Mitglied inaktiv
Hallo liebe Biggi, langsam möchte ich meine Tochter (18 Monate) nun ganz abstillen. Wir sind auch soweit "durch", nur morgens - so zwischen 4.00 -5.00 Uhr - meldet sie sich mit Hunger (und an der Art, wie sie trinkt, ist es wirklich Hunger). Dann stille ich sie noch. Wie soll ich diese Mahlzeit denn ausfallen lassen? Sie lehnt Kuh- oder "Kunst"-Milch rigeros ab. Soll ihr denn einen Fruchtzwerg o.ä. so früh geben? Ich denke da auch an Zucker und die Zähne... Es bringt auch nichts, ihr tagsüber mehr Essen anzubieten oder die letzte Mahlzeit noch mehr nach hinten zu legen (bekommt sie schon direkt vorm Zähneputzen und ins Bett gehen) Hast Du vielleicht einen Tip für mich? Ach und noch etwas: Es soll mal einen ausführlichen Bericht über Prolaktinhemmer gegeben haben, den finde ich aber nicht mehr. Komme ich da noch irgendwie dran? 1000 Dank im voraus Anja
? Liebe Anja, zunächst zu den Prolaktinhemmern. Über diese Medikamente und vor allem über ihre möglichen Nebenwirkungen ließe sich ein ganzes Buch schreiben und ich weiß nicht, was genau Du suchst. Tatsache ist, dass Bromocriptin (Handelname in Deutschland z.B. Pravidel) in den USA schon lange nicht mehr als Abstillmittel zugelassen ist und dass die Wirkung von Prolaktionhemmern nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode nicht nachgewiesen ist. Nach 18 Monaten Stillzeit ist ein Abstillen mit einem Prolaktinhemmer keineswegs mehr sinnvoll (da wirkungslos abgesehen von den Nebenwirkungen). In „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann 6. Auflage 2001 steht dazu Folgendes: „Zum Abstillen ist vor allem Bromocriptin eingesetzt worden. Angesichts möglicher Risiken für die Mutter soll es nicht mehr routinemäßig zu diesem Zweck genommen werden (Arzneimittelkommission 1989). Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin zum Abstillen zurückgezogen (Herings 1995). Statt dessen sollen physikalische Maßnahmen wie gut sitzende, unterstützende Bekleidung sowie Kühlung und Entleerung bis zur Erleichterung den Vorzug gegenüber Ergotaminderivaten erhalten. Bei Mastitis ist Bettruhe, häufiges Entleeren mit Wärmeanwendung vorher und Kälte nachher sowie ggf. antibiotische Therapie zu empfehlen. Hochbinden der Brust wird wegen der Gefahr eines Milchstaus nicht mehr empfohlen." Nun zum vollständigen Abstillen deines Kindes. Ein radikaler Brustentzug wird für dein Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Außerdem möchte ich dir das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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