Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, hier sind wieder mal die Mädels aus Wien mit einer Frage! Nachdem jetzt alles sooo gut gelaufen ist und Sarah (fast neun Wochen) in unserer ersten Woche ohne Stillhütchen 300 g zugenommen hat, sind wir jetzt seit 2 Tagen in einer Phase, die mich wieder sehr ratlos und manchmal verzweifelt macht! Sarah hat immer in sehr kurzen Abständen trinken wollen, bin ich schon gewöhnt. Jetzt fängt sie aber untertags oft gleich oder nach ein paar Schlucken an zu schreien und will die Brust nicht mehr nehmen. Nehme ich sie hoch, stopft sie aber die Fäuste rein und weint weiter. Heute war ich morgens ganz fertig, stellte aber plötzlich fest, dass sie an meiner Schulter eingeschlafen war. Dann hat sie fast 3 Stunden geschlafen und dann richtig viel, wie nachts immer, getrunken. Kann es sein, dass ich Hunger interpretiere, wenn sie gar keinen hat? Schreit sie vielleicht, weil sie gar nicht trinken will? Wie unterscheide ich das? Hat sie vielleicht schon längere Abstände und ich will ihr zu oft die Brust reinstopfen? Können Fäuste im Mund auch was anderes bedeuten - nur nuckeln? Viele Fragen - sorry, aber ich mach mir schon wieder Sorgen, meine grösste Angst war immer, dass das Kind aus Hunger am Busen schreit. Vielen Dank schon mal! LG, Ilse
? Liebe Ilse, es kann viele Gründe geben, warum deine Tochter sich so verhält, wie Du es beschreibst. Es können die Zähen in den Kiefer einschieben, was manchen Kindern mehr Mühe bereitet, als das eigentliche Zahnen, es kann aber auch sein, dass jetzt - ohne Stillhütchen - die Milch sehr viel schneller fließt und dein Baby damit nicht so gut zurecht kommt, bzw. sich erst daran gewöhnen muss. Beobachte doch bitte einmal eine Stillzeit ganz genau. Verschluckt sich dein Baby sehr leicht? Hast Du den Eindruck, dass die Milch sehr rasch aus deiner Brust fließt? Fließt deinem Kind Milch aus den Mundwinkeln, weil es beim Schlucken nicht nachkommt? Wenn Du die obigen Fragen mit „Ja" beantworten kannst, dann könnte es sein, dass Du einen sehr starken Milchspendereflex hast und dein Baby mit der plötzlich in großer Menge fließenden Milch nicht zurechtkommt. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg Dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen". Dazu hältst Du Dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als Deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du Dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du Dein Baby von unten mit zwei Kissen in Deinem Schoß und lehnst Dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. - biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg-auf-Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) - lass das Baby oft aufstoßen. - vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Probier mal, ob euch das hilft. LLLiebe Grüße Biggi
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