Inexisi10
Liebes Stillberatungsteam, Wie zuvor geschrieben haben wir Probleme mit dem nächtlichen Einschlafen. An unserer Situation hat sich bis dato leider nichts geändert. Im Gegenteil es ist sogar noch schlimmer geworden. Der kleine Mann wacht auf und ist nicht mehr zum einschlafen zu bekommen. Er schreit sehr viel und lässt sich nur sehr schlecht beruhigen. Ich möchte für mich aber auch für ihn endlich konsequent etwas ändern und abends Abstillen. Er wird am 2.9. ein Jahr alt. Wir sind zu der Auffassung gekommen, dass er nicht in den Tiefschlaf von selbst kommt und deshalb vermehrt wach ist. Er ist tagsüber sehr aktiv und ein guter Esser. Nun möchte ich für mich Abstillen, ich bin einfach nur noch fertig. Ich weiss es wird nochmal eine harte Zeit werden. Ich möchte nur noch mal um Rat fragen wie wir am besten vorgehen. Laut Kinderärztin benötigt er im der Nacht keine stillmalhlzeit mehr. Flasche hat er seit Geburt an nicht akzeptiert und diese möchte ich jetzt auch nicht mehr einführen. Ich stille vor dem zu Bett gehen noch einmal. Kann ich dies auch weg lassen und sollte lieber den abendbrei später füttern? Wie gehen wir am besten vor? Mein Freund steht uns tapfer zur Seite und würde mithelfen. Wie machen wir es richtig wenn er aus lauter Wut darüber das er die Brust nicht bekommt, schreit? Ich habe Angst dass wir ihn wieder eine neue Einschlafhilfe anerziehen. Ich möchte das er endlich von selbst in den Schlaf findet und beim aufwachen dies auch wieder anwenden kann ohne fremde Hilfe. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Ps: er schläft bei uns im Schlafzimmer, ich muss ihn meist dann in der Nacht zu uns holen,möchte aber das er lernt in seinem Bett weiter zu schlafen. Was wäre hier eine Lösung? Liebe Grüße
Liebe Inexisi10, ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die auch mit 12 Monaten noch nicht so weit sind. Es kann also sein, dass Du in der Nacht noch die Flasche geben musst, wenn Du Pre-Milch gibst kann diese wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden. Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, könntest Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Natürlich kannst Du trotzdem versuchen, Dein Baby abzustillen. DU kennst DEIN Baby am besten und spüren, was dein Kind verkraften kann und was nicht. Wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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