LisaundLea
Hallo, meine Tochter ist jetzt 8 Wochen alt. Am Anfang hat das Stillen sehr gut geklappt. Nach ca. 4 Wochen hat sie angefangen sich tagsüber immer wieder von der Brust abzustoßen, sich steif zu machen, wild mit den Armen zu rudern und zu schreien. Innerhalb einer Stillmahlzeit wird der Intervall aus trinken und abstoßen dann immer kürzer. Woran genau das liegt kann ich nicht sagen und auch nicht wie ich mich dabei verhalten soll. Eine Zeit lang funktionierte das Stillen im Liegen etwas besser (auch da hat sie sich abgestoßen aber weniger gezappelt und geschrien). Ich habe auch versucht mich in eine ruhige Umgebung zurückzuziehen und/oder ein leichtes Tuch über sie zu legen, damit sie nicht abgelenkt ist. Dann habe ich versucht sie eben häppchenweise zu stillen und wenn sie anfängt zu zappeln wieder abzunehmen. Auch das hatte keinen langfristigen erfolg. Auch ihr mehr Halt zu geben hat nicht funktioniert, auch nicht durch Pucken. Dazwischen war eine Zeit in der es wieder recht problemlos ging, indem ich für mehr Beschäftigung gesorgt habe. Nun ist es allerdings so, dass sie nur dann richtig trinkt, wenn sie richtig hungrig ist. Das macht uns aber sehr abhängig vom Schnuller (den wir davor eigentlich fast nie im Einsatz hatten und der ihr auch immer wieder aus dem Mund fällt), da nur der sie in der Zwischenzeit beruhigen kann. Das Hauptproblem dabei ist aber, dass ich nie sagen kann, ob sie trinken will oder nicht. Ich teste immer wieder sobald sie anfängt links und rechts zu suchen und an der Hand zu nuckeln und zu schreien. Das ganze ist dadurch sehr kräftezehrend. Nachts gibt es dagegen keine Probleme. Sie trinkt so ca. alle 2,5 - 3 Stunden ohne abzudocken und schläft dann gleich weiter. Über einen Tipp wäre ich sehr dankbar.
Liebe LisaundLea, auf Anhieb gibt es mehrere mögliche Ursachen für das Verhalten deines Babys. Zum einen erlebt dein Kind jetzt seine Umwelt immer bewusster und muss daher die Ereignisse des Tages verarbeiten. Das bedeutet für manche der kleinen Menschlein, dass sie sehr unruhig sind, weinen und an der Brust ebenfalls unruhig sind. Hier hilft es, die Tage möglichst ruhig verlaufen zu lassen, den Abend sanft ausklingen zu lassen und dem Kind Nähe, Ruhe und Halt zu geben. Keine hektischen Versuche mit immer neuen Ideen das Kind zur Ruhe zu bringen, sondern so wenig „Action" wie möglich. Den Raum abdunkeln, beruhigend mit dem Baby sprechen oder ihm etwas leise vorsingen. Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wird das Baby gut in eine Decke eingewickelt, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn ein Kind auf diese Weise eingepackt ist, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Eine andere Ursache kann der Schnuller oder die Flasche sein. Schnuller können wie alle künstlichen Sauger zu einer Saugverwirrung führen. Ist das Kind dann auch noch erregt oder besonders müde, dann „erinnert" es sich unter Umständen nicht mehr an die korrekte Trinktechnik für die Brust. In diesem Fall hilft nur konsequentes Verzichten auf alle künstlichen Sauger. Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Am besten besprichst Du mit einer Stillberaterin in deiner Nähe, wie Du vorgehen kannst. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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