Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ist das noch normal? Mit 11 Wochen trinkt mein Baby alle 2 Stunden

Frage: Ist das noch normal? Mit 11 Wochen trinkt mein Baby alle 2 Stunden

Vogelbaby17

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Hallo. Mein Baby ist genau 11 Wochen alt. Ich stille voll. Von Tag 1 an kommt es von selbst alle 2 Stunden, rund um die Uhr. Daran hat sich noch nichts geändert. Einmal hat er mit 3 Wochen 4 Stunden geschlafen und mit 9 Wochen hat er zweimal tagsüber 3 Stunden Abstand gehabt. Ansonsten sind es maximal 2 Stunden, meistens eher weniger. Ich stille eine Seite ca. 10 Minuten, die zweite Seite will er nicht mehr. Ich stille zwischen 15 und 20 mal in 24 Stunden. Wir haben ihn schon mühsam an den Schnuller gewöhnt, um sein Nuckelbedürfnis zu stillen. Das war ein Tipp meiner Hebamme. Jedoch ist dadurch keine Verbesserung eingetreten. Nach 2 Stunden besteht er auf die Brust und lässt sich nicht anders beruhigen. Da es in den letzten Tagen nochmal mehr geworden ist und er teilweise noch nicht mal eine Stunde Pause macht, frage ich mich, ob das noch normal ist? Was kann ich tun, um die Abstände zu verlängern? Ich habe in 3 Wochen einen Termin und habe mir immer gedacht abzupumpen, damit das Baby versorgt werden kann. Ich komme durch das viele anlegen aber gar nicht dazu. Ich bin wirklich ratlos und überall zu hören und zu lesen, dass die anderen Babys schon viel längere Pausen haben, deprimiert, auch wenn man die Kinder nicht vergleichen soll... Danke für einen Tipp! Vogelmama17


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Vogelmama17, das„Marathonstillen“ ist in diesem Alter so weit verbreitet, dass es als „normal“ angesehen werden sollte. Der Fachausdruck dafür lautet „Cluster Feeding“. So kleine Babys wollen häufig, aber vor allem in unregelmäßigen Abständen gestillt werden und fast alle Babys haben eine Tageszeit, zu der sie fast ununterbrochen an der Brust trinken (oder auch nur nuckeln) wollen. Das Marathonstillen kann für Sie sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Altersstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Darum raten wir erst dann zur Gabe von künstlicher Milch, wenn keine andere Maßnahme geholfen hat - oder das Kind deutlich zu wenig zugenommen hat! Ich kann Ihnen gerne empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in ihrer Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem werden Sie sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie Ihr kleines Menschlein. Falls Sie noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin haben, sollten Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die Ihnen beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob Ihr Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


Vogelbaby17

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Heißt das mein Baby ist ein extrem Cluster Feeding Baby? Er will ja rund um die Uhr spätestens nach 2 Stunden an die Brust und nicht an bestimmten Abschnitten des Tages. Und sollte ich ihn wecken, wenn er mal beim Trinken einschläft? Vielen Dank. Vogelmama17


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