Mitglied inaktiv
Hallo, in letzter Zeit hatte ich mich schon an Sie gewandt, weil uns von Ärzten wegen Darmproblemen das Abstillen dringendst geraten wurde. Sie haben daraufhin geantwortet, dass ein Abstillen nicht nötig sei. Mein Sohn ist fast 27 Monate und wird eben immer noch sehr viel gestillt und isst noch eher wenig andere Nahrung. Um die Aufnahme anderer Nahrung als nur Muttermilch zu erhöhen, möchte ich unbedingt die Milchmenge reduzieren, damit er endlich "Hunger" auf normales Essen bekommt. Er weint eben immer bitterlich, wenn ich versuche nur mit ihm zu kuscheln und ihm nicht die Brust zu geben. Meistens werde ich dann wieder schwach und er schlägt sich den Bauch bei mir wieder voll und hat somit wieder keinen Hunger mehr. Könnten Sie mir Tipps geben, wie ich vorgehen soll, dass er noch manchmal nuckeln darf, ohne dass soviel Milch kommt? Sollte ich Pfefferminz- oder Salbeitee trinken, und falls ja, in welchen Mengen und Abständen? Oder sollte ich irgendwelche Globuli nehmen? Die Milchmenge sollte sich nicht zu schnell zu drastisch verringern, da er ja erst richtig die normale Kost entdecken muß und ich zudem nachts noch dringend weiterstillen möchte, da er sonst nicht schlafen kann. Mein Problem ist auch, dass er sich nachts unglaublich viel Milch holt und dann morgends nicht hungrig ist. Vielleicht haben Sie ja eine Lösung zur Reduzierung der Milchmenge. Es wäre für mich eine große Erleichterung, wenn ich ihn an der Brust zwar beruhigen könnte, aber eben ihn nicht mehr so sehr damit ernähren würde. Viele Grüße und vielen Dank. Uschi
Liebe Uschi, es ist leider sehr fraglich, ob es das Abstillen fördert, wenn versucht wird die Milchmenge durch homöopathische oder naturheilkundliche Mittel zu verringern. Unter Umständen wird das Kind dann einfach mehr und häufiger an der Brust trinken wollen, um die Milchmenge wieder zu erhöhen. Da Ihr Kind jetzt schon sehr lange nicht essen mag, wäre es jetzt sicher nicht verkehrt, das Kind genauer anzuschauen und eventuell auch die Eisen und Zinkwerte zu kontrollieren. Es kommt zwar eher selten vor, doch manchmal liegt die Essensverweigerung der Kinder gerade an einem Mangel dieser Spurenelemente und dieser Mangel verschärft sich dann noch weiter, wenn das Kind nicht isst. Wichtig ist es dann (wenn alles abgeklärt ist), dass ihr zum Einen wirklich miteinander redet und Sie Ihrem Kind klar erklären und sagen, was Sie wollen und was Sie nicht mehr wollen. Zum Anderen muss für Ihr Kind deutlich erkennbar sein, wo Ihre Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Es ist manchmal schwierig bei einem älteren Kind genau zu unterscheiden, will es jetzt wirklich das Stillen oder sucht es "nur" Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch mit einem zweijährigen Kind kannst Du sprechen und auch Abmachungen treffen, die dann auch eingehalten werden können außer in "Katastrophensituationen". Es kann nun sein, dass sich bei euch schon so etwas wie ein "Kampf" entwickelt hat, doch auch aus dieser Situation werdet ihr wieder einen Weg herausfinden, wenn Sie Ihrem Sohn mit Eindeutigkeit begegnen, so dass er klar erkennen kann "Mama meint das, was sie sagt und tut auch wirklich so". Vielleicht mögen Sie das Buch "Nein, nein will nicht Was tun wenn Kinder trotzen" von Barbara Sichtermann (rororo Taschenbuch) lesen. Mir hat es sehr geholfen. Leider ist es im normalen Buchhandel nicht mehr erhältlich, doch probieren Sie es doch einmal bei Amazon oder so bei den gebrauchten Büchern, wenn es Sie interessiert. Ein anderes Buch, das zur besseren Verständigung zwischen Eltern und Kindern beiträgt und dessen Vorschläge auch bereits bei kleinen Kindern praktikabel sind ist "So sag ich`s meinem Kind" von Adele Faber und Elaine Mazlish (dieses Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin erhältlich). Ein weiteres empfehlenswertes Buch ist "Kinder fordern uns heraus" von Dreikurs sowie die Bücher von Thomas Gordon (Die Familienkonferenz, Familienkonferenz in der Praxis). Auch Steve Bidulph "Das Geheimnis glücklicher Kinder" ist lesenswert. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und gute Nerven, für die momentan anstrengende Phase LLLiebe Grüße Biggi
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