Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Hallo Biggi, Annika ist jetzt 9,5 Monate alt und es kommt für uns die Zeit des Abstillens. Im Moment wir sie noch morgens und nachts gestillt, und in einer Woche habe ich zwei Wochen Ferien, in dene ich auch diese letzten Mahlzeiten ersetzen möchte. Nach den Osterferien muß ich nämlich auf verschiedene Fortbildungen, zu denen ich Annika nicht mitnehmen kann. Annika muß also innerhalb von zwei Wochen lernen, nachts ohne die Brust auszukommen, und dazu habe ich nun einige Fragen. 1.) Ist es besser, langsam die nächtlichen Stillmahlzeiten zu reduzieren, oder sollte man "kurzen Prozeß" machen und die nächtlichen Mahlzeiten von heute auf morgen absetzen? Beim langsamen reduzieren hätte ich Angst, daß ich vielleicht nicht konsequent genug bin, zumal Annika bei uns im Bett schläft (was auch so bleiben soll) und die Brust ja immer in greifbarer Nähe ist. 2.) Sollte ich Annika dann nachts Wasser anbieten, oder auf Beruhigen, Schnuller und ähnliches zurückgreifen? 3.) Sollte vielleicht mein Mann das nächtliche Beruhigen übernehmen (wenn er es schafft), oder ist das zuviel von der Kleinen verlangt, daß sie auf Mama und auf Muttermilch verzichten soll? Daß die Zeit des Abstillens für uns gekommen ist, dessen bin ich mir sicher, aber ich habe schon ein bißchen Angst, daß das Entwöhnen für Annika sehr hart wird und hoffe auf ein paar gute Tipps. Vielen Dank Uschi


Biggi Welter

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? Liebe Uschi, bist Du dir wirklich sicher, dass Du jetzt so schnell vollständig abstillen willst? Es ist schwer aus ein paar Zeilen einen korrekten Eindruck zu gewinnen, denn ich kann ja nur den Text lesen und höre weder deine Stimme noch die Art, wie Du etwas sagst, aber irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du glaubst aufgrund äußerer Einflüsse abstillen zu müssen und dir im Grunde deines Herzens gar nicht so sicher bist, ob für euch der Zeitpunkt wirklich gekommen ist. Auch Trennungen vom Kind müssen nicht zwingend das Ende der Stillzeit bedeuten. Unzählige berufstätige Mütter haben Dienstreisen hinter sich gebracht und nach der Rückkehr wieder weitergestillt. Sicher kennst Du dein Kind am besten, doch nach meiner Erfahrung ist es in den meisten Fällen günstiger, die Stillzeiten allmählich zu verkürzen und nicht „kurzen Prozess zu machen". Da deine Tochter noch kein Jahr alt ist, wird sie vermutlich noch ein sehr ausgeprägtes Saugbedürfnis haben und braucht eine Möglichkeit dieses Bedürfnis zu stillen. Dazu bieten sich ein Schmusetuch, ein Stofftier aber auch ein Schnuller oder eine Flasche an. Wichtig ist, dass dein Kind spürt, dass Du ihm die Brust und nicht dich selbst entziehst. Viel Kuscheln, miteinander reden und die Gewissheit, dass Du es genau so lieb hast wie schon immer, werden deinem Kind beim endgültigen Abschied von der Brust helfen. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja zuerst stillen und dann deinem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. LLLiebe Grüße Biggi


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