Mitglied inaktiv
Hallo! Ich habe meine Tochter ELISA jetzt 12 Monate gestillt! DAvon die ersten 7M voll! Die Zeit habe ich wirlich sehr genossen, doch nun würde ich gerne abstillen! Ich habe gelesen, dass die Babys den Zeitpunkt selbst bestimmen sollten! Meine Süße macht aber dazu keine sichtbaren Anzeichen, im Gegenteil!Nun muss ich aber leider dringend operieren gehen und bin daher etwas ratlos! Können Sie mir willeicht mit hilfreichen Tipps zur Seite stehen? Vielen Dank im voraus mfG Melanie F.
? Liebe Melanie, jedes Kind wird sich selbst abstillen, wenn die Mutter ihm den Zeitpunkt dazu überlässt, aber: Nur sehr, sehr wenige Kinder werden sich mit einem Jahr bereits selbst abstillen. Bei den meisten Kindern wird der Zeitpunkt des selbstbestimmten Abstillens zwischen dem zweiten und vierten Geburtstag zu erwarten sein (Abweichungen nach unten und oben sind möglich). Wenn Sie so lange nicht warten wollen, dann werden Sie sicher Ihren Weg finden, die gemeinsame Stillzeit mit Ihrer Tochter allmählich und mit viel Liebe zu beenden. Eine Operation ist allerdings kein zwingender Abstillgrund. Viele Frauen haben in der Stillzeit Operationen durchführen lassen müssen und dennoch weiter gestillt. Viele operative Eingriffe verlangen keine lange Verweildauer im Krankenhaus und selbst wenn es notwendig ist einige Zeit in der Klinik zu bleiben, gibt es Möglichkeiten, die Trennung zwischen Mutter und Kind zu minimieren. Hier gilt es, sich mit der behandelnden Ärztin/Arzt abzusprechen, wie lange tatsächlich ein Verbleiben im Krankenhaus erforderlich ist und ob das Kind mehrmals am Tag in die Klinik kommen oder zumindest tagsüber mit einer zusätzlichen Betreuungsperson in der Klinik bei der Mutter bleiben kann.. Die Narkose und OP als solche ist durchaus so zu gestalten, dass nur eine ganz minimale Stillunterbrechung erforderlich wird, nämlich die Zeit, in der Sie im OP sind und bis Sie wieder richtig aufgewacht sind. Theoretisch können Sie Ihr Kind stillen bis unmittelbar vor der OP und auch gleich wieder nach der Operation, sobald Sie wach genug sind, um es selbst zu halten. Narkosemittel, Schmerzmittel und was sonst noch erforderlich ist, können so gewählt werden, dass es mit dem Stillen zu vereinbaren ist. Eventuell müssen die Ärzte nachschauen, welche Medikamente für stillenden Mütter geeignet sind oder sie fragen bei Unklarheiten im Institut für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin (Tel.: 030-30308111) nach. Das Team um Dr. Schaefer hat einen speziellen Beratungsdienst für ÄrztInnen zu Medikamentenfragen usw. in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Falls Sie wirklich abstillen wollen, helfen Ihnen vielleicht die folgenden Tipps: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt. Sie entziehen Ihm die Brust, aber nicht die Mutter. Alles Gute für die OP. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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