Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen extrem!

Frage: Abstillen extrem!

Kirschelein

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Hallo liebe Stillberatung, zu unserer Situation: Wir haben drei Kinder im Alter von 5 - 1. Alle drei sind sehr nähebedürftig und seid das dritte Baby da ist, habe ich das Gefühl die Kontrolle nicht mehr ganz zu haben. Unsere Älteste und der Mittlere schlafen in ihrem Zimmer und Bett ein, kommen aber jede Nacht zu uns ins Ehebett. Der Kleinste stillt noch und ist jetzt 22 Monate alt. Er schläft im Kinderbett neben mir. Bisher waren die Nächte (zwar mit mehreren Unterbrechungen) ganz ok. Seit unserem letzen Zahnarztbesuch hat mir die Zahnärtzin zum abstillen geraten, da der Jüngste Karies hat und unter Narkose behandelt werden muss. Tagsüber verweigere ich ihm die Brust und er leidet sehr darunter. Er weint und schläft den ganzen Tag nicht ein. Im Kinderwagen weigert er sich auch einzuschlafen und somit quengelt er sich durch den Tag, um dann abends wieder weinend einzuschlafen. Da er sich Nachts gar nicht beruhigen lässt, stille ich ihn noch. Ich tröste ihn und versuche ihn zu tragen, aber nichts hilft. Er weint und ist wütend. Er möchte keine Flasche, keinen Schnuller, nichts... Er tut mir so leid, aber ich MUSS ihn ja nun so bald wie möglich abstillen. Ich bin am Ende meiner Kräfte und weiss nicht mehr weiter. :-(


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Kirschelein, gestillte Kinder und auch langzeitgestillte Kinder bzw. noch lange während der Nacht gestillte Kinder haben nicht mehr Karies als nicht gestillte Kinder und wenn es zu Karies kommt, dann nicht wegen, sondern trotz des Stillens. Karies wird durch ein Bakterium verursacht (streptococcus mutans), das die meisten Erwachsenen in ihrem Mund haben. Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist sein Mund in aller Regel noch frei von diesem Bakterium und meist bleibt dies zumindest so lange so, bis der erste Zahn da ist, bei manchen Kindern kommt es auch erst deutlich nach dem ersten Zahn zu einer Besiedelung mit Streptococcus mutans. Ein ganz wesentlicher Übertragungsweg ist übrigens das Ablecken eines runtergefallenen Schnullers durch die Mutter (oder sonst einen Erwachsenen) und das gemeinsame Benutzen eines Löffels oder das Vorkosten des Breis mit dem gleichen Löffel, wie er zum Füttern benutzt wird. Ob ein Mensch (vermehrt) Karies bekommt oder nicht, hängt auch noch von weiteren Faktoren ab: wie gut oder schlecht hat sich die Mutter in der Schwangerschaft ernährt; waren in der Schwangerschaft Antibiotika notwendig; hatte die Mutter in der Schwangerschaft Erkrankungen, die mit hohem Fieber einhergingen; kommen in der Familie genetisch bedingt gehäuft Schmelzdefekte vor; ist das Kind zu früh geboren ... Hier kannst du ein sehr informatives, fundiertes Video dazu anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=sbhR1gmUms4 Harry Torney, ein britischer Zahnarzt hat in Nottingham auf einer LLL Europakonferenz einen Vortrag zum Thema "Breastfeeding and Dental Health" gehalten und in seinem Vortrag aufgezeigt, dass es keinen Zusammenhang mit vermehrtem Auftreten von Karies und Langzeitstillen gibt. Er hat auch eine Arbeit darüber veröffentlicht: "Prolonged, on demand breastfeeding and dental caries an investigation, Torney PH, M Dent Sc thesis, Trinity College, Dublin 1992 Vielleicht solltest Du Dir doch eine zweite Arztmeinung einholen, ob Du sofort und so schnell abstillen musst. Lieben Gruß Biggi


