Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo und guten Abend Meine Tochter ist jetzt etwa über 16 Monate und stillt noch recht viel. Zum einschlafen Mittags und Abends, Nachts diverse male und auch am Tag immer mal wieder. Mal schaft sie einen halben Tag ohne, mal stillt sie schon morgens 5 mal. Jetzt würde ich glaub ich doch gerne langsam abstillen. Ich bin schon lange am überlegen. Es muß ja nicht direkt sein, eins nach dem anderen. Es fängt langsam an mich, ich muß es leider so nennen, zu nerven. Und da muß einfach was geschehen. Aber ich weiß einfach nicht wo ich anfangen soll. Das in den Schlaf stillen denke ich sollte ich erst mal beibehalten. Ohne geht es gar nicht. Ich habe mir jetzt schon ein paar mal vorgenommen sie erst mal zwischen durch am Tag nicht mehr zu stillen. Aber sie wird dann ganz leidig, weint, möchte auf den Arm, schmeißt sich hin und wird hysterisch wenn ich sie nicht lasse. Ich weiß nicht ob wir überhaupt schon einen Tag ohne stillen hatten. Das gleiche Nachts. Aber da ist sie direkt nach dem Aufwachen auf 180. Kreischt, windet sich wenn man sie hoch nimmt, nimmt nichts anderes. Keine Chance. Ich hab es auch schon damit probiert sie wirklich viel zu stillen, ihr es auch einfach so mal angeboten. Hab gelesen das könnte auch was ändern, nein, alles so geblieben. Es wird ja immer von "anderen" geraten einfach weg zu fahren, Stillberaterinnen und ich glaube auch sie wenn ich mich nicht irre raten ehr davon ab. Eigentlich auch verständlich. Nur frag ich mich ob das für uns nicht doch die Lösung wäre (falls ich ganz abstillen möchte, worüber ich mir aber noch nicht sicher bin). Falls ich abends mal weg bin schläft sie seit ein paar Monaten auch bei meinem Mann wieder ein, meistens ohne Tränen. Es dauert dann vielleicht länger, vor allem wenn sie noch wach ist wenn ich fahre, aber es geht. Er trägt sie halt oder legt sie auf seinen Bauch wenn sie müde ist, so lange läßt er sie halt bei ihm rumwuseln. Das geht bei mir nie. Es geht bei ihm aber auch nicht wenn sie weiß das ich da bin. Kann es wirklich so schrecklich für ein Kind werden wenn die Mama mal ein paar Tage nicht da ist sondern dafür intensiv der Papa? Überlege schon ob ich mit unserer großen mal 3 Tage weg fahren soll wenn er im Juli Urlaub hat. Dann könnte ich mal wieder ganz alleine mit ihr Zeit verbringen und mein Mann ist ganz für die Kleine da. Aber das alles sind auch bisher nur eine Richtung meiner Überlegungen. Vielleicht stille ich sie auch noch länger weiter, allerdings wünschte ich immer öfter es wäre ein Ende in Sicht. Ich frage mich manchmal ob ich nicht zu viel Gewicht aufs Stillen lege. Es gibt so viele Frauen die sich da keine Gedanken drum machen. Sie stillen halt gar nicht oder nur kurz, ist ja auch OK. Aber warum beschäftigt außgerechnet mich das so, ob ich wirklich abstille, oder noch nicht? Ob ich gar nicht abstille? Was kann ich ihr zumuten? Schreiben Sie doch bitte einfach was sie meinen. Ich weiß manchmal nicht mehr was ich selber überhaupt meine. Wenn ich erlich bin kann ich ihr das z.Z. absolut nicht zumuten so wie sie sich schon verhält wenn ich nur mal versuche sie anders zu beruhigen. LG Tanja


Biggi Welter

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Liebe Tanja, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Wenn Sie jetzt für sich beschlossen haben, dass Sie Ihre Tochter abstillen wollen, so kann ich Ihnen nur davon abraten es auf durch "kalten Entzug" zu tun. Erstens kann dies zu einem schweren Bruch in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind führen und zweitens gibt es keine Garantie, dass Ihre Tochter nach einem Wochenende oder einer Woche, die Sie verschwunden waren nicht doch weiter an die Brust will. Auch die immer wieder vorgeschlagene "Curry Methode" (auch Senf Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihre kleine Tochter kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre "punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch "Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel oder bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin oder im Stillshop auf dieser Seite erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Ich bin auch gerade beim Abstillen. Mein Kleiner (fast 20 Monate alt) liebte es gestillt zu werden! Aber ich hab schon seit langem angefangen abzustillen. Es geht nicht von heute auf morgen. Am Beginn habe ich tagsüber aufgehört ihm die Brust zu geben.. ich habe es lange hinausgezögert und ihm verschiedenes zum Essen und Trinken angeboten und ihn dann durchs Tragen zum Schlafen gebracht, als er so richtig müde war. Das ging ca. ein paar Wochen so. Dann stillte ich ihn nicht mehr zum Einschlafen in der Nacht, wartete auch bis er völlig übermüdet war und hab ihm vieles zum Essen angeboten, bis ich ihn getragen habe und er einschlief. Seit 2 Tagen und Nächten stille ich ihn gar nicht mehr und falls er nachts wach wird, fahre ich den Kleinen im Kinderwagen in der Wohnung, bis er wieder einschläft (ca. 5 Minuten). So klappt es bei mir derzeit. Vielleicht hilft es bei Dir auch so. Frau kann nicht immer auf die Theorien von den Ärzten hören, denn es klappt nicht immer.. Ich habe meine Methode gefunden. Hoffentlich findest Du Deine auch bald. Alles Gute und viel Glück! Sarah


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