Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Angst vor einer Brustentzündung / Abstillen mit der Milchpumpe

Biggi Welter

 Biggi Welter
Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Angst vor einer Brustentzündung / Abstillen mit der Milchpumpe

Mitglied inaktiv

Hallo Biggi, auf kinderärztliches Anraten muss ich abstillen, weil ich Medikamente nehmen muss, die meinem Sohn schaden würden, ohne die ich aber leider nicht leben kann. Bisher habe ich die Milch für meinen Sohn abgepumpt. Nun meine Frage, wie stille ich denn richtig ab (mit der Milchpumpe), ohne eine Brustentzündung oder einen Milchstau zu bekommen? Ich habe nämlich sehr große und schlaffe Brüste (sogenannte Schlauchbrust) und deshalb auch nie das Gefühl, dass die Brust spannt, oder ähnliches. Woran würde ich einen Milchstau erkennen? Ich stille seit Mittwoch ab und habe die Pumperei schon von ca. 120ml auf 40ml reduziert, außerdem auch die Pumpintervalle. Pumpe jetzt nur noch ca. 4-5 mal täglich. Ist das zu schnell? Wann kann ich ganz aufhören? Vielen Dank für deine Antwort :) Liebe Grüße Jutta


Biggi Welter

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Liebe Jutta, leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Bei therapeutischen Empfehlungen oder der individuellen Beurteilung des Medikamentenrisikos während der Stillperiode sollten definitiv Handbücher zu diesen speziellen Thema (z.B. "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Schaefer und Spielmann, 6. Auflage 2001) oder eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie zum Beispiel das Institut für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin (Tel.: 030 30686734) hinzugezogen werden. Das Team um Dr. Schaefer in Berlin bietet einen Beratungsservice für Ärzte an und verfügt über die neuesten Informationen zum Thema Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit. Wenn Sie also gerne weiterstillen würden, könnte Ihr Arzt sich erkundigen, ob es eine stillverträgliche Alternative gäbe. Wenn Sie abstillen möchten, sollten Sie langsam vorgehen und immer nur etwas weniger abpumpen als vorher. Sollte die Brust zwischen den Pumpsitzungen zu voll werden und zu spannen beginnen, können Sie gerade soviel Milch vorsichtig ausstreichen oder abpumpen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Wenn Sie keine Spannungen fühlen, sollten Sie einfach immer ein kleines bisschen weniger abpumpen als am Tag vorher. Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken sollten Sie die Trinkmenge. Sie sollten sich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekämen Sie massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Wenn Sie keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. (mehr) haben, besteht jetzt kein Handlungsbedarf mehr. Ihre Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht `schlecht"). Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

Eins hab ich noch vergessen: Ich könnte problemlos einen ganzen Tag nicht abpumpen (glaube ich zumindest), weil ich einfach keinen Druck spüren würde... deshalb hab ich auch Angst das Warnsignal zu verpassen und bald in ärztlicher Behandlung zu sein, weil sich meine Brüste entzündet haben.


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