Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, mein Sohn (8,5 Monate) nahm bis kurz vor Weihnachten kontinuierlich zu, lag mit Größe und Gewicht immer genau auf der mittleren Kurve im U-Heft. Seit ich zufüttere, ist ein bissel der Wurm drin. Er isst seinen Mittagsbrei sehr gerne,meistens leert er mindestens das Gläschen. Milchbrei aß er anfangs gut, begann dann aber Brot zu bevorzugen und mäkelte am Brei rum, schafft aber natürlich nicht viel Brot. (Null Zahn) Nachmittags isst er schlecht das Obst-Getreide-Zeug, er mag keine Sorte wirklich. Ich hab dann hinterher immer noch ein bissel gestillt, dass er satt wurde. Dachte ich :-((( Morgens und gegen 9 habe ich immer gestillt. er war eigentlich immer zufrieden, dachte ich. Gestern war ich beim Doc, weil er Bronchitis hat. Die KÄ bemerkte die Gewichtsstagnation (Seit Mitte Dezember nur 200 g zugenommen)und meinte, ich müsste mit dem Stillen aufhören, wahrscheinlich kommt gar nix mehr, der Zwerg nuckelt halt und gibt sich zufrieden, weil er gar nicht gewöhnt ist, dass da was kommt. Das wäre die Gefahr bei so "lange" gestillten Kindern. Ich hab mich plötzlich so schlecht gefühlt, dass ich mein Kind anscheinend hungern lass, dass mir vor Schreck heute früh wirklich glatt die Milch weggeblieben ist. ;-). Bin dann panisch in den Schlecker gelaufen und hab Milumil 3 und alle mögliche Sauger und Flaschen gekauft.Er lehnt eigentlich alle ab. Inzwischen frage ich mich aber: Kann man nicht doch noch ein bissel Milch "ranzüchten?" Liegt die Gewichtsstagnation wirklich an zu wenig Milch und nicht eher an zu wenig von der anderen Nahrung? Wäre das baby wirklich zufrieden und würde am Vormittag ruhig schlafen und hinterher noch bis mittags um 12 stillhalten, wenn er den ganzen Morgen nix zu futtern gekriegt hätte? Außerdem läuft auch jetzt noch oft sichtbar die Milch aus, wenn der Kleene mal abdockt und ich spüre immer noch, wenn der Michfluss einsetzt, allerdings muss dazu schon etwas länger als früher "vorgenuckelt" werden. Wie siehst du das, sollte ich noch einen Versuch starten? Oder endgültig abstillen? Vielleicht kannst Du mir aus der Ferne helfen. Danke. Assi
Liebe Assi, Beikost hat weniger Kalorien als Muttermilch, wird vom Körper des Kindes schlechter verwertet und so kann die Einführung der Beikost dazu führen, dass die Gewichstzunahme sich deutlich verlangsamt. So haben z.B. Karotten gerade mal 22 kcal pro 100 g, im Gegensatz zu Muttermilch mit fast 70 kcal pro 100g. Das bedeutet, dass Du mit der Beikost eine Nahrung mit niedrigerem Kalorienwert einführst und dadurch die hochkalorische Nahrung (Muttermilch) ersetzst, was eher zu einer Verlangsamung der Gewichtszunahme, denn zu einer Steigerung der Zunahme führen wird. Ganz sicherlich lässt sich die Milchmenge wieder steigern und deine Milch ist nicht einfach "weg". Es kommt höchst selten vor, dass die Milch plötzlich "wegbleibt". Solche Situationen gibt es, wenn die Mutter plötzlich einem überaus großen Stress ausgesetzt ist (z.B. weil das Kind einen Unfall hatte oder andere einschneidende Ereignisse vorgefallen sind). Dann kann es dazu kommen, dass die Muter so verkrampft ist, dass der Milchspendereflex ausbleibt. Aber wie schon gesagt, das ist sehr selten, außerdem vorübergehend und man kann etwas dagegen tun. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Du solltest in den nächsten Tagen sooft wie nur möglich stillen. Um das Interesse deines Babys an der Brust wachzuhalten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und läßt es aufstossen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses "Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Eventuell ist es sinnvoll zusätzlich zu pumpen. Wenn gepumpt wird, dann sollte eine möglichst effektive Pumpe verwendet werden, am besten eine vollautomatische, elektrische Kolbenpumpe mit Doppelpumpset. Zu wenig Milch ist eine medizinische Indikation für die Verordnung der Pumpe durch den Arzt (auf der Verordnung muss "mit Zubehör" stehen, sonst musst Du das Zubehör selbst zahlen). Wenn Du beim Pumpen keine oder nur wenig Milch aus der Brust bekommst, bedeutet dies nicht automatisch, dass zu wenig Milch vorhanden ist. Abpumpen muss gelernt und geübt werden und nicht jede Pumpe ist wirklich für den ihr zugedachten Zweck geeignet. Lass dir am besten von einer Stillberaterin in deiner Nähe den richtigen Umgang mit einer Pumpe zeigen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich dir schon einmal eine Stillberaterin in deiner Nähe herausgesucht habe. Wenn nicht, kann ich das anhand von deiner Postleitzahl tun. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung ("schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig. Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar "Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Wenn deine Milchmenge nach ein paar Tagen auf diese Weise nicht mehr werden sollte, melde dich bitte nochmals. Ich hoffe, dir ein wenig weitergeholfen zu haben und wünsche euch bald eine problemlose Stillzeit. LLLiebe Grüße Biggi
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