Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

martunja

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Guten Tag, mein Sohn ist jetzt fällt 13 Monate alt und verweigert jegliche Beikost! Wird von mir nur gestillt. Nach dem Prof. Michael Radke meine Frage geantwortet hat und meinte das es scheint keine gesundheitlichen Problemen geben, eher pädagogischen und hat mir empfohlen an eine Stillberaterin zu wenden. Damit ich mindesten jene Stillmahlzeit zügig wegnehmen kann, möchte ich hier fragen wie ich am bestens vorgehe. Er verweigert jegliches Essen, egal ob Brei ob Fingerfood, ob süßes oder saueres! Keine Fläschchen, kein Schnuller, nicht mal beim dem heißen Wetter Wasser nimmt er zu sich ein! Wie soll ich es am bestens machen? Soll ich mir die Uhrzeiten wo er gestillt wird z.B. eine Woche lang aufschreiben und dann einfach eine Stillmahlzeit wegnehmen? Immer wieder lese ich im Foren, dass Verweigerung von festen Mahlzeiten, kann an Eisenmangel liegen. Die andere wiederum, schreiben, dass Eisenmangel als Folge der Essenverweigerungs auftritt. Was davon richtig? Da unser KA hat uns davon nichts gesagt. Nun bin ich schon verzweifelt und weiß nicht mehr weiter, wie ich vorgehen soll! Nun höre ich von allen Seiten, dass er schon essen soll, aber wie ich ihm es beibringe, keiner weiß! Ich habe schon alles ausprobiert: Brei, Fingerfood, süßes, herzhaftes... aus dem Löffel, aus dem Quetschbeutel... Er dreht sich einfach weg und will nichts annehmen! Und wenn du es im trotzdem reinstopfst, tut er alles Erbrechen! Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar! LG


Biggi Welter

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Liebe martunja, ab dem ersten Geburtstag sollte tatsächlich schon langsam geschaut werden, warum dein Kind so gar nicht essen mag. Kann dein Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Auch ein leichter Eisenmangel kann zu Problemen führen. Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes Kind sein. Wichtig ist irgendwann nach dem ersten Geburtstag wirklich, dass die Ursache für die Essensverweigerung gefunden wird und nicht, dass mit dem Kind eine Gewaltkur inklusive plötzlichen (und traumatischem) Abstillen veranstaltet wird. Gleichzeitig solltest Du weiterhin versuchen, deinem Kind feste Nahrung anzubieten. Setze auf den Nachahmungstrieb des Kindes und biete ihm an, was auch ihr esst (natürlich nur, wenn es sich um etwas babygeeignetes handelt). Stillkinder sind durch die immer wieder auftretenden Geschmacksveränderungen der Muttermilch (je nach dem was die Mutter isst, schmeckt die Milch unterschiedlich) an den Speiseplan der Mutter gewöhnt und lehnen andere Nahrung dann oft ab. Wenn Du zum Beispiel nie gekochte Karotten isst, dann kennt dein Kind diesen Geschmack nicht über die Muttermilch und wird sie höchst wahrscheinlich auch vom Löffel ablehnen. Was sollst Du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus lass die Werte kontrollieren. Es steht Dir auch immer frei, eine zweite Arztmeinung einzuholen! LLLiebe Grüße Biggi


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