Mitglied inaktiv
Hallo! Unser Kleiner, geboren Mitte September, hat ganz am Anfang direkt ein vier Std Rythmus gehabt. Aber bald ging der in einen drei Std Rythmus über. Mit ca. 10-11 Wochen musste ich dann schon alle zwei Std stillen- nicht falsch verstehen, ich hab das auch gerne gemacht-. Meine Hebi meinte nur, nicht unter zwei Std kommen. Irgendwann kam er aber alle eineinhalb Stunden und ich hab ihn erst noch immer ne halbe std gestreckt mit viel Gejaule.Irgendwann dachte ich, meine Güte, wenn er Hunger hat...und stillte ihn dann nach knapp eineinhalb Std wieder. Die Hebi war der Auffassung, dass er zuviel Milch bekommt, deswegen sein Gejaule und sagte: nicht so oft anlegen! Zwischen Weihnachten und Neujahr kam er dann fast stündlich,teilweise jede dreiviertel Std. Wir sind dann im neuen Jahr direkt zum Arzt und der hat uns gesagt, unser Sohn muss dringend zugefüttert werden, er wiegt mit fast vier Monaten und 4,8kg viel zu wenig (er ist schon mit 4140g geboren worden...) und hat mir ausserdem noch eine elektrische Milchpumpe verschrieben. Jetzt pumpe ich ab, aber ich habe nicht mal annähernd so viel, wie er eig.braucht. Ich pumpe alle zwei std ab und brauche einen ganzen Tag(also ca.6-7 mal pumpen) um 150ml zusammen zu kriegen. Ich find das so schade- ich stille wirklich gerne! Ich gebe ihm jetzt halt immer die 10-20 ml Muttermilch und dann den Rest Nestle Beba Ha 1. Meine Hebi sagte mir, ich solle mehr Stilltee trinken, was ich auch bisher immer gemacht habe, nur jetzt trinke ich knapp 1,5 L am Tag und eine Milchmengenvermehrung ist nicht festzustellen. Heute sagte sie, ich soll abstillen. Ich habe die Vermutung, dass sie das Stillen oder meine Versuche nicht wirklich unterstützt... Im Moment bin ich sehr traurig verzweifelt, weil ich wirklich gerne noch ein bissl weiterstillen möchte. Von meinem Rückbildungskurs hat meine Kursleiterin den Tipp mit Bockshornkleekapseln und evt mal Malzbier ausprobieren-können sie das empfehlen? Meine Angst beim kompletten Stillen ist, dass ich wieder nicht merke, wann er zu wenig bekommt (er beschwert sich halt nicht)! Irgendwelche Tipps dazu???? Herzlichen Dank! M.
Kristina Wrede
Liebe Robbe85, einen Mindestabstand, der beim Stillen eingehalten werden müsste, gibt es nicht, egal wann das Kind an die Brust möchte: Es ist der richtige Zeitpunkt! Das Abpumpen erlaubt keinen Rückschluss auf die tatsächlverfügbare Milchmenge, da ein Baby beim Saugen an der Brust aufgrund der optimalen Saugtechnik ganz andere Mengen herausbekommt, als eine Pumpe das vermag! Darum ist das häufige Saugen deines Kindes effektiver, um die Milchmenge zu steigern... In deiner Situation ist eine Zusammenarbeit von Mutter, Kinderärztin und Stillberaterin zu empfehlen. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Du eine Stillberaterin erreichen kannst hier einige allgemeine Hinweise zur Steigerung der Milchmenge: Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse deines Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses "Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, wie bereits erwähnt tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden Eventuell ist es sinnvoll zusätzlich zu pumpen. Wenn gepumpt wird, dann sollte eine möglichst effektive Pumpe verwendet werden, am besten eine vollautomatische, elektrische Kolbenpumpe mit Doppelpumpset. Zu wenig Milch ist eine medizinische Indikation für die Verordnung der Pumpe durch den Arzt (auf der Verordnung muss "mit Zubehör" stehen, sonst musst Du das Zubehör selbst zahlen). Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung ("schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig. Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar "Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Wenn möglich, sollte dein Kind keinen Schnuller und auch keine Flaschensauger bekommen, denn diese können dazu führen (bzw. schon dazu geführt haben), dass dein Baby nicht mehr weiß, wie es richtig an der Brust trinken soll. Die eventuell notwendige Zusatznahrung sollte mit einer alternativen Fütterungsmethode gegeben werden. Lieben Gruß, Kristina
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