Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Mundsoor

Biggi Welter

 Biggi Welter
Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Mundsoor

hummel80

Guten Abend, Mittlerweile bin ich ein bisschen angespannt wegen einem ständig wiederkehrenden mundsoor bei meiner kleinen. Es ist immer nur ganz wenig, nur ein bis drei Stellen an ihrer Lippe. Jedes Mal infecto Soor Mundgel. Hatte es auch mit ihrem Urin und Borax probiert, ein paar Tage und dann doch wieder Gel. Dieses Mal hab ich nur zwei 1/2 Tage nach verschwinden der Stellen nach einem Tag weitergemacht. Sonst immer 7 Tage. Es ist nervig und langsam weiß ich nicht mehr, woran es liegen soll. Das Antibiotika kurz vor und unter der Geburt hat sicher dazu beigetragen. Ich stille voll und möchte das so so gern weiter tun. Ich hatte in der Brust und an einer Brustwarze nur einmal Probleme (vor neun Wochen). Das vierte Mal nun mit Abstand von etwa drei bis vier Wochen jeweils ist vorbei und langsam hab ich richtig Angst, dass es wiederkommt. Geb ich ihr was schlechtes mit der Milch? Kann es denn ohne Symptome in den Gängen sitzen? Könnte sie selbst dann mit starkem Immunsystem es doch schaffen allein klarzukommen? Ich verstehe nicht, alle sagen, die Pilze hat sowieso so gut wie jeder, warum mach ich mich dann so verrückt und wasche alles, was damit in Berührung kommt mit 90 Grad oder sagrotan? Warum desinfiziere ich Türklinken und seifenspender? Warum werf ich die vaporisierten (gibt es das Wort?😉) Nuckel weg und kaufe neue und die ausgekochten Löffel vom viganthol Öl? Wechsel täglich mein Handtuch nach dem duschen. Ich weiß nicht, was ich vergesse. Sogar alles was sie mit de Händen berührt in der Behandlungszeit, die evtl vorher im Mund waren,wasch ich. Ich möchte so gern einfach die stillzeit genießen - haben Sie Ideen, was ich vergesse? Ist das Medikament für meine Maus (jetzt 14 Wochen) weil wiederkehrend schädlich? Vielen Dank


Biggi Welter

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Liebe hummel80, Soor ist eine ungeheuer hartnäckige Sache und muss mit ebenso ungeheurer Konsequenz mit dem richtigen Mittel und lange genug behandelt werden. Ganz wichtig ist dabei, dass nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter (Brust) behandelt wird, auch wenn die Mutter, was allerdings nur sehr selten der Fall ist, symptomfrei erscheint. Wird nur das Kind behandelt und die Mutter nicht, dann stecken sich beide gegenseitig immer wieder an (Ping Pong Effekt). Da Pilzinfektionen so seeeeehr hartnäckig sind, ist neben der Behandlung absolute Hygiene unabdinglich ist absolute Hygiene wichtig und Du musst auch noch weiter behandeln, wenn schon alle Symptome verschwunden sind. Die Pilze halten sich nämlich noch eine Weile, nachdem die Symptome bereits verschwunden sind und schlagen erneut zu, wenn die Behandlung zu früh beendet wird. Candida albicans, der Erreger des Soors liebt Zucker und deshalb wird bei Soorbefall empfohlen auf Zucker weitgehend zu verzichten. Muttermilch enthält Laktose, das ist ebenfalls ein Zucker und Candidapilze leben ganz gut davon. Deshalb sollte bei einem Soorinfektion die Milch nach dem Stillen nicht auf den Brustwarzen eintrocknen, sondern mit klarem Wasser abgewaschen werden, um dem Soor die Lebensgrundlage zu entziehen. Hier noch einige generelle Hinweise zum Thema Soor: Nachdem die Behandlung der Soorinfektion begonnen wurde, können die Beschwerden für ein bis zwei Tage schlimmer erscheinen, bevor eine Besserung eintritt. Die Mutter sollte ihre Brustwarzen nach jedem Stillen mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen, da Soor in Milch und feuchtem Milieu gut gedeiht. Bis der Schmerz verschwindet, können folgende Vorschläge dazu beitragen, das Stillen weniger schmerzhaft zu machen: häufigere, kürzere Stillmahlzeiten anbieten, an der weniger schmerzhaften Seite zuerst anlegen (wenn es eine weniger schmerzhafte Seite gibt), den Saugschluss des Babys unterbrechen, bevor es von der Brust genommen wird, indem sanft am Kinn des Babys oder am Mundwinkel des Babys gezogen wird. Soorpilze können sich an vielen Stellen (einschließlich Muttermilch) halten. Deshalb sollte sich die Mutter ihre Hände häufig waschen und die folgenden Vorsichtsmaßnahmen einhalten, um einen Rückfall zu vermeiden. Das Baby kann mit abgepumpter Milch gefüttert werden. Die Milch, die während einer Soorinfektion abgepumpt wurde, sollte jedoch nicht aufbewahrt und eingefroren werden. Einfrieren inaktiviert Hefepilze, tötet sie aber nicht ab (Rosa 1990). Daher kann eingefrorene Milch, die das Baby nach Abschluss der Behandlung erhält, einen Rückfall verursachen. Erhält das Baby einen Beruhigungssauger oder werden Flaschensauger oder Beißringe benutzt, müssen sie einmal täglich zwanzig Minuten lang ausgekocht werden, um die Soorerreger abzutöten. Nach einer Behandlungsdauer von einer Woche sollten sie weggeworfen und neue gekauft werden. Wird eine Milchpumpe benutzt, müssen alle Teile, die mit der Milch in Berührung kommen (mit Ausnahme der Gummidichtungen), täglich ausgekocht werden. Einmalstilleinlagen sollten nach jedem Stillen weggeworfen werden. Stilleinlagen aus Stoff sollte die Mutter nach jedem Stillen wechseln und erst wieder benutzen, nachdem sie in heißem Seifenwasser gewaschen wurden. Ist das Baby bereits alt genug, um mit Spielsachen zu spielen, muss alles, was es in den Mund nehmen kann, häufig mit heißem Seifenwasser abgewaschen werden, um eine erneute Infektion und ein Weiterverbreiten der Infektion an andere Kinder zu verhindern. Ich wünsche euch, dass ihr den Soor bald überwunden habt und dann die Stillzeit noch lange genießen könnt. LLLiebe Grüße Biggi


hummel80

Nachtrag: die Brust hab ich mit dem Gel natürlich vorsorglich immer mit behandelt


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