Baby 7 Wochen beim Einschlafen helfen

 Biggi Welter Frage an Biggi Welter Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

Frage: Baby 7 Wochen beim Einschlafen helfen

Hallo Frau Welter, unsere Tochter ist 7 Wochen alt und schläft nachts zum Glück nach / während dem Stillen ein. Tagsüber schläft sie normalerweise nicht (nachhaltig) nach dem Stillen, und ist erstmal wach. Meistens ist sie dann für so 30 Min zufrieden und fängt dann an zu weinen. Ich vermute, es ist eine Mischung aus Müdigkeit und Hunger, manchmal (je nachdem, wie viel Zeit verstrichen ist) lege ich sie nochmal an, oder packe sie in die Trage zum Schlafen. In der Trage gibts meistens erstmal ein bisschen lautstarkes Gebrüll, dann schafft sie es aber irgendwann (10 Min) einzuschlafen. Von alleine schläft sie tagsüber nicht ein, ich weiß, dass muss sie auch nicht können. Haben Sie trotzdem einen Tipp für uns, wie wir ihr tagsüber mit dem Einschlafen helfen können? Aktuell schaffen wir es eigentlich nur richtig über die Trage (mit meistens Gebrüll vorher), dann schläft sie aber auch in der Regel mind. 2 Stunden, meistens sogar mehr. Im Kinderwagen ist es ebenso, nach 5-10 Minuten schreien schläft sie ein. Auto und Maxicosi verhält sich genau so, endet aber nicht immer mit Schlaf. Jetzt gerade zum Beispiel, habe ich sie seit fast 1,5h angedockt, die Augen macht sie immer wieder zu aber sie schläft nicht fest und wacht immer wieder auf. Ein Nucki hat schonmal auf dem Arm geholfen beim Einschlafen, das hat allerdings auch ewig gebraucht. Dazu kommt, dass ich etwas hin und hergerissen bin mit dem langen Andocken - ich finde es grundsätzlich schön und will ihr die Nähe geben, aber habe auch Sorge, dass meine Brust für die nächste Mahlzeit nicht genug gefüllt ist.... Ein oder zweimal ist es nämlich schon vorgekommen, dass ich sie lange angelegt hatte und immer wieder die Brust gewechselt habe. Sie ist dann irgendwann richtig laut geworden und hat geschrien, ich vermute, dass sie dann Hunger hatte und einfach nichts mehr kam. Haben es dann irgendwie geschafft nach langem Schreien und kurzen Schlaf, 1,5h zu überbrücken sodass ich sicher war, dass sie wieder etwas zu trinken hatte. Vllt, war es auch eine Schreiphase, da war sie 5 Wochen alt, und ich habe die Zeichen falsch gedeutet... Danke für Ihre Meinung hierzu und einen Tipp wenn möglich, wie wir sie noch beim Einschlafen unterstützen können. Klopf auf Holz, nachts klappt es mit Einschlafstillen :) Danke und Liebe Grüße Kati B

von kati_bu am 01.11.2023, 19:02



Antwort auf: Baby 7 Wochen beim Einschlafen helfen

Liebe Kati B, Babys in diesem Alter haben oft eine geradezu „klassische“ Unruhephase am Abend. Nicht immer ist Stillen dann die Lösung. Diese unruhige Zeit ist so verbreitet, dass es im englischen Sprachraum sogar einen Ausdruck dafür gibt: Omastunde , d.h. dass jetzt eine liebevolle Großmutter gebraucht wird, die nichts Dringenderes vorhat, als das Baby zu wiegen und im Arm zu halten, bis seine Unruhe vorbei ist. Oft hilft es, wenn eine andere Person einspringt, der Wechsel einer anderen Stimme bewirkt oft Wunder. Ganz wichtig ist es, dass du ruhig bleibst. Dein Baby spürt deine Anspannung und reagiert darauf, Ihr kommt schnell in einen Teufelskreis. So schwer es auch fällt, es ist wichtig, in dieser Situation nicht in Hektik und Aufregung zu verfallen. Je mehr du versuchst um das Kind zu beruhigen und je hektischer du wirst, um so aufgedrehter kann auch das Baby werden und dann ist man schnell in einem Kreislauf, der nur mehr schwer zu durchbrechen ist. Weniger ist hier oft mehr. Es ist wichtig, dass der Fokus vom Kind genommen wird, dass sich nicht mehr alle Anspannung auf das Kind konzentriert und es so die Gelegenheit bekommt, sich wieder zu entspannen und zu beruhigen. Das kann manchmal auch dadurch erfolgen, dass das Baby auf eine Decke gelegt wird und die Mutter oder der Vater es durch unaufgeregtes, leises Sprechen und sanftes Streicheln beruhigt. Manche Eltern setzen sich in dieser Situation sogar mit ihrem Kind ins Auto und fahren ein paar Kilometer :-). Wenn du den Eindruck hast, dass dein Baby zwar saugen möchte, aber keine Milch mag, kannst Du über einen längeren Zeitraum nur eine Brust anbieten, dann fließt die Milch nicht so stark oder aber du bietest Deinem Baby den Finger zum Saugen an (kann auch der Papa machen!). Du musst auch keine Angst haben, dass du weniger Milch hast, wenn du oft anlegst, das Gegenteil ist der Fall! Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiteneinzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. Außerdem möchte ich dir das Buch „Das 24-Stunden-Baby“ von Dr. William Sears empfehlen. Dr. Sears gibt viele Anregungen wie Eltern mit ihrem besonders anstrengenden Baby (er nennt sie Babys mit erhöhten Bedürfnissen ) umgehen können. Lieben Gruß Biggi

von Biggi Welter am 01.11.2023



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