Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Liebevolles Abstillen nach 15 Monaten

Frage: Liebevolles Abstillen nach 15 Monaten

Nadine2407

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Hallo liebe Stillberaterinnen, meine Tochter ist mittlerweile 15 Monate alt und stillt im Moment wieder sehr viel (tagsüber 6-8 Mal, nachts noch 2-3 Mal). Wir haben sehr ums Stillen gekämpft, aber ich würde diese hohe Anzahl gerne etwas reduzieren, besonders tagsüber. Die Kleine fordert die Brust vehement ein, entweder mit Worten ("Mama, Miii") oder indem sie an meinem Oberteil zerrt. Ich biete sie ihr nicht mehr aktiv an. Sie isst bereits große Portionen am Tisch mit, so dass sie die Milch eigentlich nicht mehr braucht. Wenn ich das Stillen verweigere, artet das meist in einen Trotzanfall oder schlimmes Weinen aus. Das möchte ich natürlich nicht, ich möchte den Prozess des Abstillens liebevoll gestalten. Habt ihr Tipps für mich?


Biggi Welter

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Liebe Nadine2407, am besten baust Du allmählich die Stillzeiten ab bzw. verkürzt sie. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Erfahrungsgemäß fällt es den Kleinen am schwersten, die Abendstillzeit aufzugeben. Da hilft es, wenn du ein schönes, kuscheliges Ritual einführst, das ohne Stillen abläuft. Zunächst z.B. im Wohnzimmer noch ein bisschen stillen, dann im Schlafzimmer das Zubettgeh-RItual machen funktioniert ganz gut. Vielleicht helfen die auch die Tipps aus den Büchern von Elizabeth Pantley? Wichtig ist, dass deine Kleine spürt, dass Du ihr zwar die Brust entziehst, nicht aber deine Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen. Ich hoffe, die Antwort hilft dir ein wenig weiter. LLLiebe Grüße Biggi


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