Mitglied inaktiv
hallo, mein Sohn ist jetzt 8 einhalb Monate alt und bekommt seit ca 6 Wochen mittags einen Gemüsebrei. Zusätzlich hat er noch morgens, vormittags, nachmittags, abends und einmal nachts die brust bekommen. seit ca. einer Woche will er plötzlich die Vormittags- und die Abendmahlzeit nicht mehr, manchmal auch nachmittags nicht. Er schreit und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Brust. Also bleiben nur noch 2 bis 3 Stillmahlzeiten. Ich versuche, ihm Wasser zu geben (mit wenig Erfolg), und auch den Getreide-Obst-Brei am Abend (ohne Milch wegen Allergierisiko) will er nicht recht essen. Stillt er sich selbst ab? Bekommt er genug zu essen (er wiegt bereits über 10 Kilo, ist also eher von der schweren Sorte). Und vor allem: bekommt er genug Milch, oder kann/soll ich ihm doch Kuhmilch geben? Zwingen kann ich ihn ja nicht, aus der Brust zu trinken... Vielen Dank und schöne Grüße, Dorothee
? Liebe Dorothee, ein Baby in diesem Alter stillt sich nicht selbst ab, es kann aber an der Brust streiken. Es sollte dehalb jetzt herausgefunden werden, warum sich das Kind an der Brust sträubt. Eine sehr einfache Erklärung ist die, dass das Kind vielleicht schlicht satt ist und es dann keinen Sinn hat, es zum Stillen drängen zu wollen. Andere Erklärungen könnten Ohrenschmerzen o.ä. sein, so dass es sinnvoll ist, das Kind von der Kinderärztin/arzt anschauen zu lassen. Sie können versuchen Ihr Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Sie können ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, drängen Sie aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Baby wieder an Ihrer Brust trinkt, sollten Sie sich darauf einstellen, sich in den nächsten Tagen fast ausschließlich Ihrem Kind zu widmen. Wenn Sie es viel im Arm haben, zärtlich streicheln und es Sie in einer entspannten Atmosphäre einmal ganz für sich alleine hat, beruhigt es sich vielleicht und läßt sich dazu bewegen, wieder bei Ihnen zu trinken. Bei Babys, die sich beim Stillen überstrecken und aufbäumen hat es sich bewährt sie zu `bündelnA. Beim Bündeln wickeln Sie das Baby gut in eine Decke ein, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn Sie Ihr Kind auf diese Weise eingepackt haben, sieht es wie ein `CA aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Manche Babys brauchen anscheinend das Gefühl umhüllt und gehalten zu sein. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: • im Umhergehen stillen, • in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, • im Halbdunkeln stillen, • im Halbschlaf stillen, • das Baby mit der Brust spielen lassen, • unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, • alle künstlichen Sauger vermeiden, • das Baby massieren, • viel Körperkontakt (Haut auf Haut), • und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um Ihre Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass Ihre Brust übervoll wird, sollten Sie Ihre Milch ausstreichen oder abpumpen. Die so gewonnene Milch können Sie Ihrem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten, z.B. mit einem Becher. Wenn die Handpumpe zu mühsam ist, können Sie sich ein vollautomatische Brustpumpe aus der Apotheke oder einem Sanitätshaus zu leihen. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus, die Ihnen die Becherfütterung zeigen kann und Ihnen auch sonst noch weitere Tipps geben kann. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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