Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, meine Tochter ist jetzt 10 Monate alt und ich denke es ist die Zeit gekommen um abzustillen. Sie trinkt nicht mehr viel und ich will auch mal wieder an mich denken (Haare färben etc.). Ich würde gerne ein Fläschchen geben. Weiß aber nicht genau wie ich das machen soll. Bis jetzt stille ich noch Abends vor dem Schlafen gehen und Morgens nach dem Aufstehen. Ich sage mal kurz unsere Zeiten. ca. 8.30 Uhr stillen, ca. 11.45 Uhr Gemüse-Kartoffel-Brei, ca. 16.00 Uhr Getreide-Obst-Breit und ca. 19.00 Uhr Milch-Getreide-Obst-Brei, dann vor dem Schlafen gehen (ca. 08.00 Uhr) noch ein bisschen stillen. Nun meine Fragen: Benötigt sie dann auch noch ein Fläschchen vor dem Schlafen gehen und wenn ja wieviel ml rechnet man? Wieviel ml benötigt sie dann morgens zum Frühstück? Soll ich mit einer kleinen Menge anfangen und noch stillen und dann die Menge des Fläschchens steigern und immer weniger stillen oder wie macht man das? Für den Abendbrei nehme ich von HIPP die Pre-Milch. Kann ich diese auch fürs Fläschchen nehmen oder muß ich die Folgemilch 1 wählen? Hoffe Du kannst mir meine Unsicherheit ein bisschen nehmen. Viele liebe Grüße Tanja
? Liebe Tanja, eine Frau die stillt, tut etwas für sich und ihre Gesundheit! Stillen hat nicht nur Vorteile für das Kind, sondern auch die Mutter profitiert in Bezug auf die eigene Gesundheit durch verringertes Brustkrebsrisiko, verringertes Osteoporoserisiko usw. Es ist auch ein Ammenmärchen, dass eine stillende Frau nichts für sich tun dürfe. Sport, Haarefärben und Dauerwellen usw. sind auch in der Stillzeit möglich. Wenn Du jetzt abstillen willst, hängt es von deiner Tochter und ihrem Saugbedürfnis ab, ob noch eine Flasche notwendig wird oder nicht. Falls künstliche Säuglingsnahrung als Ersatz für die Muttermilch angeboten wird, dann ist eine Pre-Nahrung zu empfehlen. Diese ist für das gesamte erste Lebensjahr geeignet, andere Stufen sind aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht notwendig und auch nicht empfehlenswert. Beim Abstillen gehst Du am besten so vor, dass Du dein Kind zunächst anlegst, aber es sich nicht vollständig satt trinken lässt, sondern anschließend noch die Flasche bzw. Beikost anbietest. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Beikost oder Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das musst Du ausprobieren. Allmählich steigerst Du die Menge der Beikost bzw. Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche kannst Du dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung oder Beikost beginnen, empfehlenswert ist allerdings ein längerer Abstand von etwa vier Wochen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpst Du gerade so viel Milch ab oder streichst von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Wenn Du langsam genug vorgehst, muss es nicht zu Stauungen kommen und es ist auch keine Milchpumpe notwendig, um abzustillen. Abstillen ist ein natürlicher Prozess und braucht im Normalfall weder mechanische noch medikamentöse Unterstützung. Stauungen sind ein Anzeichen dafür, dass zu schnell abgestillt wird. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch solltest Du keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi
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