Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - Kind jammert viel

Frage: Abstillen - Kind jammert viel

Sophie2403

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Sehr geehrte Frau Welter, Mein Kind ist nun 13 Monate alt, isst zu den Mahlzeiten gerne und gut mit besteht aber alle drei Stunden aufs Stillen. Ich würde gerne tagsüber nicht mehr stillen, sie weint jedoch dann immer, weshalb ich inkonsequent werde. Eine Zeit lang habe ich immer erst essen angeboten, dann Stillen, und dann hat sie immer weniger gegessen. Soll ich es andersherum machen? Meine 2.Frage wäre wie ich es mit dem Einschlafen mache. Ich stille sie immer in den Schlaf und überlege es jetzt durch ein anderes Ritual zu ersetzen. Im Beistellbett weint sie, bei Körperkontakt will sie die Brust. Ich habe jetzt überlegt sie auch im Haus mit einem Kinderwagen in den Schlaf zu bringen. Wäre das eine Option? Oder soll sie sich an das Einschlafen im Bett gewöhnen? Wenn der Papa sie ins Bett bringt ist es leider auch mit viel Weinen verbunden. Ich denke immer, vielleicht geht es ja auch schonend, aber vielleicht ist eine Entwöhnung immer mit Unmut verbunden...? Frühs und Abends macht es mir nichts aus sie zu stillen, und ich genieße es auch, nur tagsüber möchte ich nicht mehr stillen und das in den Schlaf Stillen belastet mich an manchen Tagen ebenfalls. Haben Sie vielen Dank. Liebe Grüße Katharina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Katharina, ich persönlich wäre eher für klare Regeln, die sind leichter ertragbar als ein abruptes Abstillen. Eine Möglichkeit wäre es, dass du mit deinem Kind darüber sprichst, dass du das viele Stillen als unangenehm empfindest und dass du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden oder zumindest das viele Stillen einzuschränken. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Wenn sich dein Kind dann beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch Weinen oder Schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Tage und Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du deiner Tochter wirklich beistehst und sie nicht "strafst" für ihre natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Deine Kleine wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Deine Tochter ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihr und sei du ruhig und klar, so dass sie sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald sie sich etwas beruhigt hat. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Liebe Grüße Biggi Welter


Sophie2403

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Liebe Frau Welter, Ihre Antwort rührt mich zu Tränen. Sie treffen wieder den Nagel auf den Kopf. Ich bin bisher zu unentschlossenen. Ich habe mich jetzt entschlossen zwischen 10:00 Uhr und 17:00 Uhr nicht zu stillen. Das 17:00 Uhr Stillen versuche ich auf 19:00 Uhr zu schieben, was die letzten zwei Tage auch gut geklappt hat. Am Morgen lasse ich das Stillen noch, da es ihr hier immer noch am wichtigsten ist. Wobei ich auch merke, das es mich stört. Aber das kann ich wenn der Rest sich gut eingespielt hat ausdehnen. Ich habe sie tagsüber jetzt im Kinderwagen hingelegt, was mir etwas quengeln gut geklappt hat. Und als sie die Brust mittags wollte sie mit anderen Essen und gemeinsamen Spielen vertröstet. Ich habe nun noch große Angst vor der Trauer und den Wutausbruch, wenn ich sie im Bett, wo ich immer gestillt habe sie tagsüber hinlege. Würde es helfen sie dann im Ehebett hinzulegen? Bisher ist sie dann einfach immer nicht eingeschlafen, wenn ich nicht gestillt habe. Ich könnte es am Wochenende mit dem Papa versuchen, er hilft mir sicher stark zu bleiben. Oder ist es ratsam, dass es erst der Papa übernimmt, bevor ich einknicke. Auch merke ich, dass ich mich entgegen ihrem Rat mich körperlich eher zurückziehe und eher auf Balgen gehe, da sie beim Kuscheln gleichzeitig Brust will... ist das falsch? Noch eine letzte Frage: sie neigt durch ihre Neurodermitis zum Kratzen wenn sie müde wird oder wir Verreisen. Dadurch gestaltet sich das Einschlafen im Auto oft schwierig. Kann man das Verreisen als Ausnahme machen, oder würden sie davon abraten? Vielen vielen Dank für Ihre Begleitung. Liebe Grüße Katharina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Katharina, danke für die liebe Rückmeldung. Ich möchte dich dazu ermutigen, auf dein Herz zu hören, starre Regeln bringen meist nur Stress. Wenn es deinem Baby schlecht geht, dann darfst du immer eine Ausnahme machen und es ist normal, dass es immer wieder Rückschritte gibt. Vielleicht wäre es tatsächlich gut, wenn der Papa am Wochenende mal versucht, eure kleine Maus ins Bett zu bringen, wenn es nicht klappt, probierst du es. Wichtig ist wirklich nur, dass du klar bist und deinem Kind Sicherheit vermittelst! DU SCHAFFST DAS! Ich würde mich freuen, wenn du dich am Montag wieder meldest, wie es euch geht! Ganz liebe Grüße Biggi


Sophie2403

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Hallo Biggi Welter, Heute habe ich sie im Schlafzimmer hinlegen wollen, sie hat ganz viel geweint und ich bin dann doch wieder auf Kinderwagen Auto Kinderwagen umgestiegen, und sie hat dann erst zwei Stunden später geschlafen . Naja, hab jetzt dann auch nachmittags nochmal kurz gestillt, da sie so Unglücklich war, als ich sie wieder in den Wagen legen wollte. Hat heute also leider nicht so gut geklappt Liebe Grüße Katharina


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