisch et al., 1987). Mögliche Folgen des mütterlichen Rauchens können bei der Mutter ein niedrigerer Prolaktinspiegel und beim Baby ein höheres Risiko für Atemwegserkrankungen, ein höheres Risiko für den Plötzlichen Kindstod und bei extrem starken Rauchen Erbrechen, Durchfall und schneller Herzschlag sein. Diese kindlichen Probleme treten aber auch bei passivem Rauchen auf. Der Plötzliche Kindstod (SIDS) kommt häufiger vor bei Babys von Rauchern. Gestillte Babys von Rauchern haben ein SIDS Risiko, das dem von nicht gestillten (nicht gestillte Babys haben ein höheres Risiko als gestillte Babys) Babys von Nichtrauchern gleich ist. Babys von Rauchern haben häufiger Atemwegserkrankungen. Diese Auswirkungen des Rauchens werden abgemildert wenn das Babys gestillt wird. Im der neuen Ausgabe von „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Schaefer und Spielmann 6. Auflage, Juni 2001 steht: „Stillenden Müttern ist dringend zu raten, das Rauchen einzustellen und auch darauf zu achten, dass der Säugling nicht durch andere Raucher in der Umgebung mitrauchen muss. Wenn nicht bereits während der Schwangerschaft, sollte spätestens ab der Geburt der Haushalt zur Nichtraucherzone erklärt werden. Sollte der Mutter das Einstellen des Rauchens nicht möglich sein, muss zumindest versucht werden, die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten auf 5 zu begrenzen. Ob ab 10 oder 15 Zigaretten täglich empfohlen werden sollte (Anmerkung: andere Autoren geben eine Zahl von 20 an) ist müßig zu erörtern. Es gibt keine Studien, die belegen, ab welcher Zigarettenzahl die Vorteile des Stillens von den Nachteilen des Rauchens überwogen werden. Außerdem ist nicht nur die Anzahl relevant. Das individuelle Rauchverhalten wie Inhalieren, Verwerfen von Zigarettenresten und Markenwahl beeinflusst den Toxineintrag in die Milch ebenfalls erheblich. Einige Autoren empfehlen, wenigstens 2 bis 3 Stunden vor dem Anlegen nicht zu rauchen. Dies erscheint bei Vielraucherinnen wenig praktikabel. Es mag aber als Anreiz zum Wenigerrauchen dienen." Die Mutter sollte - auch in ihrem eigenen Interesse - versuchen, den Zigarettenkonsum möglichst gering zu halten und nicht neben dem Kind rauchen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Ähnliche Fragen
Hallo! Mein Sohn ist nun 19 Monate alt und ich würde gerne bald abstillen. Momentan wird er nur noch zum Mittagsschlaf und nachts gestillt. Mein Mann und ich sind uns sehr unsicher, wie wir das abstillen gestalten können ohne, dass es mit nächtelangen exzessiven schreien endet. Wir haben versucht tagsüber ohne Stillen mit ihm schlafen zu gehen, a ...
Liebe Biggi, mein Kind ist aktuell knapp über zwei Jahre alt und wird noch gestillt. Nach Trennung von meinem Expartner hat das Stillen sogar noch zugenommen und mein Kind will am Tage und nachts noch verhältnismäßig häufig gestillt werden (viel Unruhe und Spannungen). Jetzt war mein Expartner beim Kinderarzt und hat sich zum Abstillen beraten las ...
Versehentlich doppelter Beitrag
Liebe Biggi, zuerst vielen Dank, dass es hier die Möglichkeit zur Beratung gibt und du dir immer so ausführlich Zeit nimmst! Ich möchte dir gerne von unserem Thema erzählen und deine Meinung dazu erbeten: Meine Kleine ist 15 Monate alt und wird ausschließlich gestillt, keine Flasche, kein Schnuller. Sie ist ein sehr zartes Kind und isst mal mehr u ...
Hallo Biggi, Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit dich fragen zu können. Mein Sohn ist nun 14 Monate alt, und leider waren die Nächte schon immer schlecht (1-2hliches aufwachen und nur durch stillen wieder einschlafen) hatten es jedoch zwischendurch mal geschafft ihn ohne großen Protest nur durch meine Entschlossenheit auf 3 Nächtliche Stillma ...
Mein Ziel ist es mit einem Jahr abgestillt zu haben aus diversen Gründen. Ich bin aber total unsicher, ob es das Beste für mein Kind ist. Meine Tochter ist jetzt 9 Monate alt und ich stille noch 2x tagsüber und 2x nachts. Sie isst recht gut und scheint mit dem Abstillen klarzukommen. Ich gebe keine zusätzliche Pre-Milch, aber sie isst mittlerwe ...
Hallo Biggi, vor ca. einem Jahr hatte ich bereits eine Frage zum Abstillen gestellt. Ich habe meine Tochter, nun drei Jahre alt, mit zwei Jahren recht abrupt leider abgestillt. Seitdem spielt sie gerne Baby, diese Phase hält immer noch an, insbesondere in Situationen wenn sie überwältigt oder müde ist. Wenn sie meine Brust sieht möchte sie auch im ...
Hallo Biggi, mein Baby ist 9 Monate alt und tagsüber bereits vollständig abgestillt. Es bekommt tagsüber Beikost und PRE nach Bedarf. Abends zum Einschlafen und nachts wird noch gestillt. Wir schlafen im Familienbett, und nachts dockt sich mein Baby teilweise selbst an. Ich möchte definitiv bis zum 1. Geburtstag vollständig abgestillt sein; PRE w ...
Hallo, mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und wurde ausschließlich gestillt. Also er hat nie die Flasche bekommen auch kein Schnuller zur Beruhigung. Da er nachts sehr häufig aufwacht um an der Brust zu trinken habe ich vorgestern beschlossen nachts abzustillen. Er ist sprachlich schon sehr weit und hat auch den Tag über immer wieder gesagt: heute A ...
Liebe Biggi, eigentlich ist meine Stillreise vorerst vorbei. Ich habe seit November 2021 im Prinzip über 4,5 Jahre durchgängig gestillt - erst ein Kind, dann ein paar Tage Tandem bis das erste keine Lust mehr hatte und dann das zweite Kind. Junior 2 hat das Stillen über zweieinhalb Jahre durchgezogen, das letzte halbe Jahr davon in erster Linie ab ...
Die letzten 10 Beiträge
- Langzeitstillen und arbeiten- wie am besten vereinbaren
- Haarausfall /Stillen
- 17 Monate altes Baby stillt nachts allen1-2 Stunde
- Stillen 13 Monate
- Baby nimmt zu viel zu / Dauernuckeln
- Schmerzen beim Ansaugen - 1,5 jähriges Kind
- Zufüttern trotz genügend Muttermilch?
- Milch-Honig Duschgel
- Klümpchen in der Muttermilch
- Kolostrummenge