Kirschelein

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Vielen Dank für die schnelle Antwort, jedoch war ich bereits bei zwei Zahnärtzen und beide hatten die selbe Meinung. Ich versuche ihn wirklich abzustillen und ich bin auch bereit dazu, nur er wehrt sich mit aller Kraft. Er ist noch nicht bereit und fordert die Brust lautstark ein. Er schläft tagsüber gar nicht mehr und abends heult er sich in den Schlaf. Kann es sein das mein Kind einfach noch nicht bereit ist? Ich lese immer wieder, dass man als Mama wirklich bereit sein muss und das die Mütter das Stillen eher brauchen als die Kinder, jedoch ist das bei uns gar nicht der Fall, ich würde sehr gerne abstillen und es ist auch höchste Zeit. Aber es ist jeden Abend ein Kampf und bei drei kleinen Kindern fehlt mir einfach die Kraft mein Kind Abend für Abend erschöpft vom weinen ins Bett zu bringen. Er tut mir leid. Was soll ich tun um ihm den Abschied zu erleichtern? Liebe Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Kirschelein, Dein Kind braucht jetzt ganz viel Nähe, Verständnis und Liebe, denn es trauert wirklich. Nimm Dein Baby möglichst oft auf den Arm oder ins Tragetuch, biete ihm einen Schnuller oder ein Lutschetuch an und tröste es, so gut Du kannst. Manchmal hilft es auch, wenn der Papa einspringt, Ihr müsst einfach ausprobieren, was bei Euch am besten klappt. Sicherlich ist das Abstillen für Euch beide sehr schmerzlich, aber Dein Kind wird das schaffen, denn es spürt Deine Liebe, die Du ihm schenkst. Er wird die Situation mit Dir an seiner Seite verkraften und je mehr Du jetzt mit ihm kuschelst, umso leichter wird es ihm fallen. In dieser Situation hilft nur absolute Klarheit und Konsequenz. Lieben Gruß Biggi


Kirschelein

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Vielen lieben Dank für Ihre rasche Hilfe! Nach erfolgreichem abstillen, habe ich nun Bedenken bezüglich seines neuen Lieblingsschlafplatzes. Nach hartem Kampf ums Abstillen, halft nur den Kleinen in den Schlaf zu wippen, mittels Maxi Cosi. (Er verweigerte Schnuller, Wasserflasche,...) Eigentlich hat er schon längst einen neuen Autostiz und schlief auch nach dem Stillen in seinem Bettchen, jetzt will er nur im Maxi Cosi eingeschlafen werden, ich glaube er sieht das nun als Stillersatz. :-( Ist es gefährlich ihn in den Schlaf zu wippen und auch nachts, wenn er weint ihn erneut mittels Maxi Cosi zu beruhigen? Er ist bald zwei und ist eigentlich fast rausgewachsen, sobald er schläft wird er auch von mir vorsichtig in sein Bett gelegt, jedoch mache ich mir Sorgen um seinen Rücken... Als zweites würde ich gerne noch wissen, wie lange es dauert, das die Milch "alle" ist. Meine Brüste sind zwar weich, also keine Milchstaugefahr, jedoch interessiert mich wann meine Brüste wieder "normal" werden? Ganz liebe Grüße


Kirschelein

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Vielen lieben Dank für Ihre rasche Hilfe! Nach erfolgreichem abstillen, habe ich nun Bedenken bezüglich seines neuen Lieblingsschlafplatzes. Nach hartem Kampf ums Abstillen, halft nur den Kleinen in den Schlaf zu wippen, mittels Maxi Cosi. (Er verweigerte Schnuller, Wasserflasche,...) Eigentlich hat er schon längst einen neuen Autostiz und schlief auch nach dem Stillen in seinem Bettchen, jetzt will er nur im Maxi Cosi eingeschlafen werden, ich glaube er sieht das nun als Stillersatz. :-( Ist es gefährlich ihn in den Schlaf zu wippen und auch nachts, wenn er weint ihn erneut mittels Maxi Cosi zu beruhigen? Er ist bald zwei und ist eigentlich fast rausgewachsen, sobald er schläft wird er auch von mir vorsichtig in sein Bett gelegt, jedoch mache ich mir Sorgen um seinen Rücken... Als zweites würde ich gerne noch wissen, wie lange es dauert, das die Milch "alle" ist. Meine Brüste sind zwar weich, also keine Milchstaugefahr, jedoch interessiert mich wann meine Brüste wieder "normal" werden? Ganz liebe Grüße


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