Halimon
Liebe Biggi, meine 13M alte Tochter hat noch nie längere Zeit am Stück geschlafen. Als sie noch kleiner war, schaffte sie tw 3h, inzwischen kommt sie nachts eher stündlich. Durchaus aber auch halbstündlich. Sie verlangt dann sehr entschieden nach der Brust und ich merke, wie ich immer weniger bereit bin, nachts um halb zwei, halb drei, halb vier etc. zu stillen, insbesondere weil ich um 06:00 aufstehen muss. Dazu kommt, dass sie vom Gewicht wirklich sehr weit oben liegt, ich denke inzwischen über der 100. Perzentile. Sie ist tagsüber sehr aktiv und wir achten auf gesunde Beikost, sie trinkt sonst auch nur Wasser. Ich würde gerne nachts abstillen, sie tagsüber zum Einschlafen aber noch weiter stillen. Denkst du, das ist möglich und ein Kind in dem Alter kann verstehen, dass es zum Einschlafen stillen darf, danach aber nicht mehr? Gibt es eine Methode, die du empfiehlst? Dass mit massivem Protest zu rechnen ist, weiß ich. Hätte es für mein Kind in dem Alter noch Nachteile, sie nachts nicht mehr zu stillen? Und muss ich befürchten, dass sie vielleicht auch nach dem Abstillen gleich oft aufwacht, das Stillen als schnelle Einschlafhilfe dann aber nicht mehr zu Verfügung steht? Sie schläft bei uns im Bett. Vielen Dank und liebe Grüße!
Liebe Halimon, ja, leider kann genau das passieren, denn Dein Baby wacht nicht nur auf, weil es Hunger hat, sondern weil es Nähe und Geborgenheit sucht. Stillen ist aber auch eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Mit viel Geduld und liebevoller Konsequenz schaffst Du das! Am besten wäre es, wenn Du schrittweise vorgehen würdest und anfangs stillfreie Stunden einführen würdest. Kennst Du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre Deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von Dir aus Deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf Dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du Deiner Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und Dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst Du an einem Wochenende beginnen, damit Du tagsüber etwas ausruhen kannst. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst Du das! Lieben Gruß Biggi
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