MamavonMia123
Hallo, ich brauche dringend einen Rat, wie ich am besten in den nächsten ca. 4 Monaten mein Baby abstillen kann. Meine Kleine ist nun 11 Monate alt und liebt das Stillen sehr. Tagsüber und auch nachts. Sie isst zwar auch 3-4 Breiportionen am Tag, aber zwischendurch wird gestillt, insbesondere beim Einschlafen. Sie nimmt leider keinen Schnuller und nuckelt sich immer an der Brust in den Schlaf. Auch nachts, wir schlafen im Familienbett. Manchmal, besonders an aufregenden Tagen (z. B. Weihnachten), lässt sie die ganze Nacht meine Brust nicht los. Löse ich diese vorsichtig aus ihrem Mund wird sie sofort wach und fordert sie wehement zurück. Mir macht das alles auch gar nichts aus. Ich liebe es selber sie zu stillen. Sie war ein sehr lange ersehntes Wunschkind. Nun bin ich aber bereits 39 Jahre alt und möchte so gerne noch ein 2. Kind. Da wir (wie wir nun wissen) leider auf künstliche Befruchtung angewiesen sind, muss ich vor der Behandlung komplett abgestillt haben und die ivf muss (damit die Krankenkasse uns hier finanziell noch unterstützt-sonst können wir uns das leider nicht leisten) bis Juli starten. Es tut mir im Herzen weh, meiner Kleinen das geliebte Stillen weg zu nehmen, aber ich sehe keinen anderen Weg. Die Chance auf ein Geschwisterchen will ich ihr (und uns) ja auch nicht nehmen. Wie kann ich das angehen, ohne das es zu schlimm für sie wird. Können Sie mir helfen? Vielen Dankeschön einmal im Voraus.
Liebe MamavonMia123, ich kann Dich gut verstehen, möchte Dich aber beruhigen, denn Du schenkst Deinem Baby ja einen langen Abschied und das ist gut! Wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Vielleicht versuchst Du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, Du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst Du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt Du die Zeit an der Brust immer mehr. Ich möchte Dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst deinen Sohn eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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