Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, eigentlich gehöre ich nicht mehr hier her, aber ich möchte trotzdem gern noch eine Frage stellen, die vielleicht was mit dem "Drumherum" des Stillens zu tun hat. Also ich hatte vor 2 1/2 Monaten abgestillt, das war als mein Sohn ca. 4 Monate alt war. Nun ist er Mitte des 6. Monats. Sein allgemeines Verhalten macht mich etwas stutzig. Er ist kaum liebebedürftig - ich meine, er braucht keine Streicheleinheiten (er mag das nicht, Bsp. wenn ich ihm über den Rücken und Bauch streichele, er wird dann gleich so ruppig), er ist ruhig in seinem Bettchen sobald die Tür des Kinderzimmers geschlossen wird oder er allein in einem Zimmer ist etc. Ich weiß nicht, ist das typisch Baby? Von Bekannten oder Verwandten höre ich immer das ganze Gegenteil. Da wollen die Babys noch geschaukelt oder herumgetragen werden oder können/wollen NICHT ALLEIN sein (auch nicht beim Spielen) ... Ist das normal oder kann ich nochmal damit rechnen, dass sich das ändert? Ein Kind will doch kuscheln, geschaukelt oder verwöhnt werden. Oder? Mein Sohn hat sich seit dem Abstillen verändert, jedenfalls kommt es mir so vor. Vorher waren wir uns sehr nah, da wollte er auch noch gestreichelt werden und hat die Nähe genossen. Kann es sein, dass das Abstillen (er wollte es eine ganze Zeit lang überhaupt nicht und hat sich tunlichst dagegen gewehrt mit Flaschenablehnung etc.) Kann es sein, dass er darunter gelitten hat, dass es gegen seinen Willen geschah. Wenn ich ihn z. Bsp. in sein Bettchen zum Schlafen lege, bekommt er seinen Nuckel (den er erst seit dem Abstillen nimmt) in den Mund, dann holt er sich gleich seinen Knuddelteddy aus der Bettecke heran und kuschelt sein Gesicht an ihm und schläft dann ein. Das zeigt mir aber irgendwie, dass er vielleicht ja doch mehr Liebe braucht. Ich will ihm so gern wieder Liebe geben und nicht, dass er sich die Liebe durch Kuscheltierchen ersetzt. Ich hatte auch schon versucht, fürs Einschlafen noch bei ihm zu sein, aber dann schläft er nicht ein. Ein Mensch kann doch ohne Liebe und Zärtlichkeit nicht sein. Wie geht das bei meinem Kind? Ob es für ihn gut wäre, wenn ich wieder anfange zu stillen (ich hätte noch Milch)? Ich mache mir nach seinem Verhalten große Vorwürfe, dass ich so zwanghaft meinerseits (aus der Situation heraus vor 2 bis 2 1/2 Monaten) abgestillt hatte und dass ich auf meinen Freund gehört hatte, als der meinte, nach 3 Monate wäre es an der Zeit, dass das Kind das elterliche Bett verlässt und selbständig schläft. Vielen Dank für Deine Anwort. Liebe Grüße Silke
? Liebe Silke, über die Frage, ob das frühe Abstillen und der Auszug aus dem Elternbett zu einer gravierenden Veränderung im Verhalten eines Kindes geführt haben kann oder nicht, ließen sich endlose Debatten führen. Das Meinungsspektrum in einer solchen Diskussion würde wahrscheinlich von „das hat überhaupt nichts zu bedeuten" bis zu „ja, das ist jetzt ein resigniertes Baby" reichen. Doch ich glaube kaum, dass dir mit einer solchen Auseinandersetzung geholfen wäre. Du bist die Mutter deines Sohnes, Du liebst ihn und Du willst sicher immer das Beste für dein Kind. Wie wir alle, wirst Du manchmal Fehler in der Erziehung und im Umgang mit dem Kind machen und wie alle Kinder, wir auch dein Sohn dir die meisten dieser Fehler verzeihen und dir (und damit auch sich) eine zweite Chance geben. Ich kann dir nicht sagen, ob dein Sohn einfach vom Temperament her so ist, wie er ist, oder ob es tatsächlich einen tiefergehenden Grund für sein eher zurückhaltendes Verhalten gibt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es einen Sinn hätte, wenn Du wieder mit dem Stillen beginnen würdest (wobei für diese Möglichkeit die Bereitschaft deines Sohnes eine extrem große Rolle spielt, Du kannst dein Baby nicht an die Brust zwingen, wenn er nicht mehr will, wirst Du das akzeptieren müssen). Gib und zeige deinem Kind deine Liebe, Wärme und Zuneigung und vielleicht ist er einfach ein Mensch, der nicht so offen zeigt, wieviel Kuscheln und Emotionen er braucht. In keinem Fall jedoch, solltest Du dich jetzt mit Selbstvorwürfen zerfleischen. LLLiebe Grüße Biggi
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