Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen?

Frage: Abstillen?

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hallo! Mein Sohn ist jetzt 7,5 Monate alt und ich versuch jetzt schon seit ein 3 oder 4 Wochen zuzufuettern. Hab mit Fruehkarotten und danach Karotten mit Kartoffeln angefangen. Hat ganz gut geklappt. Aber alles andere ist bisher fehlgeschlagen. Am problemlosesten ist Obst. Aber das allein mit BRust ist doch zuwenig. Gestern hat er gerade ein bisschen was von einem Menü probiert und heute auch. Aber auch mit diversen Breis am Abend wars noch nicht das Gelbe vom Ei. Gestern war ich beim KA und der meinte, dass er z. B. seit Mai eigentlich nicht genug zugenommen hat. Wiegt jetzt knappe 8 Kg und ist 68 cm gross. Mit der Brust ist das auch so eine Sache. Die will er nur mehr manchmal und am liebsten im Liegen. Das ist jetzt wirklich schnell gegangen, dass er die Brust nicht mehr so richtig will. Soll ich abstillen und Folgemilch geben, oder braucht er gar keine FLasche(die er eigentlich auch nur mit dem Loeffel will)? Gibts irgendeinen Ratgeber oder Plan in Sachen Ernaehrung? Oder kannst Du mir was raten? Und wie schauts aus, wenn ich ihm selber was koche, z. B. Kartoffelpüree. Geht das schon?? Mit meinem ersten Sohn war das alles wesentlich unkomplizierter. Den habe ich nur 5 Mon gestillt. Danke im voraus fuer die Antwort und liebe Gruesse Mary


Biggi Welter

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? Liebe Mary, Geduld ist hier eine sehr wichtige Eigenschaft. Druck erzeugt Gegendruck und mit Gewalt lässt sich hier gar nichts erreichen, außer dass alle Beteiligten Schaden nehmen und langfristig der Grundstein für eine Essstörung gelegt werden kann. Zwangsmaßnahmen sind sicher keine Lösung und dein Kind ist nicht das einzige auf der Welt, das in diesem Alter noch keine oder kaum Beikost isst. Es gibt Kinder, die sehr wohl essen würden, aber absolut keinen Brei wollen. Viele Kinder hassen es auch gefüttert zu werden und wollen selbst essen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, denn schließlich lässt sich sehr viel an fingergerechter Nahrung anbieten und außerdem hat es den Vorteil, dass diese Kinder in aller Regel sehr bald sehr gut selbst mit Besteck umgehen können und so problemlos am Familientisch mitessen können. Probier es doch einmal mit fingergerechter Nahrung und lass dein Kind selbst essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse- und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Auch Brot kann ab acht Monaten angeboten werden. Letztlich kann dein Kind inzwischen schon so gut wie alles vom Familientisch essen. Versuch das einmal und setze auch auf das Nachahmungsbedürfnis der Kinder. Zusammen mit ein paar anderen Kindern oder auch Erwachsenen macht Essen mehr Spaß. Sicher ist auch für dich das Buch `Mein Kind will nicht essenA von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3-932022-12-2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Verweigert ein Kind deutlich länger jegliche Beikost, ist es allerdings sicher nicht verkehrt, das Kind genauer anzuschauen und eventuell auch die Eisen- und Zinkwerte zu kontrollieren. Es kommt zwar eher selten vor, doch manchmal liegt die Essensverweigerung der Kinder gerade an einem Mangel dieser Spurenelemente und dieser Mangel verschärft sich dann noch weiter, wenn das Kind nicht isst. LLLiebe Grüße Biggi


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