Mitglied inaktiv
Hallo, meine Tochter ist jetzt 13 Monate alt und ich stille sie immer noch. Jeweils morgens und abends und so um 17 Uhr. Sie ist zwar bei uns am Tisch schon verschiedene Sachen mit, aber jedoch sehr wenig. Sie knabbert auch zwischen-durch mal an einem Brötchen. Brei mag sie gar nicht, ausser Joghurt und Quark. Ich musste feststellen, dass sie mittlerweile sehr an meine Brust gebunden ist, hauptsächlich auch zum sich beruhigen. Ansonsten nimmt sie nur den Daumen. Haben sie mir vielleicht einen Rat, wie ich endlich abstillen könnte. Grüße Jeannette
? Liebe Jeanette, es ist in unserer Gesellschaft nicht (mehr) so üblich, aber es ist absolut normal, dass ein Kind auch nach dem ersten Geburtstag noch nach der Brust verlangt und gestillt werden möchte. Der beste Beleg dafür, dass ein Kind das Stillen noch braucht, auch wenn es kein absolutes Baby mehr ist, sind all die Kinder, die entweder mit einer Flasche oder einem Schnuller herumrennen, die ja beides nichts anderes als Brustattrappen sind. Stillen ist viel, viel mehr, als nur eine Möglichkeit ein Kind zu füttern. Wenn Sie für sich jetzt beschlossen haben, dass für Sie der Zeitpunkt zum Abstillen gekommen ist, dann denken Sie bitte daran, dass das Stillen für Ihr Kind eine sehr große Bedeutung hat und Abstillen nicht nur bedeutet, die Muttermilch durch andere Nahrung zu ersetzen. Ich werde Ihnen nun einige Methoden vorstellen, die sich beim Abstillen eines älteren Babys oder Kleinkindes bewährt haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, vielen Dank für Deine Ratschläge. Ich glaube, dass bringt uns schon ziemlich weiter. Ich werde versuchen, meine Kleine mehr abzulenken, da ich festgestellt habe, dass sie die Brust wirklich nur will, wenn ich mit ihr im Bett liege. Danke Jeannette
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