Marikeks
Hallo! Mein Sohn ist jetzt knapp zwei Jahre alt und aus verschiedenen Gründen habe ich mich entschlossen, ihn abzustillen. Bis vor ein paar Wochen bekam er die Brust immer wenn er wollte. Der Hauptgrund für meine Entscheidung ist, dass er wahnsinnig oft aufwacht, sowohl aus dem Mittags- als auch aus dem Nachtschlaf, und ich dadurch zu nichts komme (bin allein erziehend). Er schläft bisher fast immer an der Brust ein und oft genug wacht er auf sobald ich sie ihm wegziehe, sodass ich oft einfach bei ihm im Bett liegen bleibe (er hat zwar ein eigenes Bett, schläft aber immer mit in meinem). Ich habe mich über sanftes Abstillen informiert, bei dem man das Kind zunächst an der Brust fast einschlafen lässt und das letzte Stückchen durch Nähe usw. in den Schlaf begleitet. Wir sind jetzt an dem Punkt, wo er die Brust nur abends zum Einschlafen bekommt und nachts gar nicht mehr. Genauso beim Mittagsschlaf. Wenn er durch schläft ist alles super, wenn nicht, versuchen wir, dass er "alleine" wieder in den Schlaf zurück findet. Bisher klappt es auch ganz gut, zumal er ja auch mittlerweile recht viel versteht und wenn ich sage dass die Milch alle ist und er am Morgen wieder nuckeln kann akzeptiert er das mehr oder weniger. Aber manchmal ist es ganz schlimm und das führt mich hier ins Forum. Manchmal wacht er auf und verlangt nach der Brust und kommt überhaupt nicht zurecht wenn ich sie ihm verweigere. Er weint und zappelt, will kuscheln und dann wieder nicht. Wenn ich ihn auf den Arm nehme schimpft er und wehrt sich bis er wieder neben mir liegt. Ich habe mal ein Buch überflogen in dem es heißt man soll die Kinder festhalten wenn sie weinen, auch wenn sie sich noch so sehr dagegen sträuben, damit sie sich akzeptiert und in ihrem Kummer erkannt fühlen. Aber es fühlt sich komisch an meinen Sohn gegen seinen Willen festzuhalten. Nur wie soll ich ihn also beruhigen, wenn er gar keine Nähe zulässt, bzw. danach verlangt und dann wiederum mich wegstößt? Er ist eben sehr verzweifelt und ich versuche mein Bestes, ihn durch Singen, Reden, Streicheln zu beruhigen. Aber das geht manchmal über eine halbe Stunde so und laugt mich sehr aus. Haben Sie einen Rat für mich? Vielen Dank schon mal im Voraus
Liebe Marikeks, so lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung und auch Ablehnung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Abende und Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dein Kleiner wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie er in diesem zarten Alter seinen Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass dein Kleiner sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du ihn ein wenig ablenken wollen (falls er sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in seiner Nähe und versicherst ihm, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald er sich etwas beruhigt hat. Festhalten würde ich persönlich nicht, wenn das Kind sich wehrt. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... LLLiebe Grüße, Biggi
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