Mitglied inaktiv
Hallo liebe Biggi, ich brauch mal wieder Deinen Rat :-))) Meine Tochter wird diese Woche 2 Jahre alt und ich möchte jetzt langesam mal abstillen! Sie schläft bei uns von Anfang an mit im Bett und wird schon immer nach Bedarf gestillt. Momentan sieht es so aus, dass sie zum Einschlafen und morgens gestillt wird und wenn sie sich mal weh getan hat oder getröstet werden muss. Sie ist es auch nicht anders gewöhnt, als an der Brust einzuschlafen. Wenn ich jetzt mal abends aus gehe (was höchstens ein Mal im Monat vorkommt) bekommt mein Mann sie nur mit Geschrei ins Bett oder sie schläft ihm dann irgendwann auf dem Arm ein. Allerdings wenn sie z. B. nachmittags mal bei der Oma ist, schläft sie ohne Probleme im Kinderwagen ihre 2 Stunden und ihr fehlt dann auch gar nicht die Brust. Sie isst auch sehr gut am Tisch mit, deshalb denke ich nicht, dass es ihr um Nahrungsaufnahme geht, sondern um die Beziehung mit mir. Sie hat auch nie einen Schnuller genommen! Wie gehen wir das am besten an? Sie kann sich schon alles so gut merken und wird es nicht so schnell vergessen! Hast Du einen Rat bzw. Tipp für uns? Viele liebe Grüße Andi
? Liebe Andi, wenn Du zu dem Schluss gekommen bist, dass Du die Stillzeit mit diesem Kind beenden willst, dann ist es als erstes ganz wichtig, dass Du dir 100prozentig sicher bist. Jeden Zweifel spürt dein Kind sofort. Ein radikaler Brustentzug wird für dein Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine Möglichkeit für die Nacht ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Außerdem möchte ich dir das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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