Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milchstau

Frage: Milchstau

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Hallo, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen. Ich habe fast jede Woche eine Milchstau. Ich muß dazu sagen, daß ich vor ca. 8 Wochen eine Brustentzündung hatte. Da hat mir meine Hebamme sehr geholfen. Sie hat mir die gestockte Milch ausgedrückt und ich nacher noch den Rest. Seitdem habe ich fast jede Woche eine Milchstau. Mein Frauenarzt hat mir eine Milchpumpe empfohlen, daß ich jeden Tag einmal die Brust entlehre, aber bei mir kommt beim pumpen fast nichts raus und meine Brustwarzen tun höllisch weh. Beim ersten mal haben sich sogar Hautfetzen von der Bruswarze gelöst. Erst Vorgestern habe ich eine Milchstau auf der linken Seite gehabt mit Fieber und Schüttelfrost,und gestern hat es auf der rechten Seite angefangen. Viele sagen, ich soll abstillen, dann habe ich meine Ruhe, aber ich möchte nicht unbedingt. Erstens ist Muttermilch gesund und zweitens habe ich die Stillzeit nur für meine Tochter(da wir eine Gaststätte haben und die Zeit immer knapp ist). Ich würde mich freuen, wenn mir jemand Rat geben könnte, wie ich die ständigen Milchstaus vermeiden kann. Besten Dank. Susanne


Biggi Welter

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Liebe Susanne, kein Wunder, dass Du frustriert bist, ständige Milchstaus sind kein Vergnügen. Wie oft legst Du deine Tochter denn inzwischen an? Eine häufige Ursache für Milchstaus ist zu seltenes Anlegen. Wenn dann auch noch der Brustwarzenhof so gespannt ist, dass die Warze flach wird, kann das Baby die Brust nicht gut fassen und auch nur schlecht melken (vielfach wird in dieser Situation auch der Milchspendereflex nicht ausgelöst), so dass der Stau unter Umständen noch schlimmer wird, da die Brust nicht gut entleert wird. Du solltest deine Tochter zumindest einige Zeit lang mindestens alle zwei Stunden anlegen und auch nachts keine große Pause einlegen. Achte beim Anlegen ganz genau auf die richtige Anlegetechnik und auch auf die Stellung deiner Hand beim Halten der Brust. Der in vielen Stillratgebern immer noch gezeigte "Zigarettengriff", bei dem die Brustwarze zwischen Zeigefinger und Mittelfinger gehalten wird, kann zu Milchstaus führen, weil so Milchgänge abgeklemmt werden können. Richtig hältst Du die Brust, wenn der Daumen oben liegt (ein Stück hinter dem Warzenhof) und die restlichen vier Finger die Brust von unten stützen. Wechsele zwischen verschiedenen Stillpositionen ab, damit die Saugwirkung nicht immer nur in die gleiche Richtung zielt. Saugt deine Tochter korrekt? Bekommt sie noch zusätzliche Nahrung oder Flüssigkeit aus der Flasche? Hat sie einen Schnuller? Möglicherweise braucht deine Tochter noch Anleitung, um das korrekte Trinken an der Brust zu erlernen. Deine Tochter muss nicht "wie ein Vampir saugen", sondern mit den richtigen Mund- und Zungenbewegungen. Wie ist denn die Gewichtszunahme bei deiner Tochter? Kannst Du verhärtete Bezirke in der Brust tasten (und wo liegen diese harten Stellen) oder ist die ganze Brust hart? Umgrenzte Verhärtungen können häufig besser aufgelöst werden, wenn Du dein Baby so anlegst, dass sein Kinn auf die harte Stelle gerichtet ist. Unmittelbar vor dem Stillen solltest Du deine Brust massieren. Lass dir von einer Stillberaterin die "Marmet-Technik" zeigen. Zusätzlich sind Entspannungsübungen (z.B. die, die Du im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast) nützlich, um die Milch zum fließen zu bringen. Es gibt auch die Möglichkeit von chronisch gestauten Milchgängen. Diese lösen sich unter Umständen, wenn die Mutter alle Fette, die sie zu sich nimmt, durch hochungesättigte Fette ersetzt und zusätzlich täglich einen Eßlöffel flüsseiges Lecithin einnimmt (Lawrence 1985). Die Einnahme von Vitamin C kann ebenfalls helfen. Außerdem solltest Du dir so viel Ruhe wie irgendmöglich gönnen. Leg dich mit deiner Tochter ins Bett, schlafe tagsüber, wenn dein Baby schläft. Tu etwas für dich (vielleicht magst Du dich bei diesem tollen Wetter mit einem Buch oder schöner Musik im Schatten in einen Liegestuhl legen). Ich hoffe dir etwas weitergeholfen zu haben, melde dich doch wieder und beantworte vielleicht meine Fragen. LLLiebe Grüße Biggi


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