Mitglied inaktiv
Liebe Frau Welter, Carina ist nun 6 Monate alt und bekommt seit ca. 3 Wochen mittags Gemüse-Kartoffel-Brei. Den ißt sie sehr gerne, nach anfänglichen 2-3 Teelöffeln verputzt sie mittlerweile über 200 g. Das Essen vom Löffel macht ihr sichtbar Spaß. Auch den Obst-Brei, den ich ihr seit einigen Tagen nachmittags gebe, ißt sie gerne. Ich habe jetzt nur das Problem, daß immer mehr die Brust verpöhnt. Sie trinkt mittlerweile nur noch 1 x in der Nacht richtig gut und am Vormittag. Abends nuckelt sie nur noch etwas herum, trinkt aber meiner Meinung nach keine große Menge mehr. Nach den Brei-Mahlzeiten hat es auch keinen Sinn mehr, sie anzulegen, weil sie sich rundum satt ißt. Entwöhnt sie sich etwa jetzt von der Brust und stillt sich selbst ab? Aber sie ist doch erst 6 Monate alt. Was mache ich, wenn sie gar nicht mehr an die Brust will? Flüssigkeit muß sie zwar genug bekommen, weil der Stuhlgang (1-3 x am Tag) ist relativ weich und breiig. Aber sie muß doch in ihrem Alter noch eine bestimmte Menge an Milch bekommen. Für eine kurze Antwort wäre ich sehr dankbar. Liebe Grüße Iris
? Liebe Iris, so ganz komme ich nicht raus aus dem, was Sie schreiben. Ich versuche jetzt einmal zusammenzufassen, ob ich Sie richtig verstanden habe. Ihre Tochter bekommt zwei Breimahlzeiten und wird ansonsten gestillt, trinkt aber nur noch dreimal innerhalb von 24 Stunden. Dabei ist eine der drei Stillzeiten nach Ihrem Eindruck allerdings so, dass Ihr Kind nicht wirklich trinkt, sondern nuckelt. Ein Kind mit sechs Monaten stillt sich noch nicht ab. Es ist schon sehr ungewöhnlich, wenn sich ein Kind (das uneingeschränkten Zugang zur Brust hat und keine anderen Sauger bekommt) vor dem ersten Geburtstag abstillt. Deshalb ist auch nicht anzunehmen, dass Ihre Tochter sich jetzt abstillt. Unter Umständen ist Ihre Tochter gerade in einer Phase, in der das Leben so aufregend ist, dass sie einfach keine Zeit zum Stillen hat. Dafür spricht, dass Sie in der Nacht (wenn es wenig oder keine Ablenkung gibt) gut an der Brust trinkt. Es gibt immer wieder Zeiten, in denen die Kinder so leicht abzulenken sind und nicht selten wird diese (vorübergehende) Ablenkbarkeit fehlinterpretiert als vom Kind eingeleitetes Abstillen. Versuchen Sie einmal, ob es besser geht beim Stillen, wenn Sie sich mit Ihrem Kind zum Stillen in eine ruhige, „langweilige" vielleicht auch abgedunkelte Umgebung zurückziehen. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Solange Ihr Kind gut gedeiht und keine Probleme mit Verstopfung hat, ist davon auszugehen, dass es genügend Flüssigkeit und Nahrung bekommt und mit zwei Beikostmahlzeiten + drei Stillzeiten müsste sein Bedarf gedeckt sein. Haben Sie Geduld mit Ihrer Kleinen, wahrscheinlich wird sie recht bald wieder zu einem unproblematischen Stillverhalten zurückkehren. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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