Mitglied inaktiv
Hallo. Ich möchte in ein paar Wochen mit Hilfe meines Mannes nachts abstillen. Er nimmt sich nach dem ersten Geburtstag unseres Sohnes(jetzt ca.10 Monate alt) 3 Wochen Urlaub und übernimmt die Nachtdienste. Ich stille noch sehr viel nachts- 20/22/1/3/5 und 7 Uhr. Mir macht das nächtliche Stillen nichts aus, da mein Sohn ab dem ersten Stillbedarf mit in mein Bett darf und ich schlafend stille, ich möchte jedoch bald komplett abstillen, da ich wieder anfange zu arbeiten(ich will arbeiten und Stillen definitiv NICHT verbinden, da ich mit potentiell infektiösem Material arbeite) Die eigentliche Frage ist, ob es besser für den Kleinen wäre ganz "ohne" auszuhalten und nur Wasser zu geben, wenn wirklich Durst da ist-damit er weiß, das er wirklich nix mehr bekommt. Oder kurz stillen zur Beruhigung und zum schlafen bringen wieder meinem Mann übergeben?!? Dabei sähe ich dann den Erfolg in Gefahr, nach den drei Wochen nachts stillfrei zu sein? Vor einem Milchstau habe ich weniger Angst, da ich tendenziell eher zuwenig als genug Milch habe und immer für ausreichende "Produktion" kämpfen musste. Danke und LG
Kristina Wrede
Liebe schnuck82, ich sehe, dass du dir schon ziemlich genau überlegt hast, wie es laufen kann und womit zu rechnen ist. Generell ist es einfacher, allmählich abzustillen, statt von heute auf morgen dem Kind die Brust komplett zu entziehen. Es geht ja nicht nur um die Milch, sondern ganz viel -besonders in diesem Alter- um die Nähe und das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, das die Kinder beim Stillen tanken... Dein Kind versteht nichts von infektiösem Material und Nachtruhe, die Mamas brauchen, wenn sie arbeiten gehen müssen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halten wir z.B. nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist, denn diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen. Nun bist du ja nicht aus der Welt, wenn der Papa nachts dein Kind beruhigt und ablenkt. Aber wie gesagt, dein Baby braucht vor allem DEINE Nähe, denn du bist vermutlich seine wichtigste Bezugsperson. Wie soll er verstehen, dass du dich ihm entziehst, und das noch doppelt? Es kann Sinn machen, dass du jetzt schon beginnst mit der Einführung einer "stillfreien Zeit". Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Und wenn er diesen Schritt erst einmal geschafft hat, wird es zum kompletten Abstillen auch nicht mehr so schwer werden! Lieben Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Das mit dem doppelten Entzug klingt sehr sinnvoll, ich werde meinen "Plan" noch mal überdenken. :-) Vielen Dank!
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