Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Liebe Biggi, meine Tochter Keona wird in drei Tagen ein Jahr alt. Obwohl ich eigentlich nichts gegen "Langzeitstillen" einzuwenden hätte, nimmt das Stillbedürfnis meiner Tochter im letzten Monat rapide ab. Es fing damit an, dass sie zwei Tage überhaupt nicht mehr gestillt werden wollte, dann doch wieder, aber nur noch einmal am Tag (morgens). Sie ist seit der Zeit sehr unruhig. Das Stillen abends fehlt mir sehr, ich glaube ihr auch, denn so scheint sie kaum noch zur Ruhe zu kommen und das Einschlafen ist sehr, sehr schwierig. Das ist jedoch ein Problem, mit dem wir zurecht kommen. Doch ich frage mich jetzt seit etwa zwei Wochen: Was gebe ich dem Kind zu essen? Eine Muttermilch- Mahlzeit hat sie ja noch. Und das erste Lebensjahr ist ja noch nicht ganz vollbracht. Ich habe auch eine Abneigung gegen Fertigfutter. Ich habe nun versucht, sie abends bei uns am Tisch mitessen zu lassen, doch sie isst sehr wenig (das Interesse ist jedoch riesig). Pellkartoffeln, Gemüse und Kartoffeln. Kuhmilch habe ich mich aber noch nicht getraut. Kannst du mir einen Rat geben? Kann sie jetzt schon Kuhmilch kriegen (z.B. Grießbrei)? Muss sie etwa sogar? Weil sie sonst zu wenig Milch kriegt? Ich würde nicht homogenisierte Milch aus dem Naturkostladen nehmen. Sie ist eine zierliche. Kann sie denn wirklich schon essen wie eine Große? Ich glaube, wenn sie antworten dürfte, käme ein lautes JAAA! Brauche ein bisschen fachliche (und seelisch-moralische) Unterstützung. Danke, Petra


Biggi Welter

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Liebe Petra, mit der Einführung von Kuhmilch sollte bis nach dem ersten Geburtstag des Babys gewartet werden. Kuhmilch ist ein weitverbreitetes Nahrungsallergen. Ein Baby, das gut an der Brust trinkt, braucht im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch oder andere Molkereiprodukte. Sobald das Baby begonnen, hat Kuhmilch zu trinken, sollte Vollmilch (keine Magermilch oder 1,5 % Fettgehalt) angeboten werden bis das Kind zwei Jahre alt ist. Kleine Kinder brauchen für ein optimales Wachstum natürliche Fette. Probiere es doch einfach aus, ob Keona die Milch gut verträgt. Du schreibst, dass deine Kleine nicht mehr so gerne stillt. Es gibt Babys, die sich tatsächlich in diesem Alter von alleine abstillen. Bekommt Keona einen Schnuller oder ab und zu ein Fläschchen? Wenn ja, verzichte mal eine Zeitlang ganz konsequent auf alle künstlichen Sauger, vielleicht trinkt sie dann an der Brust auch wieder besser. Auch folgende Tipps könnten dir helfen: • im Umhergehen stillen, • in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, • im Halbdunkeln stillen, • im Halbschlaf stillen, • das Baby mit der Brust spielen lassen, • unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, • alle künstlichen Sauger vermeiden, • das Baby massieren, • viel Körperkontakt (Haut auf Haut), • und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten bzw. wieder dem Bedarf des Baby anzupassen, solltest Du deine Milch ausstreichen oder abpumpen. Die so gewonnene Milch kannst Du deinem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten, z.B. mit einem Becher. LLLiebe Grüße Biggi


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