Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, mein kleiner Sohn wird jetzt Anfang Juni 8 Monate. Bisher stille ich ihn voll und es klappt wunderbar.Eigentlich habe ich aus lauter Bequemlichkeitgründen auch gar keine Lust abzustillen. Allerdings denke ich wird es vielleicht langsam Zeit?? ich versuche mich gedanklich daran zu gewöhnen irgendwann demnächst mit dem Zufüttern anzufangen. Aber womit? und wie? Ich möchte eigentlich auch keine Fertiggläschen geben. Kannst du mir bitte Ratschläge geben, wann, womit, wieviel ich ihm geben soll?? Vielen Dank schon mal im voraus Karin
? Liebe Karin, warum glaubst Du, dass Du jetzt abstillen sollst? Es ist sicher nicht falsch, wenn Du deinem Kind nun Beikost anbietest, aber das bedeutet ja keineswegs, dass es deshalb schon bald vollständig abgestillt sein muss. Ihr könnt beide noch lange eine schöne Stillzeit genießen, auch wenn das Kind andere Nahrung ergänzend zur Muttermilch isst. Du musst auch keineswegs mit Gläschenkost anfangen (ebensowenig wie künstliche Säuglingsnahrung oder die Flasche zwingend notwendig sind) Dein Baby könnte zum Beispiel als erste Beikost Kartoffel erhalten, gerade mit etwas Muttermilch zu Kartoffelbrei verrührt mögen das viele Babys recht gerne, aber auch ein Stück gekochte Kartoffel zum Selberessen kommt bei vielen Kindern gut an. Bei der Beikost geht es ja zunächst nicht um das Ersetzen einer Stillmahlzeit, wie es leider immer noch in vielen Büchern und Broschüren steht, sondern um die ergänzende Fütterung. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI-Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT-Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Es ist am günstigsten mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.). Außer der bei uns traditionell verwendeten Karotte können auch Zucchini, Kürbis, Fenchel, Brokkoli, Kohlrabi, Pastinake oder anderes Gemüse angeboten werden. Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden. Im ersten Lebensjahr braucht ein Baby noch keine reichhaltige Speisekarte mit viel Abwechslung, weniger ist hier mehr und wie oben schon gesagt, kann und soll das Kind weiterhin nach Bedarf gestillt werden, gleich wie alt es ist und wieviel Beikost es bereits bekommt. Gerade bei einem allergiegefährdeten Kind ist es sinnvoll, dem Kind Zeit zu geben und auf Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Ei, Fisch, Soja, Schweinefleisch, Beeren und Zitrufrüchte und Weizen bis zum ersten Geburtstag zu verzichten. Viele Tipps über das Was - Wann und Wie der Beikost und einige Rezepte zum Selberkochen findest Du in dem Infoblatt „Babys erste feste Nahrung" der La Leche Liga, das bei der LLL oder jeder LLL-Stillberaterin bestellt werden kann. In Heft 1/2003 des „buLLLetin - die andere Elternzeitschrift für den Still- und Erziehungsalltag" jetzt „Wirbelwind" mit dem Titel „Tischlein deck dich" wird das Thema Beikost ebenfalls ausführlich behandelt werden. Sicher wäre dieses Heft auch etwas für dich. Der „Wirbelwind" kann sowohl im Abonnement als auch als Einzelheft (Wirbelwind Versand, Simone Kamer, Neumattstraße 20, CH3053 Münchenbuchsee oder auch beim Stillshop auf dieser Seite) bezogen werden. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
huhu, zufüttern bedeuted nicht gleich automatisch abstillen ;c) biggi sagt da immer so schön "es heißt beikost ...wolle man die muttermilch ersetzen hieße es anstattkost. keine sorge..wenn ihr beide es wollt könnt ihr gut und gerne noch jahre lang stillen :c) lg käferchen mit luca (2J u 1w gestillt) und Emily (5 wochen alt)
Mitglied inaktiv
das ende kommt geknackt rüber *g* luca wird bald 3 und wurde 2 jahre und eine woche gestillt ...so jetzt hört sichs verständlicher an :c) lg
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