Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen?

Frage: Abstillen?

Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi, meine Tochter ist 8 Monate alt. Sie bekommt ab dem Mittag Beikost, Obst am Nachmittag und einen Brei am Abend. Ich stille sie am Vormittag einmal und eine Stillmalzeit am Abend und meist einmal in der Nacht.Meine Tochter hat nun 4 Zähne und das Stillen empfinde ich als sehr schmerzhaft. Ich überlege nun, ob es nicht vielleicht das Beste ist, sie abzustillen. Allerdings weiß ich nicht wie?Sie ist mein erstes Kind. Madeleine nimmt irgendwie nicht so gerne die Flasche. Sie sieht dies wohl eher als Spielzeug und kaut nur auf dem Nuckel rum. Wie gehe ich nun weiter vor? Und vor allem, was gebe ich statt dessen? Helfen Stillhütchen gegen das Beißen? Vielen Dank für die Hilfe im voraus. Sylvia


Mitglied inaktiv

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Liebe Sylvia, Stillhütchen helfen ganz sicher nicht gegen das Beissen, Du solltest sie auf keinen Fall benutzen, da Teile davon abgebissen und verschluckt werden können! Ein Baby beißt nicht aus böser Absicht, sondern meist (zumindest beim ersten Mal) aus Versehen. Manche Kinder stellen allerdings mit großem Interesse fest, dass die Mama sehr interessante Töne von sich gibt, wenn sie gebissen haben und wollen ausprobieren, ob sie diese Reaktion nochmals hervorrufen können. Sobald dein Baby zubeißt, reiß es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn Du es nahe an dich heranziehst, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für deine Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Du es von der Brust wegreißt. Kleine Babys verstehen schon mehr als allgemein angenommen. Es gibt einige Tipps, wie man einem "bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Wenn Du lieber abstillen möchtest, gibt es einige Tipps, wie dein Kind die Flasche evtl. besser nimmt. Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab.Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt "Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: o die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrössen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern o geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden. Wichtig ist, dass Du wirklich geduldig bleibst. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Sylvia, ich möchte dir gerne Mut machen, es mit dem Stillen noch weiter zu probieren. Es lohnt sich auf jeden Fall! Mein Kleiner (jetzt 15 Monate und Stillkind) bekam mit viereinhalb Monaten seinen ersten Zahn. Zu der Zeit hatte er auch seine erste Beißphase; er biss bei jedem Stillen, es tat höllisch weh, ich habe jedes Mal geschrien und hatte immer schon eine panische Angst vor dem nächsten Anlegen und habe ans Abstillen gedacht. Geholfen haben dann Biggis Tipps SOFORT: ich habe dann beim erneuten Beißen laut "Nein" gesagt und das Baby für einen Moment einfach auf den Boden gelegt und weggeschaut. Komischerweise hat er nicht einmal geweint, sondern nur ganz betrippst gekuckt. Beim nächsten Stillen dann dasselbe und beim übernächsten.... Und spätestens nach dem fünften Mal "Nein" und Weglegen war das Beißen vorbei. Er hat es dann noch zweimal im Abstand von wenigen Wochen versucht und ich habe ihm jedes Mal das Beißen auf die gleiche Weise erneut abgewöhnen müssen. Am Anfang war ich auch echt überrascht, dass das bei so einem kleinen Baby funktioniert, aber es geht! Gruß von Jana und ich drücke dir die Daumen, dass es sich auch bei euch wieder einrenkt!


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